Mit Ruth reise ich vom 25. Dezember 17 bis zum 30. März 18 durch Australien. Wir starten mit einem Camper in Sydney und kehren wieder dorthin zurück.
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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 3. Etappe: Australia 17 / 18

Heute morgen war gerade Flut, als wir an der Esplanade in Cairns waren. Das Meer sieht so viel schöner aus, als wenn die Ebbe nur einen eher schlammigen Grund hinterlässt. Zur Zeit wird in Cairns sehr viel gebaut, Hochhäuser mit Eigentumswohnungen und schöner Meersicht gehen gerade im Dutzend hoch.

Da vor der Stadt kein schöner Strand liegt, baute die Stadt eine Poollandschaft direkt am Meer. Hier ist der Eintritt gratis, Umkleidekabinen, Duschen und WCs stehen in grosser Zahl zur Verfügung. In der Parklandschaft gibt es zudem viele Gasgrills, die den Besuchern gratis zur Verfügung gestellt werden und welche offenbar gut genutzt werden.

Am Rand des Salzwasserpools gibt es solche Schächte, bei denen ein Schild warnt, es sei eng und der unbefugte Zutritt sei ohnehin verboten. WTF?

Das ehemalige Bürgermeisteramt der Stadt dient mittlerweile als öffentliche Bibliothek. Immerhin bleibt das für australische Verhältnisse historische Gebäude so stehen und wird nicht ebenfalls für Eigentumswohnungen oder Hotels geopfert.

Rauchen ist in Australien sehr verpönt: Die Packung kostet bis 20 AUD, knapp 18 CHF. Umso erstaunlicher ist dieses Geschäft, welches an prominenter Stelle für die Sucht wirbt. Da Tabak allein wohl nicht für genügend Umsatz sorgt, bietet der Tobacconist noch MoneyGram - eine Geldüberweisungs-Dienstleistung - sowie auch eine Wechselstube an. Souvenirs werden ebenfalls verkauft. Das Geschäftshaus selber ist aus Wellblech und damit eher langweilig.

Anders dieses Gebäude, welches aus dem Beginn des letzten Jahrhunderts stammt. Zumindest eine gewissen Charme kann man ihm nicht absprechen.

Auch dieses Gebäude stammt aus 1907 und ist in diesem Kontinent schon uralt. Heute ist es ein Schnellrestaurant.

Den früheren Nachmittag benützten wir, um dem Botanischen Garten einen kurzen Besuch abzustatten. Es gibt hier eine grössere Sammlung von Kannenpflanzen, welche in einem Gewächshaus wachsen. Das Haus verfügt aber über keine dichten Glaswände, lediglich dünne Gitter halten die Schädlinge draussen. Das Haus muss in diesem Klima nicht geheizt werden!

Ein weiteres, hübsches Exemplar einer Kannenpflanze. Diese Kannen dienen der Pflanze zur Nahrungsbeschaffung. Stickstoff und andere lebenswichtige Mineralien kann sie nicht in genügender Menge aus dem Boden aufnehmen, sie holt sich diese von Insekten, welche in die Kanne hineinfallen und verdaut werden. Schön anzusehen, eine hinein gefallene Fliege findet dies aber wohl kaum.

Den Schlusspunkt unter den heutigen Tag macht dieser Schmetterling, von welchen es im Garten viele verschiedenen Sorten gab.
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Die Great Dividing Range liegt hinter Cairns und trennt den tropischen Teil von Queensland vom eher trockenen Outback.

Auf einem der Hügelzüge liegt die Windy Hills Windfarm, eine Anlage mit 20 Windturbinen, welche von einer deutschen Firma geliefert wurde und 2000 in Produktion ging. Die Turbinen liefern Strom für 3’500 Haushalte, insgesamt 12 Megawatt elektrische Leistung. Jede Turbine misst 46 m im Durchmesser und der Rotor steht 44 m über Grund. Eindrückliche Masse und mit einer geplanten Lebensdauer von 25 Jahren mit 20 Mio. AUD auch nicht sehr teuer.

Von einem Lookout aus liegt dem Betrachter ein grosser Teil des Hinterlandes von Cairns zu Füssen. Grüne Hügel mit bewaldeten Schluchten ziehen sich bis zum Horizont hin. Auf der rechten Seite des Bildes ging gerade ein grösseres Gewitter nieder, aus der privilegierten Höhenlage sah es sehr imposant aus.

Auf der Pazifik-Seite der Great Dividing Range wachsen viele Farnbäume, imposante Pflanzen, welche 5 bis 6 m hoch werden.

