Mit Ruth reise ich vom 25. Dezember 17 bis zum 30. März 18 durch Australien. Wir starten mit einem Camper in Sydney und kehren wieder dorthin zurück.
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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 3. Etappe: Australia 17 / 18

Da wir gestern bis Erldunda fuhren, blieben uns heute nur noch gut 200 km bis ins Zentrum des Kontinents. Nördlich des Zentrums von Alice Springs liegt der ANZAC Hill, von wo aus die Stadt gut zu übersehen ist. Dort steht auch ein Denkmal für die Australischen und Neuseeländischen Armeen, welche zusammen mit jener von Tonga in vielen Kriegen im Einsatz waren.

Das Zentrum der Stadt ist recht klein, die wenigen Strassenzüge lassen sich gut zu Fuss erkunden. Gestern gingen hier offenbar starke Regenfälle nieder, was sich heute bei den hohen Temperaturen in einer ebenso hohen Luftfeuchtigkeit bemerkbar machte. 33 Grad liessen den Schweiss rinnen.
Südlich der Stadt liegen die MacDonnell Ranges, welche bei Alice Springs durch einen schmalen Einschnitt durchbrochen werden. Diesem Einschnitt verdankt Alice Springs seine Existenz: John McDouall Stuart hatte den Auftrag, das Zentrum des neuen Kontinents zu erforschen und entdeckte den Gebirgszug 1860. Später wurde die schmale Stelle zum Nadelöhr, durch welches die erste Telegrafenleitung sowie auch die Eisenbahn führten. Schliesslich kam auch noch die Strasse dazu, welche ebenfalls hier durch muss.
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Heute früh erreichte das Thermometer in Coober Pedy nur gerade 16°, recht kühl für unsere Entdeckungstour durch die Stadt. Ruth war interessiert an den Opals und wir schauten uns eine Mine an, bevor Ruth einen Stein als verspätetes Geburtstagsgeschenk auswählte.

Von einem Aussichtspunkt aus sieht man über die Stadt, ein Blick, der sich nicht wirklich lohnt. Dafür können auch die dunklen Wolken nichts, welche den Himmel bedeckten. Wie ich gestern schon schreib, liegt an vielen Stellen allerhand Gerümpel herum. So auch hier die Autos in unterschiedlichen Verrottungszuständen.

Coober Pedy ist neben den Opalen auch dafür bekannt, dass viele Einheimische in Höhlenwohnungen leben. Damit entgehen sie einerseits den höllischen Sommertemperaturen mit teilweise über 50°, sowie auch den Temperaturen unter dem Gefrierpunkt im Winter. Der eine Aussichtspunkt befindet sich auf den Dächern der Häuser, deren Kamine von hier aus wie Tonnen aussehen.

Rund um Coober Pedy stehen solche Schilder, welche auf die Gefahren der offengelassenen Opalschächte hinweisen. Also weder Rennen, unaufmerksam sein, noch rückwärts gehen!

Nördlich der Stadt gibt es sehr viele Opalminen, von denen die meisten noch aktiv sind. Teilweise sehr kleine Claims, die 5x5 m messen und von einer Einzelperson bearbeitet werden, dann aber auch grosse Anlagen, welche maschinell ausgebeutet werden.

Die Maulwurfshügel weisen auf eine rege Untertages-Aktivität hin. Die drei Emus hingegen haben mit Opal nichts im Sinn.

In einem Roadhouse liessen wir uns einen Cappuccino zubereiten, damit wir nicht zu Zündhölzern gegen die Müdigkeit greifen mussten. Die Fahrstrecken im Norden sind sehr lang, heute waren es wiederum gute 450 km. Zwischen den einzelnen Stopps gibt es nicht viel zu sehen, ein Unterbruch lohnt sich kaum.

