Mit Ruth reise ich vom 25. Dezember 17 bis zum 30. März 18 durch Australien. Wir starten mit einem Camper in Sydney und kehren wieder dorthin zurück.
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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 3. Etappe: Australia 17 / 18
Als sich Sydney und Melbourne 1908 nicht darauf einigen konnten, welche der beiden Rivalinnen die Hauptstadt des Landes werden sollte, wurde als Kompromiss Canberra gewählt. Die Stadt existierte damals noch nicht, ihre Konstruktion begann erst 1913. 1927 wurde die Stadt schliesslich zur Hauptstadt gekürt. Mittlerweile ist Canberra die acht grösste Stadt Australiens mit etwa 360’000 Einwohnern. Sie ist zugleich Hauptstadt des Bundesstaates ACT, Australia Capital Territory. Wir fuhren heute zu einem Besuch auf das Plateau, wo sich Canberra auf 550 m.ü.M. befindet.

An unserem Weg von der Küste auf die Hochebene lag eine hübsche „alte“ Kolonialstadt Braidwood, welche bereits 1822 erstmals besiedelt wurde. 1851 wurde in der Gegend Gold gefunden, was einen regelrechten Boom auslöste. Bald jedoch war der Boom vorbei und die Stadt fiel in einen tiefen Schlaf. Heute ist sie interessant, da noch viele alte Gebäude erhalten sind und so noch etwas von der Blütezeit zu sehen ist. Die Metzgerei ist noch nicht so alt, doch auch nicht mehr ganz neu.

Wo viele Leute zusammen wohnen, gibt es auch ab und an Händel, welche von einem Gericht geschlichtet werden müssen. Das Gerichtsgebäude ist offenbar immer noch in Gebrauch.

Das Royal Mail Hotel an der Hauptstrasse ist heute ein Lokal mit den üblichen Angeboten: Spielsalon, Wettbüro, Bar und Restaurant.

Zwei weitere hübsche Gebäude, welche heute nicht mehr ihrem ursprünglichen Zweck dienen. Beides sind Souvenir-Geschäfte, welche von Durchreisenden rege besucht werden. Braidwood liegt als bequemer Zwischenstopp an der Strecke zwischen Canberra und Batemans-Bay und wird dementsprechend viel genutzt.

In Canberra besuchten wir heute zuerst das Parlamentsgebäude, welches auch von normalen Besuchern ohne grossen Sicherheitsaufwand besichtigt werden kann. Das moderne Gebäude wurde 1988 fertiggestellt.

Aus der Nähe gesehen ist das Gebäude imposant, ohne jedoch überwältigend zu sein. Klare Formen, sowie die Landesflagge auf dem grossen Flaggenmast auf dem Dach des Gebäudes sorgen für einen leichten Gesamteindruck.

Im Innern ist viel Marmor verbaut, das natürliche Licht fällt über Öffnungen im Dach hinein. Auch hier gibt es nur minimale Sicherheitskontrollen. Ein Metalldetektor, durch welchen sämtlichen Rucksäcke geschleust werden, ist eigentlich schon alles. Die kontrollierenden Beamten sind überaus freundlich, ganz und gar nicht so, wie auf gewissen Flughäfen in einem anderen Englisch-sprechenden Land.

Vom Dach aus geht der Blick über das alte Parlamentsgebäude, welches nach 61 Jahren im Gebrauch schliesslich 1988 einem anderen Verwendungszweck zugeführt wurde. Im Hintergrund ist noch ganz knapp das Australian-War-Monument zu sehen, welches einige Kilometer Luftlinie entfernt liegt.

Von der Terrasse des War-Memorial ist wiederum das Parlamentsgebäude knapp in der Distanz auszumachen. Der Vorteil einer auf dem Reisbrett geplanten Stadt ist es, dass es für grosse Alleen genügend freien Platz gibt. Andererseits wirkt die Stadt auch heute noch geplant und nicht wirklich gewachsen. Entweder oder scheint das Motto zu sein.
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… vor allem eine Feriendestination für Australier, welche hier aktuell ihre Sommerferien verbringen. Dementsprechend viele Leute hat es auf den Campgrounds, wo die Stellplätze für unser grosses Wohnmobil eher rar sind. Bisher haben wir aber noch immer einen Platz gefunden. New South Wales ist der Bundesstaat, in welchem Sydney liegt.

