- Details
- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 3. Etappe: Australia 17 / 18
In den Norden hin zur Wärme
Heute früh erreichte das Thermometer in Coober Pedy nur gerade 16°, recht kühl für unsere Entdeckungstour durch die Stadt. Ruth war interessiert an den Opals und wir schauten uns eine Mine an, bevor Ruth einen Stein als verspätetes Geburtstagsgeschenk auswählte.

Von einem Aussichtspunkt aus sieht man über die Stadt, ein Blick, der sich nicht wirklich lohnt. Dafür können auch die dunklen Wolken nichts, welche den Himmel bedeckten. Wie ich gestern schon schreib, liegt an vielen Stellen allerhand Gerümpel herum. So auch hier die Autos in unterschiedlichen Verrottungszuständen.

Coober Pedy ist neben den Opalen auch dafür bekannt, dass viele Einheimische in Höhlenwohnungen leben. Damit entgehen sie einerseits den höllischen Sommertemperaturen mit teilweise über 50°, sowie auch den Temperaturen unter dem Gefrierpunkt im Winter. Der eine Aussichtspunkt befindet sich auf den Dächern der Häuser, deren Kamine von hier aus wie Tonnen aussehen.

Rund um Coober Pedy stehen solche Schilder, welche auf die Gefahren der offengelassenen Opalschächte hinweisen. Also weder Rennen, unaufmerksam sein, noch rückwärts gehen!

Nördlich der Stadt gibt es sehr viele Opalminen, von denen die meisten noch aktiv sind. Teilweise sehr kleine Claims, die 5x5 m messen und von einer Einzelperson bearbeitet werden, dann aber auch grosse Anlagen, welche maschinell ausgebeutet werden.

Die Maulwurfshügel weisen auf eine rege Untertages-Aktivität hin. Die drei Emus hingegen haben mit Opal nichts im Sinn.

In einem Roadhouse liessen wir uns einen Cappuccino zubereiten, damit wir nicht zu Zündhölzern gegen die Müdigkeit greifen mussten. Die Fahrstrecken im Norden sind sehr lang, heute waren es wiederum gute 450 km. Zwischen den einzelnen Stopps gibt es nicht viel zu sehen, ein Unterbruch lohnt sich kaum.

Kurz vor unserem heutigen Etappenort Erldunda überquerten wir die Staatsgrenze von South Australia zu den Northern Territories. In diesem Bundesstaat sind die Distanzen noch imposanter, alleine bis nach Darwin sind es fast 1’800 km. Hier gibt es allerdings viel zu sehen und entsprechend viele Stopps entlang der Strecke.

Erdunda ist ein wichtiges Roadhouse 230 km südlich von Alice Springs. Von hier zweigt die Strasse nach Yulara und dem Ayers Rock ab, welcher etwa 350 km westlich von hier liegt. Wir werden ihn diesmal nicht besuchen, erst vor knapp einem Monat flogen wir von dort Richtung Sydney weg. Viel wird sich in diesem Monat ohnehin nicht geändert haben. Dieser Roadtrain machte ebenfalls einen Boxenstopp in Erldunda, das Zugfahrzeug darf mit den drei Anhängern insgesamt 53.5 m lang sein! Wichtig zu wissen, wenn man ein solches Ungetüm überholen will. Da diese Laster immer mit gut 100 km/h unterwegs sind, braucht es eine entsprechend lange Strecke zum überholen. Die Polizei rät, nur zum Überholen anzusetzen, wenn mindestens ein Kilometer freie Bahn ist. Für mich ist dies fast unmöglich, da ich mit dem Camper nicht mehr als 110 km/h fahren darf und mit diesem kleinen Unterschied der Geschwindigkeiten dauert das Manöver noch viel länger.

Die Ladung des Roadtrains liess mein Herz vor Freude hüpfen: Zusammengepresste Autos, soweit das Auge reicht! Schon lange wünsche ich mir, dass die Autos der ertappten Raser in der Schrottpresse landen und die Sünder zusehen müssen, wie ihr Lieblingsstück zu einem netten Paket wird. Vielleicht sind dies solche Überbleibsel?
Je weiter wir heute in den Norden vorstiessen, desto wärmer wurde es. Noch um 19:00 zeigte das Thermometer 33°, wieder mehr nach unserem Gusto.
Am heutigen 31. Januar 18 war in Australien eine totale Mondfinsternis zu sehen. Der Mond war leider hinter einer dichten Wolkendecke versteckt, so keine Mondfinsternis für uns.