Kurz vor unserem heutigen Etappenort Erldunda überquerten wir die Staatsgrenze von South Australia zu den Northern Territories. In diesem Bundesstaat sind die Distanzen noch imposanter, alleine bis nach Darwin sind es fast 1’800 km. Hier gibt es allerdings viel zu sehen und entsprechend viele Stopps entlang der Strecke.

Erdunda ist ein wichtiges Roadhouse 230 km südlich von Alice Springs. Von hier zweigt die Strasse nach Yulara und dem Ayers Rock ab, welcher etwa 350 km westlich von hier liegt. Wir werden ihn diesmal nicht besuchen, erst vor knapp einem Monat flogen wir von dort Richtung Sydney weg. Viel wird sich in diesem Monat ohnehin nicht geändert haben. Dieser Roadtrain machte ebenfalls einen Boxenstopp in Erldunda, das Zugfahrzeug darf mit den drei Anhängern insgesamt 53.5 m lang sein! Wichtig zu wissen, wenn man ein solches Ungetüm überholen will. Da diese Laster immer mit gut 100 km/h unterwegs sind, braucht es eine entsprechend lange Strecke zum überholen. Die Polizei rät, nur zum Überholen anzusetzen, wenn mindestens ein Kilometer freie Bahn ist. Für mich ist dies fast unmöglich, da ich mit dem Camper nicht mehr als 110 km/h fahren darf und mit diesem kleinen Unterschied der Geschwindigkeiten dauert das Manöver noch viel länger.

Die Ladung des Roadtrains liess mein Herz vor Freude hüpfen: Zusammengepresste Autos, soweit das Auge reicht! Schon lange wünsche ich mir, dass die Autos der ertappten Raser in der Schrottpresse landen und die Sünder zusehen müssen, wie ihr Lieblingsstück zu einem netten Paket wird. Vielleicht sind dies solche Überbleibsel?
Je weiter wir heute in den Norden vorstiessen, desto wärmer wurde es. Noch um 19:00 zeigte das Thermometer 33°, wieder mehr nach unserem Gusto.
Am heutigen 31. Januar 18 war in Australien eine totale Mondfinsternis zu sehen. Der Mond war leider hinter einer dichten Wolkendecke versteckt, so keine Mondfinsternis für uns.
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Kurz nach unserem Campingplatz in Port Augusta standen wir heute vor der definitiven Entscheidung. Fahren wir in den Westen nach Perth, oder über Alice Springs nach Darwin im Norden. Wir haben uns diese Frage natürlich schon früher gestellt, definitiv wurde die Entscheidung aber heute.

Nach links abbiegen führt über die Nullarbor-Strecke nach Perth im Südwesten des Kontinentes. Vor dort ginge es dann nach Norden in Richtung Broome sowie über Cairns im Nordosten zurück nach Sydney. Nach rechts führt uns unser Weg über Alice Springs und Darwin ebenfalls nach Cairns und dann zurück nach Sydney. Einige Kilometer weniger zu fahren, dafür mehr Zeit im Norden und Nordosten des Kontinents. Den indischen Ozean werden wir auf dieser Reise nicht sehen. Alles kann man nicht haben!

Das Wetter wollte uns heute nicht verwöhnen. Die meisten Aussichtspunkte in die umliegende Seenlandschaft waren wegen des Regens und der dichten Wolken kaum einen Abstecher wert. Wenn wir es dann trotzdem taten, sah es jeweils so aus.
Entlang der knapp 500 km Fahrstrecke sahen wir heute mehrere Dutzend tote Kängurus und Wallabies. Diese werden meist nachts überfahren, da sie anscheinend oft im Scheinwerferlicht erstarren und dann von den grossen Lastwagen erfasst werden. Ein trauriges Bild.

Unsere Zwischenstation auf dem Weg in den Norden heisst Coober Pedy, ein kleines Kaff mitten in der Wüste, welches nur wegen der hier gefundenen und geschürften Opale überhaupt auf der Landkarte ist. Von hier stammen über 80% der weltweit gehandelten Halbedelsteine.