Ferien und Meer gehören auch in Australien untrennbar zusammen: Lange Sandstrände säumen die lange Küste, mal gelber Sand, dann aber auch bräunlicher und ebenso blendend weisser. Wir nutzten heute den späteren Nachmittag für einen Spaziergang entlang des Strandes bei unserem Campground. Hier mit eher braunem Sand.

Vor der Küste liegen einige kleine Inseln, welche nahezu vollständig von Wald bedeckt sind. Unterhalb der Wasseroberfläche gibt es ebenfalls viel Leben, davon zeugt all das Strandgut, welches angeschwemmt wird. Hier eine erst vor kurzem abgerissene Alge.

Auch dies sind kleine Algen, interessant durch die kleinen Bällchen, welche in der Gesamtheit eine Art Baum kreieren.

Etwas weiter entfernt sah ich dieses Stilleben: Seegras, „Kügeli“-Alge und Fussabdrücke einer Seemöwe, welche ebenfalls den Strand abschritt. Sie aber auf der Suche nach Fressbarem.

Dies wäre fast schon eine Perlenhalskette für Ruth, wenn die Kügelchen nur weiss wären.

Wäre dies nicht eine schöne Armkette für Ruth? Sie war damit nicht zufrieden, sie meinte „I am not amused“. Wieso wohl?
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Kiama ist eine kleine Ortschaft, die etwa 100 km südlich von Sydney am Pazifik liegt. Das Besondere am Ort ist ein sogenanntes Blowhole, ein Loch in der Küste, durch welches die sich an der Küste brechenden Wellen bei richtigem Wellengang bis zu 60 m hoch schiessen. Das Blowhole gilt als das grösste der Welt.

Wenn gerade keine grössere Welle auf die Küste aufläuft, ist hier nicht viel los. Viele Touristen warten auf die nächste Aktion, teilweise kann dies länger dauern.

Ich fand ein gutes Bild zur Erklärung des Phänomens im Internet.

Heute war der Wellengang eher mässig, das Wasser schoss denn auch nicht sehr hoch aus dem Loch hinaus. Jedesmal, wenn sich die Gischt zeigte, schrien die Besucher lauf auf.

Beim Blowhole steht ein bekannter Leuchtturm, der gerade für die Feierlichkeiten des Jubiläums der ANZAC-Truppen neu gestrichen wurde. ANZAC steht für Australian and New Zealand Army Corps, eine Truppe aus Soldaten aus New Zealand, Australia und Tonga, welche im ersten Weltkrieg in Gallipoli in der Türkei kämpften. Viele Soldaten kamen dabei ums Leben und nun ist der 25. April jedes Jahr ein nationaler Gedenktag in Australien.

Etwas südlich von Kiama liegt ein weiterer weisser Sandstrand am Pazifik. Wir fuhren noch etwas bis nach Shoalhaven-Heads am südlichen Ende der 7-Mile-Beach.

Unser Camper bei einem Aussichtspunkt mit dem 7-Mile-Beach im Hintergrund. Heute war das Wetter glücklicherweise wieder besser, die Temperatur stieg tagsüber auf 25 Grad und der Himmel war meist blau.
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Nach dem Frühstück in unserem Hotel in Sydney fuhren wir heute zur Vermietstation für unseren Camper. Die Fahrzeugübernahme verlief zügig und bald schon waren wir auf dem Weg nach Süden. Die Rundreise kann beginnen, in 73 Tagen müssen wir zurück sein, bis dann steht uns der Kontinent offen!

Ein erster Aussichtspunkt zeigt die Küste südlich der Millionenstadt mit einem schönen, gelben Sandstrand. Unser erster Campground lag noch etwa 20 km südlich, kurz vor Wollongong, einer grösseren Stadt. Wir wollten uns noch vor Wollongong einen Platz suchen, da wir keine Lust auf eine Stadt hatten.

