Mit Ruth reise ich vom 25. Dezember 17 bis zum 30. März 18 durch Australien. Wir starten mit einem Camper in Sydney und kehren wieder dorthin zurück.
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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 3. Etappe: Australia 17 / 18
Nachdem sich der Himmel am gestrigen Nachmittag verdunkelte, brachen wir die Erkundung der Küste ab, da gemäss der Wettervorhersage das Wetter heute besser sein sollte. Wir wollten uns die Chance nicht entgehen lassen, die Höhepunkte bei schönem Sonnenschein zu erkunden. Die Rechnung ging voll auf!

Nach etwas mehr als 50 km trafen wir auf den Maits Rainforest Boardwalk, einen Rundwanderweg durch den Regenwald. Neben riesigen Eukalypten gibt es hier viele Farnbäume sowie andere interessante Pflanzen. Eine willkommene Abwechslung zur Autofahrt und den ewigen Stränden.

Einzelne Farnbäume trieben gerade neue Blätter aus, die noch teilweise eingerollten Blätter sind sehr fotogen.

Der viele Regen in dieser Gegend lässt eine ganz spezielle Flora wachsen. Riesige Farnbäume und ebensolche Eukalypten sind nur ein Teil der imposanten Natur.

Ein Höhepunkt auf unserer heutigen Teilstecke war das Cape Otway mit Australiens ältestem, noch stehenden Leuchtturm. Dieser hat heute keinen Einsatz mehr, die modernen Schiffe sind heute alle mit Radar und SatNav ausgerüstet und brauchen keine Leuchttürme mehr.

Von der Spitze des Leuchtturmes aus zeigt sich die Küste in ihrer ganzen Schönheit. Die Seefahrer fanden diese Küste eher nicht so gut. Mehr als 200 Schiffswracks liegen in dieser Gegend am Meeresgrund und unzählige Passagiere starben auf der Reise hin zum neuen Leben.

Ein Symbol der vielen Schiffskatastrophen steht am Eingang zum Cape Otway-Nationalpark. Ein etwas seltsames Kunstwerk.

Auf dem Weg von der Hauptstrasse zum Cape Otway führt die Strasse durch einen ehemaligen Eukalyptus-Wald, welchen ich 2003 noch bei bester Gesundheit antraf. Damals gab es hier sehr viele Koalas, welche sich hier die Bäuche an den Eukalypten voll frassen. Sie frassen so viele Blätter, dass die Bäume schliesslich abstarben und als Folge davon sehr viele Koalas verhungerten. Von der einstigen Vielfalt zeugen nur mehr die Baumskelette, Koalas gibt es zwar immer noch, jedoch nur noch sehr wenige.

Eine Mutter mit ihrem Kleinen sass auf einem dicken Ast, der Kleine war recht neugierig. Eine neue Generation scheint heran zu wachsen. Vielleicht geht sie einmal verantwortungsvoller mit ihren Ressourcen um. Wenn ich jedoch an meine eigene Species denke, nützen ja nicht einmal unsere grösseren Gehirne diesem Vorhaben.

Einen ganz speziellen Papagei konnte ich mit meiner langen Linse fotografieren. Ein interessantes blau-graues Federkleid und feuerrote Federn auf dem Kopf!

Ein grösserer Koala schaute ganz interessiert auf Ruth, welche sich unter dem Baum bemerkbar machte. Ich konnte derweil den Koala unbemerkt portraitieren, da er abgelenkt war.

Zum Schluss natürlich einmal mehr ein Bild eines grossen Strandes mit wunderbar blauem Wasser auf rot-braunem Sand!
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Von unserem Campground aus war es nicht mehr weit bis zu Torquay, dem Ausgangspunkt zur Great Ocean Road, einer grossartigen Strasse entlang des Pazifik südlich von Melbourne. Die Strasse wurde nach dem Ende des Ersten Weltkriegs von etwa 3'000 Kriegsrückkehrern gebaut. Damit sollte ihnen Arbeit verschafft und sie langsam wieder in die Zivilgesellschaft zurückgeführt werden.

