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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 3. Etappe: Australia 17 / 18
Nitmiluk oder Katherine Gorge
Heisst Nit-mi-luk in irgend einer Sprache wohl: Nicht mich anschauen? So jedenfalls kam es uns heute vor. Normalerweise finden in der Gorge Bootstouren statt, welche während gut zwei Stunden bis zur vierten Schlucht hinführen. Dort gibt es senkrechte, rote Steilwände zu sehen, wo sich der Fluss ins Plateau hinein gefressen hat.

In der Regenzeit geht die Fahrt aber lediglich bis zur ersten Schlucht, ein kaum lohnenswerter Ausflug. Wenn es dann noch wie heute morgen wie aus Kübeln schüttet, ist die Entscheidung schnell gefasst. Wir liessen den Besuch bleiben und werden sicher einmal in der Trockenzeit zurückkommen. Der Fluss wollte sich von uns nicht ansehen lassen!

Auf dem Weg zur Schiffsanlegestelle fotografierte ich diese wunderbare Blüte. Offenbar gehört die Pflanze zu den Kürbisgewächsen, gab es doch neben den Blüten auch schon grüne Kürbisse. Immer wieder faszinierend, auf was für ausgefallene Ideen die Natur kommt!

Der nächste Stopp waren die Edith Falls, ebenfalls ein Teil des Nitmiluk-Nationalparks. Hier gibt es Wasserfälle, welche schöne Pools füllen, in welchen man sehr gut baden kann. Nur leider nicht dann, wenn vor einem Monat ein Krokodil gesichtet wurde. Rote Schilder warnen sogar vor der Nähe zum Wasser, die Tiere können sehr gefährlich werden. Ich habe mich hier noch gewundert, ob nicht etwas zu viel Aufhebens gemacht werde. Doch dazu später mehr.

Vor zwei Wochen gab es hier längere, ausgiebige Niederschläge, welche den Fluss massiv über seine Ufer steigen liessen. Heute ist davon nicht mehr viel zu sehen, lediglich die Vegetation ist noch stark beeinträchtigt. Bei unserem heutigen Campground war der Pegel des Adelaide-Rivers vor zwei Wochen 7m höher als heute!

Die Edith Falls wirken heute recht zahm. Zwar tost das Wasser über die Felsen, doch allzu beeindruckend sind die Fälle dann doch nicht. Mit viel mehr Wasser wäre ich vermutlich überwältigt.

Bei den Fällen gab es ein kleines Café wo wir uns etwas Kühles genehmigten. Mich faszinieren immer wieder die vielen Schilder mit interessanten Sprüchen. Einige mit mehr, andere mit weniger Witz.



Unterwegs zu unserem Etappenort machten wir noch schnell einige Einkäufe. Mir fiel natürlich sofort dieses Angebot auf. SPAM hat hier offenbar eine etwas andere Bedeutung, als in der Welt des Internet. SPAM steht hier für SPiced hAM, ein in Büchsen verpacktes Fleisch, welches von England hierhin kam.

Nun nochmals zu den Kroks: Bei unserem Campground am Adelaide-River gibt es ein ausgestopftes Krok zu sehen. Jock the Croc, wie das Tier genannt wird, wurde bei einer Bootsanlegestelle gejagt, nachdem es wiederholt Boote angegriffen hatte. 720 kg verteilt auf 5 m Länge sind doch ganz beachtliche Masse!

Auf unserem Campground sah ich heute den ersten Baobab im Norden Australiens. Bisher traf ich diese nur in Western Australia rund um Wynhdam. Diese Adansonia gregorii ist die einzige Art dieser Bäume in Australien, ihre Verwandten leben in Madagaskar und in Afrika.
