Mit Ruth reise ich vom 25. Dezember 17 bis zum 30. März 18 durch Australien. Wir starten mit einem Camper in Sydney und kehren wieder dorthin zurück.
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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 3. Etappe: Australia 17 / 18
Im späteren Dezember 1999 reiste ich zum ersten Mal nach Australien. Von Bali aus flogen wir damals nach Darwin und übernachteten eine Nacht hier. Am nächsten Tag flogen wir dann weiter nach Alice Springs, mieteten ein Auto und besuchten den Uluru. Schliesslich wieder zurück nach Darwin und noch einige Tage Kakadu NP, sowie den Jahrtausendwechsel in einer kleinen Lodge abseits aller Touristenströme.

Das damalige Hotel an der Esplanade steht immer noch, es ist mittlerweile eines von vielen an dieser Lage. Damals lag es noch nahezu alleine.

An dieser Stelle wurde am 15. September 1870 der erste Mast der Überland-Telefonleitung von Darwin über Alice Springs nach Adelaide errichtet. Am 22. August 1872 wurde das Kabel schliesslich über ein Unterwasserkabel mit der Insel Java verbunden und Australien beendete so seine Telekom-mässige Isolation.

Darwin liegt am Meer und hier ist das Wasser während des ganzen Jahres schön warm. Trotzdem gibt es mitten in der Stadt ein Wellenbad, wo künstliche Wellen erzeugt werden. Hä?
Das hat jedoch seinen trifitgen Grund: Im Meer vor Darwin sind im Sommer viele Box-Jellyfish zu finden, eine Quallenart, deren Gift sogar für Menschen tödlich sein kann. Lieber eine künstliche Welle ohne die giftigen Viecher, als einen qualvollen Tod sterben!

Das Wellenbad hat sogar einen kleinen Strand, allerdings liegt hier kein Sand, sondern ausschliesslich Beton. Richtiger Sand würde wohl die Wellenmaschine zerstören.

Am heutigen Sonntag waren einige Familien an einer Geburtstagsfeier für ihre Kiddies im Bad.

Darwin ist ebenfalls eine beliebte Anlegestelle für grosse Kreuzfahrtschiffe, heute lag gerade ein solches vor Anker.
Kurz nach dem Mittag verabschiedeten wir uns von nördlichsten Punkt unserer diesjährigen Australienreise und machten uns auf den Rückweg in den Süden. Die nächsten Tage sind wieder von längeren Fahrstrecken geprägt, wir wollen über das Threeways-Roadhouse nördlich von Tennant Creek nach Mt. Isa in Queensland und dann weiter nach Cairns. Da wird es wieder sehr viel Nichts geben und zwischen dem vielen Nichts noch viel mehr davon! Als Ziel lockt der Pazifik am östlichen Rand des Kontinents.
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50 km südwestlich von Darwin liegen die Wetlands, ein Gebiet, welches wirklich wet - nass - ist. Grosse Teile des flaches Landes werden während eines halben Jahres überschwemmt und nur etwas höher gelegene Gebiete bleiben trocken. Ein heutiges Tagesziel war es, ein Krokodil in der Wildnis zu sehen, der Adelaide River führte aber so viel Wasser, dass der Wunsch unerfüllt blieb.

In der Gegend gibt es dementsprechend viele Wasservögel und damit einen guten Grund für uns, hinzufahren. Diese beiden Brolgas gehören zu den australischen Kranichen.

An einzelnen Orten gibt es auch richtige Seen mit allerlei Wasserpflanzen wie Seerosen und viel Lotus.

In den Seerosen und im übrigen Wassergestrüpp finden sich immer auch Jacanas, eine Vogelart mit extrem langen Zehen, so dass sie gut auf den Wasserpflanzen gehen können. Diese Variante der Jacanas heisst Comb crested Jacana.

Ein Australasian Darter, auch als Anhinga bekannt, wartet auf einem Zweig auf den nächsten Tauchgang. Dieses Exemplar ist ein Männchen, nur sie verfügen über den weissen Streifen an der Seite des Kopfes.

Diesem Pied Heron hat der Wind gerade die Federn hinten am Kopf aufgeblasen, was ihm ein etwas seltsames Aussehen verleiht.

Wasser zieht nicht nur grössere Vögel an, auch kleinere Flugobjekte finden sich häufig in der Nähe. Nicht alle Objekte sind so ärgerlich wie die Stechmücken, von denen es hier in der Regenzeit selbstverständlich viele gibt, diese grosse Libelle ruht sich auf einem abgebrochenen Lotusblatt aus.

