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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 3. Etappe: Australia 17 / 18
Versteinerter Wald?
Vor Port Fairy, unserem gestrigen Übernachtungsort, liegt eine kleine Insel im Meer, auf welcher eine grosse Kolonie von etwa 80’000 Shearwater-Vögeln brütet. Heute sahen wir leider keinen einzigen.

Dafür begegnete uns ein seltenes Black Wallaby auf unserer Wanderung rund um die Insel. Mit etwas Geduld meinerseits stellte sich das Tier sogar noch so hin, dass ihm die Sonne von der richtigen Seite auf den Pelz schien.

Zuvorderst auf der Insel steht ein Leuchtturm, einer von zweien, die wir heute sahen. An dieser Küste stehen besonders viele Leuchttürme, da hier im vorletzten Jahrhundert viele Schiffe absoffen.

Die nächste grössere Stadt war Portland, von wo aus viel Wolle, Fleisch und auch lebende Schafe verschifft werden. Ein grosser Wirtschaftsfaktor sind die Waldplantagen im Hinterland, wo Fichten angebaut werden. Diese werden hier am Hafen zu Schnipseln verarbeitet und dann weltweit verschifft. Rohstoff sowohl für Zeitungs- als auch WC-Papier.

Den zweiten Leuchtturm sahen wir bei Cape Nelson, etwas westlich von Portland. Er markiert ein trügerisches Riff vor der Küste und rettete so vermutlich vielen Schiffspassagieren das Leben. Auch er ist heute nicht mehr in Betrieb, in den Lebensquartieren der Leuchtturm-Mannschaft ist heute ein schönes Hotel eingezogen.

Wir fuhren anschliessend weiter zum Cape Bridgewater, zuerst einmal vorbei am lokalen Friedhof. Das Schild am Eingang zum Friedhof spricht für sich: Entry Only. Hier kommt keiner mehr raus.

Einmal mehr ein weisser Sandstrand mit einigen Surfern und Badegästen. Australien scheint wirklich nur eine endlose Kette von weissen Stränden zu sein, einer schöner als der andere.

Ein Ort des Cape Bridgewater heisst Petrified Forrest, versteinerter Wald. Tatsächlich sehen die Strukturen wir versteinerte Baumstämme aus, welche im Laufe der Zeit wieder freigelegt wurden. Allerdings haben diese „Baumstämme“ nichts mit Holz zu tun. Es sind im Gegenteil lediglich Kalkröhren, welche sich auf natürlichem Weg gebildet haben. Dennoch sehen sie Baumstämmen täuschend ähnlich. Und ziehen mit dem falschen Namen Touristen in die Gegend.