Eine grosse erste Aktion beim Campen ist immer, eine Grundausstattung an Lebensmitteln zu beschaffen: Milch, Flocken, Früchte, Wasser, Joghurts, Brot, Butter und so weiter. Deshalb machten wir bei einem grösseren Einkaufszentrum Halt. Neben den Lebensmitteln braucht es selbstverständlich auch immer BWS, Bier, Wein und Spirits. In Australien dürfen die Lebensmittelgeschäfte nie Alkohol verkaufen, diese gibt es ausschliesslich in sogenannte Bottle-Shops, oder wie hier in einem BWS. Die Bottle Shops liegen meist sehr nahe oder gerade neben den Lebensmittelgeschäften. Einzig die Kassen sind getrennt ...
BWS erinnert mich auch immer an einen Spruch meines Freundes Bruno, wenn er ein Bier bestellt: „Bitte ein Bier, BWS“, was dann meint „Bitte ein Bier, beid Wääg seckle“.

Eine solche Punktlandung habe ich noch kaum je gemacht: Ich hatte noch genau 150 australische Dollar im Portemonnaie und ohne, dass wir die Einkäufe so geplant haben, betrug das Total der Rechnung 149.95. Sonst wäre die Kreditkarte zum Einsatz gekommen.

Unser Campground liegt gerade am Meer, ein wunderbarer Strand ist nur 50 m entfernt. Feinster Sand bildet einen sauber herausgeputzten Strand. Gerade richtig für einen ersten ausgedehnten Strandspaziergang.
Gerade, als wir auf dem Rückweg waren, brach ein gigantisches Gewitter los, starker Regen begleitet von ebensolchen Winden. Wir schafften es gerade noch rechtzeitig zurück, bevor die Sintflut losbrach.

Beim Nachtessen zeigte sich ein herrlicher Regenbogen hinter dem Camper. Bei uns sah ich noch selten Regenbogen, welche mit beiden Enden den Boden berühren. Sehr fotogen!
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The Rocks heisst das Quartier in Sydney, wo die ersten weissen Siedler lebten. Hier lagen die Slums sowie das erste Gefängnis. Später dann waren hier viele dunkle Gestalten zu Wege. Zuerst sollte das ganze Quartier abgerissen werden, ab 1975 wurden aber die noch bestehenden Häuser unter Schutz gestellt, heute sind sie eine Touristen-Attraktion. Viele Souvenir-Geschäfte und Restaurants buhlen um die prall gefüllten Portemonnaies der Fremden.

Cadmans House gilt als das älteste Haus in Sydney, es wurde 1816 für einen gewissen John Cadman erbaut.

Das Australian Hotel gilt in Sydney bereits als traditionelles Haus, es wurde doch schon 1914 eröffnet. So lange her …

Bereits 1841 erhielt das Lord Nelson Hotel eine Alkohol-Lizenz und gilt damit als das älteste, fortlaufend betriebene Restaurant.

Die im Quartier gelegene Garrison Church wiederum gilt als die älteste Kirche in Australien, sie wurde 1848 erbaut. Immerhin sieben Jahre nach der ersten Kneipe! Prioritäten eben.

Vom Observatory-Hill aus gibt es einen schönen Rundblick mit der Garrison-Church im Vordergrund und der Harbour-Bridge von hinten. Die Wolken am Morgen verdeckten die Sonne etwas, so dass unser Stadtspaziergang gut zu machen war. Gegen Mittag lösten sie sich auf und die Sonne heizte die Stadt wieder auf.

Als wir bei einem Café etwas tranken, setzte sich ein Ibis auf einen Abfall-Kübel und begann sich in aller Ruhe das Federkleid zu putzen. Ob er wohl auch seine Notdurft an geeigneter Stelle verrichtete, konnte ich nicht beobachten. Auf jeden Fall war er alles andere als scheu, ich konnte mich ihm bis auf einen Meter nähern.

Die alten, nun renovierten Häuser der Rocks beherbergen heute ausschliesslich Geschäfte und Restaurants, gewohnt wird hier nicht. Einige luxuriöse Boutique-Hotels haben sich einige der Häuser geschnappt und entsprechend umgebaut. Besonders faszinierend ist der Kontrast zwischen vorletztem Jahrhundert und aktueller Stahl/Glas-Architektur. Diese Gegend liegt nur wenige hundert Meter von der Anlegestelle der grossen Kreuzfahrtschiffe entfernt, wenn ein grosser Kahn vor Anker liegt, ist hier kaum ein Durchkommen.