Lotus wurde ursprünglich aus Asien eingeführt und ist mittlerweile zu einem nicht sehr beliebten Unkraut verkommen. So schön die Blüten anzusehen sind, so wenig lieben sie die Landschaftsschützer. In der Wildnis verdrängt die Pflanze zunehmend die lokale Flora, da der Lotus mit den lokalen Bedingungen hervorragend zurecht kommt.

Dieser Landbesitzer montierte sein Schild zu Beginn der Regenzeit nicht von seinem Zaun ab, es wird ohnehin niemand in diesem Sumpf waten wollen. Und die nächste Trockenzeit kommt ebenso bestimmt und er ist dann bestens gerüstet.
Wir nutzten heute die Gelegenheit einer grösseren Stadt und besuchten ein Fischrestaurant, Crustaceans on the Wharf, bei einem Pier mit schöner Sicht auf das Meer.
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Gegen Mittag waren wir heute am Ende des Stuart Highways angelangt. 2’722 km sind es von Port Augusta in South Australia bis hierhin. Eine der längsten Strassen, die ich schon je gefahren bin. Das Ende ist hier lediglich ein kleiner Kreisel, völlig unspektakulär.
Darwin liegt sehr weit von allen anderen australischen Städten entfernt: Adelaide mit 3’200 km ist die näheste Grossstadt, nach Perth, Melbourne und Sydney sind es je über 4’000 km.
Die Temperatur lag heute innerhalb der Stadt nur wenig über 30°, doch mit der hohen Luftfeuchtigkeit rann uns der Schweiss in Bächen herunter. Wie in vielen Städten Australiens gibt es auch hier in Darwin viele Outdoor-Geschäfte mit Camping-, Fischer- sowie Wanderausrüstungen. Die Aussies lieben das Leben ausserhalb der vier Wände! Die meisten Gebäude im Zentrum sind modern, denn zu Weihnachten 1974 zerstörte der tropische Wirbelsturm Tracy nahezu die ganze Innenstadt.

Vom Hafen aus zeigt sich die moderne Innenstadt sehr schön. Moderne Häuser unter einem tropischen Himmel mit imposanten Wolken.

Dieser gewitzte Vogel ist ein Turn, ein Vertreter der Möwenfamilie. Die genaue Art kenne ich nicht, doch mir gefallen diese witzig aussehenden Kerle immer sehr gut.

Über dem Meer türmten sich hohe Wolken auf, welche bedrohlich aussahen, letztlich aber harmlos waren, nicht wie …

… die Wolken auf diesem gemalten Bild. Es stellt den japanischen Bombenangriff auf Darwin dar, welcher am 19. Februar 1942 292 Personen in Darwin tötete. Darwin wurde danach noch einige weitere Male von Japan angegriffen, bevor der Krieg auch im Pazifik vorüber war.

Gegenüber der Stadt liegt auf der anderen Seite der Fanny Bay der East Point, eine hübsche Parkanlage mit vielen Vögeln und auch Wallabies. Von hier aus ist die Skyline der Stadt gut zu sehen. Viele Hochhäuser gibt es jedoch nicht.

Die Timorsee, das offene Meer nördlich von Australien, leckt hier am Kontinent und frisst sich langsam nach Süden ins Land. Die Kalkfelsen leisten nicht sehr viel Widerstand.

Im Park konnte ich einen Kookaburra fotografieren, allerdings etwas weit entfernt, deshalb nicht ganz scharf. Es ist ein Vertreter der Blauflügel-Kookaburra, einer für mich neuen Variante.
Die drohenden Wolken am Himmel entluden sich gegen Abend in einem grossen Gewitter, welches viel Regen brachte.
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100 km südlich von Darwin liegt der Litchfield Nationalpark, der heute auf unserem Programm stand. Termiten und Wasserfälle sind die Leitthemen.

Nach den ergiebigen Regenfällen der letzten Wochen ist der ganze Park grün. Die Gräser leuchten in der Sonne wunderbar hellgrün. Die verstreut darin liegenden Termitenhügel kommen so noch viel besser zur Geltung.

Eine Gruppe von Termiten baut richtige Kathedralen, bis zu 5 m hohe kunstvolle Gebilde, die weit über 50 Jahre alt werden können. So lange braucht es, bis die grossen Strukturen aufgebaut sind.

