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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 3. Etappe: Australia 17 / 18
Besuch bei den Olgas oder neu Kata Tjuta
Der Uluru besteht aus Sandstein, die andere Felsformation im Nationalpark, die Kata Tjuta hingegen ist eine Art Nagelfluh, doch mit viel grösseren Brocken als die typische Nagelfluh aus der Schweiz. Von Yulara aus sind es 45 km auf einer guten Teerstrasse bis zum ersten Haltepunkt, von wo aus ein Weg in die Walpa Gorge geht, eine enge Schlucht zwischen zwei grossen Felsformationen.

Die Gegend um Alice Springs heisst Red Center, hier wird der Name offensichtlich. In den Sand- und Nagelfluh Formationen ist viel Eisen gebunden, welches laufend ausgewaschen wird. Es färbt den Sand anschliessend tiefrot. Die Felsformation wirkt aus der Ferne schon immens, je näher man kommt, desto imposanter wird sie. Der höchste Berg ist 564 m hoch, er erhebt sich aus einer riesigen Ebene, was zu seiner wahrgenommenen Grösse beiträgt.

Ein Beispiel einer Nagelfluh mit grossen Steinen, die grösseren Brocken messen bis zu 30 cm! Der ganze Fels ist vor langer Zeit mal aus der grossen Struktur herausgebrochen und ins Tal gedonnert. Glücklicherweise weit vor unserem Besuch!

In die Walpa-Gorge führt ein Wanderweg, der auf 1.3 km über Stock und Stein hin zu einer Aussichtsterrasse führt. Von dort aus geht der Blick in die richtig enge Schlucht, durch welche ein kleiner Bach fliesst. Das wenige Wasser schafft hier eine kleine Oase, viele Sträucher, aber auch einige Bäume wachsen hier sehr gut. In der Schlucht war es heute weit über 30 Grad heiss, dazu blies ein starker Wind, welcher zusätzlich austrocknete. Ohne genügend Trinkwasser wäre die Wanderung kaum zu machen.

Der Wanderweg ist stellenweise sehr gut ausgebaut, kleine erhöhte Rampen führen über die unwegsamsten Stellen. Trotzdem bleibt noch viel mühsames Terrain zu bewältigen, ich war auf jeden Fall froh, in Ruth einen zuverlässigen Spazierstock zu haben, der mir über die schwierigsten Stellen hinweg half.

An einer anderen Stelle entdeckte ich eine Höhle im Fels, vor der ein kleiner Garten angelegt war. Selbstverständlich war dies eine Sinnestäuschung, es hätte aber sein können.

Eine weitere Stelle, wo zwischen zwei Felstürmen ein kleiner Garten eingeklemmt ist. Hier führt kein Weg hin, lediglich die Kamera kann hinein dringen. Die Felsen selber dürfen nicht bestiegen werden, sie gelten den Aborigines ebenfalls als heilig.

Bei der Rückfahrt ergab sich nochmals ein schöner Anblick der gesamten Felsstrukturen. Die Ansicht ist nicht ganz so weltbekannt wie jene des Uluru, doch mindestens ebenso interessant.

An einer Stelle neben der Strasse waren etwa 30 Kamele am Fressen. Die Kamele wurden ursprünglich von den Afghanen, welche beim Bau der Eisenbahn von Adelaide nach Alice Springs halfen, bei ihrer Abreise frei gelassen. Sie vermehrten sich zügig und sind heute eine grosse Plage in der Wüste der Northern Territories, dem hiesigen Bundesstaat. Für uns Touristen sind sie jedoch eine interessante Abwechslung zur sonst nahezu tierlosen Wüste. Bei den lokalen Behörden und auch Naturschützern sind sie hingegen weniger beliebt. Etwa eine Million wilder Kamele sollen im nördlichen Australien leben und hier die Vegetation massiv schädigen. Ebenso saufen sie die wenigen natürlichen Wasserstellen leer und beeinträchtigen so auch die einheimische Fauna. Es werden deshalb immer wieder ganze Herden aus der Luft mit Helikoptern ausradiert, eine Aktion, die Culling genannt wird.