Torquay selber ist so etwas wie die heimliche Surfer-Hauptstadt Australiens. Zwei weltbekannte Ausrüster-Firmen haben hier ihren Sitz, Quiksilver und Rip Curl, welche beide sowohl Bretter als auch viele damit zusammenhängende Produkte herstellen. Selbstverständlich gibt es hier auch viele wunderbare Strände. Direkt vor dem Stadtzentrum liegt ein eher zahmer Flecken Strand, der heute von vielen Familien besucht wurde.

Zur Abwechslung mal etwas Steine und Felsen neben den endlosen Sandwüsten! Die rötliche Farbe des Steines kontrastiert schön mit dem blau des Meeres und dem gelb der Felsen direkt am Wasser.

Neben dem vielen Sand und den Felsen gibt es auch interessante Vegetation. Diese hübschen Blumen kommen an einem Busch nahe am Meer vor, die Pflanze ist offenbar sehr salztolerant! Ich habe nicht getestet, ob die kleinen weissen Bällchen bei den Blüten Salzkristalle sind.

Die Bells Beach liegt einige Kilometer südlich von Torquay, hier soll es die besten Wellen der Welt geben, welche jeweils um Ostern zu einem international bekannten Wettbewerb benutzt werden. Heute waren die Wellen eher zahm, doch auch so waren Dutzende von Surfern im Wasser.

Der offizielle Beginn der Great Ocean Road wird an beiden Enden durch ein Tor markiert, hier dasjenige kurz nach Torquay.

Neben den Australiern sind hier auch viele Touristen unterwegs, was sich an diesen Strassenschildern ablesen lässt. Abseits der Touristenpfade sind solche Schilder nicht zu sehen, hier stehen sie bei jeder noch so kleinen Einfahrt. Offenbar gab es schon etliche Unfälle mit auf der falschen Strassenseite fahrenden Touristen.

Gerade als wir den Nachmittag mit einem Bier ausklingen lassen wollten, setzte sich ein Papagei auf meinen Stuhl, so dass ich das Bier etwas verschieben musste. Wozu die Natur wohl diese grellen Farben gewählt hat?

Am späteren Nachmittag bedeckte sich der Himmel und kurz bevor die Sonne unterging, färbte sie einen Spalt in der Wolkendecke spektakulär rot, wie wenn ein Feuer ausgebrochen wäre.
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Es ist wie verhext: Ich miete jetzt zum vierten Mal einen Camper in Australien und zum vierten Mal ist die Frontscheibe schon nach kurzer Zeit defekt. Gestern fiel ein Stein von einem Lastwagen und wo landete er wohl? Richtig! In der Frontscheibe unseres Campers, die nun rechts unten einen grossen Einschlag hat. Die Scheibe ist zwar noch wasserdicht, doch wollte ich kurz beim Vermieter in Melbourne vorbei gehen, um dessen Meinung einzuholen. Der Ersatz der Scheibe hätte einen guten Tag gedauert und das wollten wir nicht. Wir entschlossen uns deshalb, weiter zu fahren und erst, falls der Schaden sich ausweiten sollte, die Scheibe zu ersetzen. Hoffen wir …

Wir machten anschliessend eine kurze Rundfahrt durch Melbourne, nur um einmal mehr festzustellen, dass der Camper dafür das denkbar ungeeignetste Fahrzeug ist. Parkplätze sind rar und solche für ein so grosses Ungetüm noch viel rarer. Bald schon entschlossen wir uns deshalb, die Idee eines Stadtbesuches aufzugeben und uns in Richtung Süden auf den Weg zu machen. Auf der Autobahn ging Ruth kurz nach hinten und schoss noch eine Aufnahme der Skyline durch das Rückfenster des Campers. Immer noch besser als nichts!

Als nächstes fuhren wir nach Geelong, einer grösseren Stadt etwa 30 km südwestlich von Melbourne. Dort liess sich für unseren Camper problemlos ein Abstellplatz finden und wir konnten das Zentrum vom Meer her zu Fuss erkunden. Die Esplanade, wie in Australien die Stadteile am Meer heissen, ist oft ein Ort für allerlei Vergnügungseinrichtungen: Restaurants, Chilbi und auch Anlegestelle für Ausflugsschiffe.