Die ganze Landschaft rund um Coober Pedy wird umgewühlt. Maulwurfshaufen liegen überall auf den Feldern, der Abraum der Minen wird einfach liegen gelassen. Auch sonst wird es mit dem Umweltschutz nicht allzu genau genommen. Vor vielen einfachen Häusern stehen verrostete Autos unterschiedlicher Jahrgänge in den Gärten. Andere ausrangierte Elektrogeräte liegen ebenfalls herum. Wohl eine typische Bergbaustadt, wo die Leute Wichtigeres als den Umweltschutz im Kopf haben.

Immerhin geben die farbigen Abraumhalden interessante Bilder her, sogar ohne Sonne!
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Kurz bevor ich heute morgen losfahren wollte, bemerkte ich bei einem gegenüber liegenden Wohnwagen einen seltsamen Einrichtungsgegenstand. Erst als ich genauer hinschaute, wurde mir klar, dass die Kugel doch wohl eher ein „Schmuckstück“ als ein wirklich im Einsatz stehendes Instrument ist. Sie hängt an einem dünnen Elektrokabel und kann wohl kaum mehr als einige hundert Gramm wiegen.

Öfter schon bemerkte ich in Südaustralien ähnliche Schilder, welche die Autofahrer auf allerhand mögliche Gefahren aufmerksam machen. Ein Kängugei oder Papaguru ist tatsächlich eher ungewohnt. Auf jeden Fall eine humorvolle Kampagne für aufmerksames Autofahren.
Der Himmel war wie auf diesem Bild heute den ganzen Tag über eher grau, zeitweise nieselte es sogar leicht. Nachdem das Thermometer gestern mehrfach die 40-er Marke überstieg, erreichte es heute nur mehr knapp 24.

South Australia, der aktuelle Bundesstaat, lebt viel von Landwirtschaft. Heute fuhren wir oft entlang kilometerlanger Getreidefelder. 5x5 km waren so etwa die gängigen Feldmasse! Die einzelnen Felder waren meist durch einen dünnen Eukalyptuswald abgegrenzt.

So gross die Felder waren, so gross waren auch die Lagersilos des Erntegutes. An einem Hafen nahm gerade ein grosser Frachter aus Limasol / Zypern Getreide auf. Aus den Silos wird dieses über lange Förderbänder zum Schiff geführt, wo es dann im Schiffsbauch verschwindet.

Die Gegend um Port Pirie, einem weiteren Zwischenstopp, ist sehr dünn besiedelt. Die Ortschaften selber sind ebenfalls nicht sehr gross, trotzdem gibt es auch hier Geschäfte, welche Computer anbieten. Diese werden zu Sydney-Preisen angeboten, ohne den sonst ortsüblichen Aufschlag. Ob das Geschäft so wohl mehr Kunden anlocken kann in Zeiten von Amazon und Online-Handel?

Der alte Bahnhof von Port Pirie wurde längst in ein Museum verwandelt, auf der Strecke fahren lediglich noch Güterzüge. Das Gebäude stammt noch aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts. Für australische Verhältnisse ist es schon sehr, sehr alt!

Diese Kirche hat offenbar nicht mehr rentiert, sie wurde kurzerhand in einen Waschsalon umfunktioniert. Damit lässt sich mehr verdienen.
Wir machten heute in Port Augusta Station, der letzten kleinen Stadt am Meer im Süden von Australien. Morgen früh geht es weiter in Richtung Norden mit Coober Pedy als erster Station. Allenfalls unterbrechen wir die 540 km lange Fahrt schon etwas früher, je nach Vorankommen.
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Murray Bridge ist eine grössere Stadt am Murray River, wo 1879 die erste Brücke über den Fluss gebaut wurde. Heute hat die Stadt nicht viel mehr zu bieten. Auf der linken Seite liegt die Eisenbahn-Brücke, welche 1927 erbaut wurde, rechts davon die einige Jahrzehnte ältere Strassenbrücke.