Schliesslich fuhren wir direkt nach unserer Ankunft in Cairns an die Esplanade, dem Flanierviertel direkt am Meer. Als wir ankamen war gerade Ebbe, der Strand sieht deshalb nicht besonders beeindruckend aus. Gebadet wird hier ohnehin nicht, Box-Jellyfish sowie ab und zu Krokodile verderben den Spass. Weiter nördlich sind die Strände viel besser zum Schwimmen geeignet. Dort liegt auch der Daintree-Nationalpark, der für seine schönen Strände bekannt ist. Für uns wohl ein Ausflug in den nächsten Tagen, das Barrier-Reef ist zur Zeit eher nicht interessant, da der Himmel meist bewölkt ist. Schnorcheln ohne Sonnenschein lohnt sich nicht, da die Farben des Riffs nicht leuchten. Wir entscheiden je nach Wetter, was wir machen.
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Von Karumba sind es 760 km bis nach Cairns, zu viel für eine Tagesetappe. Wir entschlossen und deshalb, die Strecke zu halbieren. Als Zwischenstopp bot sich Georgetown an, 373 km auf dem Weg nach Cairns.

Bevor wir losfuhren schossen wir noch ein Bild vom Golf von Carpinaria. Es war gerade Ebbe, die Mangroven standen nahezu im Trockenen. Ein wunderschöner Strand, nur leider völlig ungeeignet zum Baden, da hier Krokodile leben.

Croydon war die nächste Zwischenstation. Hier lebten im ausgehenden 19. Jhdt. bis zu 7’000 Menschen. Es gab einen Goldrausch, der viele Glückssucher in den Ort brachten. Am Ende des ersten Weltkrieges waren die Vorräte jedoch erschöpft und die Karawane zog weiter. Heute leben nur noch etwas mehr als 300 Personen im Ort. Das Club Hotel stammt aus der Goldzeit, es besteht seit 1887.

Ich sah zuerst das Schild, welches Free Beer anpries und wollte mich schon an den Tresen werfen, die Bemerkung in Klammern fiel mir erst später auf.

In diesem schmucken Haus war einst die Männerabteilung des lokalen Spitals. Ein gewisser John Angus MacDonald vermachte dem Spital 1894 40’000 Pfund, damit dieses erweitert werden konnte. Seiner Ehefrau hinterliess er einen Shilling, was wohl nicht sehr viel war. Ob er wohl einen speziellen Grund für dieses doch eher seltsame Vermächtnis hatte?

Die ehemalige Bank of New South Wales dient heute als öffentliche Toilette. Jedes Dorf in Australien verfügt über mindestens eine öffentliche Toilette, die meisten sind angenehm sauber und immer kostenlos. Für ein ausgedientes Bankgebäude ist eine Toilette eine vernünftige Nutzung. Öffentliche Toiletten am Paradeplatz?

Das ehemalige Schulhaus für die ganze Region steht heute leer, ein älteres Schild weist darauf hin, dass das Haus gerade renoviert werde. Das wird wohl noch einige Zeit dauern.

Die Townhall, das Bürgermeisteramt, wird noch aktiv genutzt. Die Uhr ist hingegen nur noch genau zweimal pro Tag genau. Bei unserem Besuch war sie dies nicht.

Unterwegs fuhren wir über einen mächtigen Fluss, den Gilbert-River. Dieser fliesst hier ganz gemächlich seinem Ziel, dem Golf von Carpintaria entgegen. Das Gefälle ist äusserst gering, dementsprechend langsam fliesst das Wasser.

Bei allen meinen bisherigen Reisen in Australien bin ich noch nie der Trappe (Australian Bustard) begegnet. Heute sahen wir mindestens zehn dieser grossen Vögel. Sie sind die grössten flugfähigen Vögel Australiens, beeindruckende Tiere!
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Heute machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg, um die fehlenden Kilometer bis zum Golf noch hinter uns zu bringen.

Je näher wir dem Golf kamen, desto grüner wurde die Vegetation und desto feuchter wurde das Klima. Der nahe Ozean kündigte sich mit hohen Wolken an, die entstehen, wenn die Sonne viel Feuchtigkeit aus dem Meer aufsaugt, welche dann als Regen auf dem Kontinent niedergeht.

In Normanton wurde im Juli 1957 Krys, the Savannah King, erschossen. Das Krokodil mass Schrecken erregende 8.63 m! Heute steht mitten in Normanton diese Statue, welche massstabgetreu das grösste, je gesehene Krokodil abbildet.

Was für ein Horror, diesem Monster beim Baden im Fluss zu begegnen!

In Normanton steht ein älteres Gebäude, das Lagerhaus einer Transportgesellschaft, welche schon seit vielen Jahren nicht mehr operativ tätig ist. Heute beherbergt das Gebäude die lokale Tourismus-Organisation.

Je näher wir dem Golf kamen desto feuchter wurde das Klima und links und rechts der Strasse lagen immer wieder überflutete Wiesen voller Wasservögel. Ein Sumpfhuhn posiert hier gerade schön für den Fotografen.

Seinem Kollegen wurde es bald zu bunt, er hob ab und flog davon. Mir blieb gerade noch genügend Zeit für ein Porträt im Flug.

Heute sahen wir ausnehmend viele Paare von Brolgas, den australischen Kranichen. Ihr graues Gefieder bildet einen schönen Hintergrund für den roten Kopfschmuck.

Der Normanton-River bringt viel braunes Wasser in den Ozean, so dass das Baden nicht wirklich Spass macht. Weiter draussen hat das Wasser dann wieder die schöne blaue Farbe, wir man sie sich für ein tropisches Meer vorstellt.