Noch eindrücklicher sind jedoch die sogenannt Magnetischen Termiten. Diese bauen auf einer überschaubaren Wiese ihre Bauten. Der Untergrund muss einmal im Jahr überflutet werden, dann fühlen sich die kleinen Dinger so richtig wohl in ihrer Haut. Sie leben ausschliesslich in den oberirdischen Bauten, wo sie auch sämtliche ihrer Vorräte anlegen.
Die Bauten sind wie Bretter in der Landschaft, perfekt Nord-Süd ausgerichtet. Unten vielleicht 30 cm dick, sind es oben nur etwa 5 cm. So scheint die Morgen- und Abendsonne auf die flache Seite des Baues, die heisse Mittagssonne findet hingegen kaum eine Fläche, um den Bau aufzuheizen.

Diese Termitenart lebt ausschliesslich hier im Litchfield NP sowie an zwei weiteren Stellen im nördlichen Australien. Irgendwie faszinierend, wie so kleine Tiere solche ausgeklügelten Baupläne und Überlebensstrategien entwickeln können.
Noch viel eindrücklicher wird dies, wenn man sich bewusst wird, dass zwei kleine sogenannte Nymphen - geschlechtsreife Tiere - aus dem Bau ausfliegen, sich irgendwo treffen, paaren und eine neue Kolonie bilden. Von schriftlicher Überlieferung oder einem Lernen von den Eltern kann keine Rede sein. Alles Verhalten, sämtliche Baupläne und Abläufe sind in den Genen der Tiere gespeichert!

In der aktuellen Regenzeit sind die Wasserfälle des Parks eine wichtige Attraktion. Gestern meinte eine Kaffeeverkäuferin wegen des Regens: Wir brauchen den nur schon dazu, dass die Wasserfälle für die Touristen laufen. Offenbar waren die Regenfälle so ausreichend, dass auch über den Florence Waterfall grosse Wassermassen in die Tiefe stürzen.

Ein Wanderweg führt über 113 Stufen zu einem Pool am Fusse des Wasserfalls, in dem sich in der Trockenzeit gut schwimmen lässt. Heute wäre dies nicht angebracht gewesen, die Strömung im Fluss war viel zu stark. Allein der Aufstieg zurück zum Parkplatz war jedoch so schweisstreibend, dass wir ebenso nass waren, wie wenn wir im Fluss gebadet hätten. Die Temperatur lag den ganzen Tag bei über 30° und die Luftfeuchtigkeit war ebenfalls sehr hoch.

Beim Wiederaufstieg bemerkte Ruth ein Wilkin’s Rock Wallaby, ein kleines, scheues Tier. Mit etwas Geduld konnte ich es in seinem Versteck unter einem Felsen fotografieren.

Ebenso eindrücklich wie der Florence Fall ist der Tolmer Fall, wo sich das Wasser in einen grossen Pool stürzt, in welchem in der Trockenzeit ebenfalls gebadet wird. Die Fälle liegen in einer tropischen Vegetation mit viel Grün, Bäumen, Sträuchern und Pandanus-Palmen.

Den Abschluss unseres Parkbesuchs machte der Wangi-Fall, wo sich der Fluss auf zwei Seiten eines grossen Felsen vorbei in die Tiefe wirft. Von hier aus mussten wir auf demselben Weg wieder aus dem Park zurück fahren, da die Strasse zwischen dem letzten Wasserfall und der Hauptstrasse nach Darwin überflutet und damit unpassierbar war.
Als wir im Camper heute das Licht löschten, sahen wir drei kleine leuchtende Punkte an der Decke. Als sich diese noch bewegten, war klar, dass es sich um Glühwürmchen handelte. Eine neue Erfahrung!
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Heisst Nit-mi-luk in irgend einer Sprache wohl: Nicht mich anschauen? So jedenfalls kam es uns heute vor. Normalerweise finden in der Gorge Bootstouren statt, welche während gut zwei Stunden bis zur vierten Schlucht hinführen. Dort gibt es senkrechte, rote Steilwände zu sehen, wo sich der Fluss ins Plateau hinein gefressen hat.

In der Regenzeit geht die Fahrt aber lediglich bis zur ersten Schlucht, ein kaum lohnenswerter Ausflug. Wenn es dann noch wie heute morgen wie aus Kübeln schüttet, ist die Entscheidung schnell gefasst. Wir liessen den Besuch bleiben und werden sicher einmal in der Trockenzeit zurückkommen. Der Fluss wollte sich von uns nicht ansehen lassen!