Ruth wollte unbedingt eine Aufnahme von mir mit einer der am Strand ausgestellten Figuren machen. So musste ich mich wohl oder übel fügen.

Viele Gebäude in Geelong zeugen von Wohlstand. Die Stadt war lange Zeit ein wichtiger Ausfuhrhafen für Wolle in Australien. Das ehemalige Zollgebäude ist heute ein Café und Restaurant.

Rauchen ist auch in Australien sehr schlecht angesehen. Im Umkreis von 10 m um diesen Eingang darf nicht geraucht werden! Offenbar halten aber weder diese Massnahme noch die exorbitanten Zigarettenpreise von etwa CHF 15 für 12 Zigaretten die Süchtigen von ihrem Laster ab.

Ebenfalls an der Esplanade stehen diese stilisierten Haifisch-Flossen. Rund um die Skulpturen fahren Jung und Älter mit Rollerskatern Slalom.

Der ehemalige Verladepier wurde zu einem Parkplatz umfunktioniert und an der Spitze warten einige Restaurants auf ihre Kunden.

Da wir in Australien sind, darf natürlich das tägliche Strandbild nicht fehlen. Die Wolkendecke hielt heute viele Leute vom Baden ab, sogar die Lebensretter machten sich schon recht früh auf den Heimweg.

Mitten auf dem Fussweg zum Strand war eine grosse Ameise - etwa 2 cm lang - mit einem toten Käfer auf dem Weg zu ihrem Bau. Von diesen grossen Viechern möchte ich keine in meinem Bett haben!
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Heute stand Melbourne auf unserem Tagesprogramm. Wegen des aktuellen Tennisturniers war der Besuch allerdings unmöglich, sämtliche Campgrounds waren ausgebucht. Also mussten wir wohl oder übel einen Platz ausserhalb suchen. Vielleicht haben wir morgen mehr Glück, sonst lassen wir die Stadt einfach aus. Bereits bei meinem letzten Besuch musste ich die Stadt auslassen, damals im 2015 war gerade das Autorennen in der Stadt und die ganze Innenstadt war gesperrt. Wieso halten sich die Aussies nicht an Churchills vermeintliche Aussage: "No Sports"? Diese Aussage stammt wohl nicht von Churchill, obwohl sie im deutschen Sprachraum ihm zugeschrieben wird. Trotzdem könnten die Aussies sie beherzigen!

Bevor wir die Insel in Richtung Melbourne verliessen, besuchten wir noch die südwestliche Spitze der Philip-Island. Dort gibt es zur Abwechslung eine schöne Felsenküste. Der stürmische Pazifik- genauer die Bass-Strait zwischen Australien und Tasmanien, trifft hier auf das Land und die Wellen leisten ganze Arbeit an der Küste.

Unser gestriger Ausflug zu den Pinguinen führte uns etwas weiter östlich von hier an einen Strand. Auch hier leben Pinguine, deren Junge in den Nestern die Rückkehr der Elternvögel erwarten, damit sie gefüttert werden.

Auf der Insel leben auch viele Gänse, Cape Barren Goose, die häufig in Paaren gesichtet werden.

An einer Stelle bemerkte Ruth einen im Gras versteckten Schimpansen. Zwei Augen, die plattgedrückte Nase und den Mund oberhalb des Kinns.
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Lakes Entrance, unser gestriger Aufenthaltsort, ist Ausgangspunkt für Touren in die Gipps-Lakes.

In der Bildmitte liegt der Eingang vom offenen Meer in die Seenlandschaft. Die Halbinsel rechts im Bild ist das östliche Ende der 90-Mile-Beach, des längsten Strandes in Australien. Das türkisfarbene Meer unter dem tiefblauen Himmel lässt so richtige Ferien-Gefühle aufkommen.

Der weisse Sand über dem Wasser macht es nur noch besser!