Als ich dann aber noch dieses Schild bemerkte, war es mit der Badelust ohnehin bald vorbei. Wir begnügten uns mit einem Bad im warmen Pool unseres Campgrounds.
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Wir machten uns heute auf den Weg nach Normanton und Karumba am Golf von Carpentaria, ganz im Norden des Kontinents. Eine Zwischenstation war Cloncurry, ein kleines Nest „in the middle of Nowhere“. Hier wurde einst der Royal Flying Doctor Service gegründet, welcher noch heute die abgelegenen Farmen und Cattlestations medizinisch versorgt. Im 19. Jhdt. war Cloncurry der grösste Kupferproduzent des britischen Weltreiches. Heute gibt es immer noch einige Bergwerke in der Gegend.

Auf dem Weg von Mount Isa nach Cloncurry machten wir einen kurzen Zwischenhalt bei einem Denkmal für zwei eher erfolglose Entdecker. Dazu später mehr.

1932 wurde das Post Office Hotel gebaut, es ist heute noch aktiv.

Am heutigen Samstag waren einige lokale Gäste am Wetten, Pferderennen sind der grosse Hit in Australien, weiter gibt es auch Windhundrennen sowie viele Formen von Bingo und Lotto: Kurz allerlei Sorten von Deppensteuern (Zitat Kurt aus Wien).
Wir unterbrachen die lange Fahrt zum Golf in einem kleinen Roadhouse, welches nach den beiden Entdeckern Burke und Wills benannt wurde. Die beiden hatten im 19. Jhdt. den Auftrag, den Norden des Kontinents zu erforschen und insbesondere einen Weg von Melbourne an den Golf von Carpentaria zu finden.
Ich zitiere hier aus einem Buch des Amerikaners Bill Bryson, In a sunburned country. Er schreibt zur Qualifikation der beiden: „On the plus side, however, they both had outstanding beards“. Es kam, wie es kommen musste, die Bärte reichten nicht. Die beiden starben im Busch und die ganze Expedition war ein gigantischer Fehlschlag. Sie erreichten den Golf nicht ganz, kurz vor dem offenen Meer drehten sie um.
Wir werden morgen die noch fehlenden Kilometer fahren und dann hoffentlich den Golf erreichen.
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Etwas nördlich des Stadtzentrums von Mount Isa steht ein Wasserturm auf einem Hügel. Eine Strasse führt dort hinauf und endet bei einem Parkplatz, von wo aus eine Rollstuhl-gängige Rampe zu einer Aussichtsplattform führt.

Das Stadtzentrum liegt gerade unterhalb, wenn in diesem Fall überhaupt von einem Zentrum gesprochen werden kann. Wenn das Bergwerk auf vollen Touren läuft, leben hier bis zu 24’000 Menschen, zur Zeit sind es nur etwa 18’000, da die Rohstoffpreise momentan nicht sehr gut sind und die Anlage deshalb nicht in vollem Umfang genutzt wird.

Die Blei- und Kupferschmelzen sehen nicht sehr schön aus, doch ist dies mit allen grossindustriellen Betrieben so. Wir alle nutzen deren Produkte, aber keiner will die Produktion in seinem Garten.

Nicht weit vom Stadtzentrum aus liegt der Lake Moondarra, ein Stausee, vom welchem die Stadt das Trink- und Brauchwasser bezieht. Am heutigen Freitag war dort heute nicht viel los, die Fischer und Böötlifahrer kommen wohl über das Wochenende.

Eine kleine Familie von Kängurus war gerade am Fressen, als wir vorbei fuhren. Ich hielt an und stieg aus, um ein besseres Bild machen zu können.

Sobald ich ihnen zu nahe kam, nahmen sie Reissaus und hüpften in den tieferen Busch! Diese seltsame Fortbewegungsart erstaunt mich immer wieder. Offenbar ist sie sehr effizient.

Vor dem lokalen Tourismus Büro steht eine Skulptur eines Bergmannes, dessen Arbeit der Stadt zu ihrem relativen Wohlstand verhilft. Kupfer, Zink und Blei sind die ergiebigen Erze, welche gefördert werden. Als Nebenprodukte fallen noch grössere Mengen an Gold und Silber an.

Ich benützte die Gelegenheit einer grösseren Stadt für ein Coiffeurbesuch, wo meine spärlichen Haare wieder etwas in Form gebracht wurden. Die Temperatur im Salon war eine willkommene Abwechslung von der brütenden Hitze draussen, das Thermometer zeigt öfter mehr als 40°.

Schliesslich noch etwas Lokalkolorit: Ein gewisser Dan, Thunder Dan to his friends, stellte vor ein paar Tagen einen neuen, sensationellen Weltrekord auf. Er fuhr mit seinem Auto während VIER STUNDEN in einem Kreisel und schlug so einen Weltrekord eines Amis aus dem Jahr 2015, dem es schon nach 3 Stunden und 34 Minuten zu blöd wurde.
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