Die Kathedrale von Murray Bridge ist nichts besonderes, ausser, dass es die angeblich kleinste Kathedrale in Australien ist. Sie fasst gerade mal 130 Personen. Erbaut wurde sie schon 1887. Als Kathedrale gilt sie, da hier ein Bischof residiert.

Unsere nächste Station galt einem Badeort etwas südlich des Zentrums von Adelaide, Glenelg. Hier stand die erste europäische Siedlung im südlichen Australien. 1836 wurde die Siedlung errichtet. Die Ortschaft ist auch daher speziell, dass ihr Name ein sogenanntes Palindrom ist. Von vorne oder von hinten gelesen, ergibt sich immer derselbe Name.
Heute ist die Stadt ein Aussenbezirk von Adelaide mit der etwas „laid back“ Atmosphäre eines Strandortes. Neben vielen Hotels und Bars gibt es auch einige Jachthäfen sowie Vergnügungsbahnen für die Jungmannschaft.

Die Skyline von Adelaide sollte sich eigentlich von einem Aussichtspunkt aus gut sehen lassen, doch wurde sie durch den Bau eines gigantischen Sportstadions leider verunstaltet. Schade.

Wir machten uns bald schon auf den Weg in Richtung Norden und fanden einen Campingplatz etwas abseits der grossen Strassen an einer kleinen Lagune. Im Laufe des Abends zogen dunkle Wolken auf, die sich vielleicht noch in einem Gewitter entladen. Der heutige Tag war mit bis zu 44° auch heiss genug!
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Beachport, eine kleine Ortschaft am türkisblauen Meer, war unser erster Zwischenstopp. Ein 772 m langer Pier führt ins blaue Meer hinaus. Er dient vor allem den Fischern als Standort für ihr Hobby.

Vom äusseren Ende aus ist das kleine Dörfchen kaum mehr auszumachen. Am Strand waren heute viele Aussies am Baden, der heutige Samstag ist der zweit letzte Tag der australischen Sommerferien. Morgen Sonntag machen sich viele lokale Touristen wieder auf den Weg in ihre heimatlichen Gefilde, bevor am Montag die Schule wieder beginnt. Für uns beginnt dann die ruhigere Zeit der Reise, weniger Leute in den Städten und weniger Besucher auf den Campingplätzen.

In einem sonst gesichtslosen Dorf mit dem Namen Kingston wollte ein Restaurantbesitzer seine Kundschaft mit einem grossen Hummer anlocken. Auch wenn ich selber nicht gerade klein bin, wurde es mir in den Fängen des Riesen doch eher seltsam. Ich stellte mir vor, wie sich wohl ein kleines Krebslein fühlen muss, wenn es von einem solchen Monster angegriffen wird.

Die Fresswerkzeuge des Hummers sehen beeindruckend aus, dies vor allem, wenn sie so unproportional gross sind. Bei meinem letzten Besuch war der Hummer nicht mehr sehr fit, nun wurde er restauriert und kann wieder einige Jahre durchhalten.

Kurz vor unserem heutigen Etappenort, einem kleinen Kaff, das Wellington heisst, war die Strasse plötzlich blockiert. Der grösste Fluss Australiens, der Murray River mündet unweit von hier in den Pazifik und kann hier nur mit einer Fähre überquert werden. Die Fähre verkehrt regelmässig und ist erst noch gratis. Direkt auf der anderen Flussseite lag unser Campingplatz.

Von Bord der Fähre aus sieht man den Fluss in seiner ganzen Breite. Sechs Autos können gleichzeitig transportiert werden. Die Fähre selber läuft an im Fluss gespannten Drahtseilen.

Vom anderen Ufer aus konnten wir die Fähre beobachten, wie sie über den Fluss zurück fuhr, um neue Fahrzeuge aufzunehmen. Das macht sie mehrmals pro Stunde.
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