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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 3. Etappe: Australia 17 / 18
Das alte Sydney am Tag und dann das moderne am Abend
The Rocks heisst das Quartier in Sydney, wo die ersten weissen Siedler lebten. Hier lagen die Slums sowie das erste Gefängnis. Später dann waren hier viele dunkle Gestalten zu Wege. Zuerst sollte das ganze Quartier abgerissen werden, ab 1975 wurden aber die noch bestehenden Häuser unter Schutz gestellt, heute sind sie eine Touristen-Attraktion. Viele Souvenir-Geschäfte und Restaurants buhlen um die prall gefüllten Portemonnaies der Fremden.

Cadmans House gilt als das älteste Haus in Sydney, es wurde 1816 für einen gewissen John Cadman erbaut.

Das Australian Hotel gilt in Sydney bereits als traditionelles Haus, es wurde doch schon 1914 eröffnet. So lange her …

Bereits 1841 erhielt das Lord Nelson Hotel eine Alkohol-Lizenz und gilt damit als das älteste, fortlaufend betriebene Restaurant.

Die im Quartier gelegene Garrison Church wiederum gilt als die älteste Kirche in Australien, sie wurde 1848 erbaut. Immerhin sieben Jahre nach der ersten Kneipe! Prioritäten eben.

Vom Observatory-Hill aus gibt es einen schönen Rundblick mit der Garrison-Church im Vordergrund und der Harbour-Bridge von hinten. Die Wolken am Morgen verdeckten die Sonne etwas, so dass unser Stadtspaziergang gut zu machen war. Gegen Mittag lösten sie sich auf und die Sonne heizte die Stadt wieder auf.

Als wir bei einem Café etwas tranken, setzte sich ein Ibis auf einen Abfall-Kübel und begann sich in aller Ruhe das Federkleid zu putzen. Ob er wohl auch seine Notdurft an geeigneter Stelle verrichtete, konnte ich nicht beobachten. Auf jeden Fall war er alles andere als scheu, ich konnte mich ihm bis auf einen Meter nähern.

Die alten, nun renovierten Häuser der Rocks beherbergen heute ausschliesslich Geschäfte und Restaurants, gewohnt wird hier nicht. Einige luxuriöse Boutique-Hotels haben sich einige der Häuser geschnappt und entsprechend umgebaut. Besonders faszinierend ist der Kontrast zwischen vorletztem Jahrhundert und aktueller Stahl/Glas-Architektur. Diese Gegend liegt nur wenige hundert Meter von der Anlegestelle der grossen Kreuzfahrtschiffe entfernt, wenn ein grosser Kahn vor Anker liegt, ist hier kaum ein Durchkommen.

Den Abend verbrachten wir heute in der Oper, wir sahen eine Aufführung der Operette „Die Lustige Witwe“ von Franz Lehar. Als wir am Quai vor dem Opernhaus beim Nachtessen waren, ging ein grosses Gewitter über die Stadt nieder. Nach dem Essen klarte der Himmel auf und wir konnten trockenen Fusses ins Opernhaus gehen. Kaum waren wir dort, kam ein weiterer Schwall! Für uns kein Problem mehr.

Nach der Aufführung war es bereits tiefe Nacht, der Himmel wieder klar und die Temperatur sehr angenehm. Die Harbour-Bridge ist zu jeder Tages- und Nachtzeit ein gutes Fotomotiv.

Zum Abschied von Sydney noch ein letztes Bild von Circular Quai, der Fähr-Anlegestelle mit der hell-erleuchteten Skyline im Hintergrund.
Morgen werden wir unseren Camper übernehmen und dann für die nächsten 73 Tage einen Teil des Kontinentes erkunden.