Auf dem Weg zur Schiffsanlegestelle fotografierte ich diese wunderbare Blüte. Offenbar gehört die Pflanze zu den Kürbisgewächsen, gab es doch neben den Blüten auch schon grüne Kürbisse. Immer wieder faszinierend, auf was für ausgefallene Ideen die Natur kommt!

Der nächste Stopp waren die Edith Falls, ebenfalls ein Teil des Nitmiluk-Nationalparks. Hier gibt es Wasserfälle, welche schöne Pools füllen, in welchen man sehr gut baden kann. Nur leider nicht dann, wenn vor einem Monat ein Krokodil gesichtet wurde. Rote Schilder warnen sogar vor der Nähe zum Wasser, die Tiere können sehr gefährlich werden. Ich habe mich hier noch gewundert, ob nicht etwas zu viel Aufhebens gemacht werde. Doch dazu später mehr.

Vor zwei Wochen gab es hier längere, ausgiebige Niederschläge, welche den Fluss massiv über seine Ufer steigen liessen. Heute ist davon nicht mehr viel zu sehen, lediglich die Vegetation ist noch stark beeinträchtigt. Bei unserem heutigen Campground war der Pegel des Adelaide-Rivers vor zwei Wochen 7m höher als heute!

Die Edith Falls wirken heute recht zahm. Zwar tost das Wasser über die Felsen, doch allzu beeindruckend sind die Fälle dann doch nicht. Mit viel mehr Wasser wäre ich vermutlich überwältigt.

Bei den Fällen gab es ein kleines Café wo wir uns etwas Kühles genehmigten. Mich faszinieren immer wieder die vielen Schilder mit interessanten Sprüchen. Einige mit mehr, andere mit weniger Witz.



Unterwegs zu unserem Etappenort machten wir noch schnell einige Einkäufe. Mir fiel natürlich sofort dieses Angebot auf. SPAM hat hier offenbar eine etwas andere Bedeutung, als in der Welt des Internet. SPAM steht hier für SPiced hAM, ein in Büchsen verpacktes Fleisch, welches von England hierhin kam.

Nun nochmals zu den Kroks: Bei unserem Campground am Adelaide-River gibt es ein ausgestopftes Krok zu sehen. Jock the Croc, wie das Tier genannt wird, wurde bei einer Bootsanlegestelle gejagt, nachdem es wiederholt Boote angegriffen hatte. 720 kg verteilt auf 5 m Länge sind doch ganz beachtliche Masse!

Auf unserem Campground sah ich heute den ersten Baobab im Norden Australiens. Bisher traf ich diese nur in Western Australia rund um Wynhdam. Diese Adansonia gregorii ist die einzige Art dieser Bäume in Australien, ihre Verwandten leben in Madagaskar und in Afrika.
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Etwa 100 km südlich von Katherine, unserem nächsten Etappenort, liegt der Elsey Nationalpark mit den Bitter Springs. Dort gibt es wunderbar warme Quellen, in denen sich gut schwimmen lässt.

Wir wollten dort übernachten und unsere müden Knochen im warmen Wasser entspannen. Leider haben wir unsere Rechnung ohne die Krokodile gemacht. Zur Zeit tummeln sich offenbar Saltwater-Crocodiles in den Pools und der Zugang ist verboten. Zudem ist auch wegen der aktuellen Regenzeit der Wasserstand zu hoch. Und mit Krokodilen möchte ich es nicht aufnehmen, ich habe in dieser Gegend schon grosse Monster von einigen Metern Länge gesehen.
Wir fuhren weiter nach Katherine, wo wir morgen einen Ausflug in die Katherine-Schlucht machen wollen. Leider sind von insgesamt drei Schluchten zwei gesperrt, lediglich die erste ist zugänglich. Der Fluss hat aktuell viel zu viel Wasser.

Entlang der Strasse von Katherine zum Nitmiluk-Nationalpark, früher bekannt als Katherine Gorge, sah ich in einem Baum eine ganze Kolonie von Flying Foxes oder Fruit-Bats, welche hier ihre Tage verbringen. Sobald es Abend wird, fliegen sie aus und verlustieren sich an allerlei Früchten in den umliegenden Wäldern. Ich möchte auf jeden Fall keinen Baum mit hunderten von diesen Viechern in meinem Garten, sie verbreiten einen ziemlich unangenehmen Gestank,
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