Den Abend verbrachten wir heute in der Oper, wir sahen eine Aufführung der Operette „Die Lustige Witwe“ von Franz Lehar. Als wir am Quai vor dem Opernhaus beim Nachtessen waren, ging ein grosses Gewitter über die Stadt nieder. Nach dem Essen klarte der Himmel auf und wir konnten trockenen Fusses ins Opernhaus gehen. Kaum waren wir dort, kam ein weiterer Schwall! Für uns kein Problem mehr.

Nach der Aufführung war es bereits tiefe Nacht, der Himmel wieder klar und die Temperatur sehr angenehm. Die Harbour-Bridge ist zu jeder Tages- und Nachtzeit ein gutes Fotomotiv.

Zum Abschied von Sydney noch ein letztes Bild von Circular Quai, der Fähr-Anlegestelle mit der hell-erleuchteten Skyline im Hintergrund.
Morgen werden wir unseren Camper übernehmen und dann für die nächsten 73 Tage einen Teil des Kontinentes erkunden.
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Die Sydneysiders, so nennen sich die fast 5 Mio Einwohner der Stadt, verbringen ihre Sommersonntage häufig am und auf dem Wasser. Wir wollten uns heute dieses Leben ansehen, ohne jedoch selber ins Wasser zu gehen. Coogee ist ein Strand etwa 4 km Luftlinie südlich von Bondi-Beach, dem international bekanntesten Strand. Die beiden Strände sind durch einen Beachwalk miteinander verbunden und genau diesen Beachwalk nahmen wir heute unter die Füsse.

Auf dem Weg vom Hotel zur Bushaltestelle passierten wir einen Obelisken am Macquarrie-Place, welcher nach einem der ersten Gouverneure Australiens so genannt wurde. Dieser Obeliske markiert den Nullpunkt für sämtliche australischen Strassen. 1818 wurde dies so festgelegt und gilt noch heute.

Ein öffentlicher Bus brachte uns nach Coogee Beach, wo der Badetag schon voll im Gang war. Im Gegensatz zu vielen europäischen Stränden gibt es hier weder Liegestuhl- noch Sonnenschirm-Vermieter. Die Badenden bringen ihre eigene Ausrüstung mit. Das Wasser hatte doch immerhin 20° Celsius, die Luft wiederum deren 35! Für mich wäre das Wasser viel zu kalt für ein Bad.

Der Küstenweg führt immer wieder vom Strand hoch auf eine Klippe, um einige hundert Meter weiter wieder ans Wasser runter zu führen. Viel Treppensteigen! Aber immer wieder wurden wir durch einen schönen Ausblick belohnt.

Zwischen den beiden Stränden liegt auch einer der schönsten Friedhöfe Sydneys, der Waverley-Cimetery. Schönste Meersicht und nicht allzu überfüllt. Aber tot ist man trotzdem, auch mit dieser unbezahlbaren Lage.

Immerhin sind noch Gräber verfügbar, die entsprechende Telefonnummer der Bestell-Hotline ist gerade auf dem Schild angegeben. Hunde sind auf dem Friedhof nicht erlaubt, wieso wohl?

Nach etwas mehr als drei Stunden erreichten wir die Klippe, von welcher aus wir unser Ziel vor Augen hatten. Der bekannte Bondi-Beach lag direkt vor uns! Heute allerdings keine Surfer, für welche dieser Strand sehr bekannt ist, dies obwohl der Wind sehr stark war. Heute waren die Wellen offenbar nicht für das Surfen geeignet, lediglich die Badenden waren im Wasser. Direkt vor dieser Stelle sind oft die sehr guten Wellen, die offenbar bis zu 2.5 m erreichen können.

Auch an diesem Strand waren viele Leute am Baden und ganz einfach die Sonne geniessen. Wir genossen einen feinen Insalata Caprese bei einem Italiener, bevor wir mit dem Bus in die Stadt zurückkehrten.
Wir traffen anscheinend die richtige Entscheidung, erlebte Sydney doch den heissesten Tag seit 1939, hier ein Zitat aus 20 Minuten: Die australische Millionenmetropole Sydney hat am Sonntag den heissesten Tag seit Jahrzehnten erlebt. In der westlichen Vorstadt Penrith wurde mit 47,3 Grad Celsius die höchste Temperatur seit dem Jahr 1939 gemessen. Behörden verboten das Entfachen von Feuern, ein Tennisturnier wurde unterbrochen.
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