In der kleinen Ortschaft Bairnsdale auf unserem Weg sind in der St. Marys-Church interessante Fresken zu sehen. In der Kirche wurden in den 30-er Jahren des letzten Jhdt. von Francesco Floreani Fresken gemalt, welche heute viele Touristen anziehen. Die Kirche selber ist nichts Besonderes, ein roter Klinker-Bau aus dem Beginn des 20. Jhdt.

Mein besonderes Interesse weckten die Bilder an den Wänden. Eine Szene aus dem Jüngsten Gericht, wo die Guten in den Himmel in der Mitte aufgenommen werden, die Halbbösen nach links ins Fegefeuer müssen und die Ganzbösen sofort in die Hölle gestossen werden. Oben Halleluja den ganzen Tag lang, links im Feuer gefegt werden und rechts dann braten im Feuer. Dann doch lieber Muslim mit 7 Jungfrauen!

Unser Campground lag am Pazifik, am berühmten 90-Mile-Beach, 160 km schönster Sandstrand. Nur leider mit eher kühlem Wasser und dementsprechend wenig Badenden.

Aber für einen ausgiebigen Spaziergang bestens geeignet. Auch ist der Strand behinderten gerecht ausgebaut, jeder Zugang ist Rollstuhl-tauglich. In der Nähe gibt es selbstverständlich ebenfalls immer genügend Behinderten-Parkplätze. Vorbildliches Australien!
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Südöstlich von Melbourne liegt eine Region, Gippsland, welche für ihre Landwirtschaft berühmt ist. Neben selbstverständlich schönsten Stränden gibt es hier alles, was das Herz begehrt.

Die Kühe auf den Weiden liefern einerseits viel Milch, welche zu den üblichen Produkten verarbeitet werden. Joghurs, Käse und Trinkmilch sind nur einige davon. Saftige Steaks sind das andere Produkt, welches die Rinder liefern. Die Herden sind ganz an die Weiden angepasst: Riesige, eingezäunte Flächen mit ebensolchen Herden.

Zuerst dachte ich, ich hätte Afrika noch nicht verlassen. Rund um ein Wasserloch im endlosen Feld versammelten sich viele Schafe, um hier zu trinken. Die Tiere sind hier noch in ihrem dicken Fell, auf anderen Weiden sind sie schon fast nackt. Die Schur wird hier zu Wolle verarbeitet, einige der kleinen Lämmer werden hingegen zu Fleisch im Supermarkt.

Eine grosse Herde auf dem freien Feld am Grasen. Im Hintergrund eine für diese Gegend ebenfalls typische Holzplantage. Diese „Wälder“ werden regelmässig abgeholzt und das geschlagene Holz zu Papier verarbeitet.

Die liebliche Landschaft liegt von diesem Aussichtspunkt wunderbar zwischen dem Betrachter und dem Pazifik. Dazwischen sind noch einige der Gippsland-Lakes.

Dieser Bauer gibt sich nicht mit einheitlich weissen Heuballen zufrieden. Er wählte ein apartes Farbmuster für seine Ernte. Eine willkommene Abwechslung in der Landschaft.

Wir campen heute auf Philip Island, einer Insel etwas süd-östlich von Melbourne. Hier gibt es eine grosse Kolonie von Zwerg-Pinguinen, welche allabendlich nach Sonnenuntergang an Land kommen und dann zu ihren Nestern watscheln, wo die Jungen schon sehnsüchtig auf ihre Mahlzeit warten. Unter anderem an diesem Strand kommen sie an Land.

Der Nationalpark errichtete hier eine Tribüne, von welcher aus die etwa 1’800 Pinguine beobachtet werden können, ohne sie zu stören. Einmal aus dem Wasser, rennen sie über den Strand und müssen dann hier im grünen Gebüsch auf die Böschung steigen. Ihre Nester liegen in sicherer Distanz vom Wasser, was aber den Aufstieg zu ihren Jungen sehr beschwerlich macht.
Fotografieren ist hier nach Sonnenuntergang leider nicht mehr erlaubt, da die ohnehin nutzlosen Blitze die Vögel vom Landgang abhalten würden.
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