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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 3. Etappe: Australia 17 / 18
Vom Pazifik in die Hauptstadt
Als sich Sydney und Melbourne 1908 nicht darauf einigen konnten, welche der beiden Rivalinnen die Hauptstadt des Landes werden sollte, wurde als Kompromiss Canberra gewählt. Die Stadt existierte damals noch nicht, ihre Konstruktion begann erst 1913. 1927 wurde die Stadt schliesslich zur Hauptstadt gekürt. Mittlerweile ist Canberra die acht grösste Stadt Australiens mit etwa 360’000 Einwohnern. Sie ist zugleich Hauptstadt des Bundesstaates ACT, Australia Capital Territory. Wir fuhren heute zu einem Besuch auf das Plateau, wo sich Canberra auf 550 m.ü.M. befindet.

An unserem Weg von der Küste auf die Hochebene lag eine hübsche „alte“ Kolonialstadt Braidwood, welche bereits 1822 erstmals besiedelt wurde. 1851 wurde in der Gegend Gold gefunden, was einen regelrechten Boom auslöste. Bald jedoch war der Boom vorbei und die Stadt fiel in einen tiefen Schlaf. Heute ist sie interessant, da noch viele alte Gebäude erhalten sind und so noch etwas von der Blütezeit zu sehen ist. Die Metzgerei ist noch nicht so alt, doch auch nicht mehr ganz neu.

Wo viele Leute zusammen wohnen, gibt es auch ab und an Händel, welche von einem Gericht geschlichtet werden müssen. Das Gerichtsgebäude ist offenbar immer noch in Gebrauch.

Das Royal Mail Hotel an der Hauptstrasse ist heute ein Lokal mit den üblichen Angeboten: Spielsalon, Wettbüro, Bar und Restaurant.

Zwei weitere hübsche Gebäude, welche heute nicht mehr ihrem ursprünglichen Zweck dienen. Beides sind Souvenir-Geschäfte, welche von Durchreisenden rege besucht werden. Braidwood liegt als bequemer Zwischenstopp an der Strecke zwischen Canberra und Batemans-Bay und wird dementsprechend viel genutzt.

In Canberra besuchten wir heute zuerst das Parlamentsgebäude, welches auch von normalen Besuchern ohne grossen Sicherheitsaufwand besichtigt werden kann. Das moderne Gebäude wurde 1988 fertiggestellt.

Aus der Nähe gesehen ist das Gebäude imposant, ohne jedoch überwältigend zu sein. Klare Formen, sowie die Landesflagge auf dem grossen Flaggenmast auf dem Dach des Gebäudes sorgen für einen leichten Gesamteindruck.

Im Innern ist viel Marmor verbaut, das natürliche Licht fällt über Öffnungen im Dach hinein. Auch hier gibt es nur minimale Sicherheitskontrollen. Ein Metalldetektor, durch welchen sämtlichen Rucksäcke geschleust werden, ist eigentlich schon alles. Die kontrollierenden Beamten sind überaus freundlich, ganz und gar nicht so, wie auf gewissen Flughäfen in einem anderen Englisch-sprechenden Land.

Vom Dach aus geht der Blick über das alte Parlamentsgebäude, welches nach 61 Jahren im Gebrauch schliesslich 1988 einem anderen Verwendungszweck zugeführt wurde. Im Hintergrund ist noch ganz knapp das Australian-War-Monument zu sehen, welches einige Kilometer Luftlinie entfernt liegt.

Von der Terrasse des War-Memorial ist wiederum das Parlamentsgebäude knapp in der Distanz auszumachen. Der Vorteil einer auf dem Reisbrett geplanten Stadt ist es, dass es für grosse Alleen genügend freien Platz gibt. Andererseits wirkt die Stadt auch heute noch geplant und nicht wirklich gewachsen. Entweder oder scheint das Motto zu sein.
