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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 3. Etappe: Australia 17 / 18
Ballenberg auf Australisch - Warrambool
Die Stadt Warrambool war einst eine bedeutende Walfang-Stadt und ein wichtiger Hafen im Süden Australiens. Nahe des ehemaligen Hafens wurde ein Stadtteil ähnlich der ursprünglichen Anlage wieder aufgebaut, um einen mehr oder weniger authentischen Eindruck der Vergangenheit aufleben zu lassen. Heute galt unser erster Besuch vor der Weiterfahrt in den Südwesten diesem Ballenberg à la Aussie.

Die kleinen Häuslein geben einen Eindruck vom Leben im ausgehenden 19 Jhdt. Schneider, Warenhaus und viele andere Geschäfte säumen die Hauptstrasse.

Ein wichtiger Fixpunkt in der Stadt war die Arztpraxis. Der Praxisinhaber war nicht nur für die Stadtbewohner zuständig, er betreute auch die ankommenden Schiffe und deren kranke Passagiere. Die Praxis scheint gut gelaufen zu sein, die Öffnungszeiten zeugen auf jeden Fall nicht von einem überragenden Arbeitseifer oder Geldnot. Eine Stunde am Morgen, zwei Stunden am Nachmittag und dann noch eine Stunde am Abend und dies auch nicht an allen Tagen.

Die Praxisräume sind aus heutiger Sicht nicht sehr modern, für damalige Verhältnisse aber wohl mehr als genügend. Aber dann doch noch lieber heute krank, die Chancen auf Heilung sind wohl viel besser.

Eine andere wichtige Strasse direkt am Hafen. Hier waren der Schmid, der Segel- und Tauhändler sowie ein Juwelier ansässig. Weiter gab es ein Reisebüro, wo die Schiffspassagen gebucht werden konnten. Die ankommenden und abreisenden Schiffe wurden jeweils auf einer Schiefertafel angekündigt. Mehr als 200 Schiffe haben an der Küste in dieser Gegend im südlichen Australien Schiffbruch erlitten. Die weite und beschwerliche Reise von Europa nach Australien endete hier oft schrecklich und viele Passagiere fanden statt der ersehnten neuen Heimat ein feuchtes Grab.

In der Nähe unseres heutigen Etappenortes Port Fairy brach vor etwa 25’000 Jahren zum letzen Mal ein Vulkan aus, heute liegt dort das Tower Hill Reserve, ein Naturschutzgebiet mit vielen Wanderwegen. Unter anderen Tieren leben dort auch Emus, die australische Variante der Strausse.

Es gelang mir, einen der Vögel zu portraitieren, irgendwie sehen sie hübsch oder zumindest gewitzt aus.

An einigen Stellen liegen die geschichteten Vulkanaschen offen zu Tage. Der Kraterrand liegt etwa 50 m über dem Grund der Caldera.
