- Details
- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 3. Etappe: Australia 17 / 18
Über den Wendekreis des Steinbocks zu des Teufels Chlürli
Etwas ausserhalb von Alice Springs liegen gerade zwei geografisch interessante Punkte am Stuart Highway. Abgesehen davon und den kurz vor dem Ziel liegenden Chlürli sind die 500 km eher ereignislos und führen durch ein ziemlich menschenleeres Gebiet. Ab und zu etwas Gegenverkehr und nur sehr selten Verkehr in derselben Richtung.

Der erste Punkt von Interesse ist zugleich ein Höhepunkt. Zwar nicht ein Höhepunkt der Reise, aber doch der höchste Punkt der Strasse zwischen Adelaide im Süden und Darwin im Norden des Kontinentes. 730 m.ü.M. liegt dieser Punkt.


1’553 km sind es von hier bis nach Adelaide und 1’478 km bis nach Darwin. Ein endloses Band Teer durch viel Wüste, aber auch interessante Landschaften. Für Leute, die nicht gerne länger Auto fahren, ist Australien der absolut falsche Kontinent.

Eine Einrichtung, wie ich sie noch nie sah, befand sich bei diesem Punkt. Es gibt hier keine Mobiltelefon-Verbindung, das Signal aus Alice Springs ist viel zu schwach. Dafür aber gibt es diese einfache Einrichtung, welche zur Verbindung verhelfen soll.

Wenn das Handy auf der roten Stange am richtigen Ort platziert wird, verstärkt der Parabolspiegel das schwache Signal so gut, dass der Empfang möglich wird. Erstaunlich!

Wenige Kilometer nördlich überquerten wir den Wendekreis des Steinbocks und kamen in den Tropen an.

Bei 23° 32’ und 30’’ liegt hier diese für mich wichtige Linie. Innerhalb der beiden Wendekreise ist das Klima meist nach meinem Geschmack!

Gut 100 km vor unserem heutigen Tagesziel liess der Teufel seine Murmeln liegen, als er überstürzt in die Hölle fahren musste. Der Park heisst auf jeden Fall „Devil’s Marbles“. Viele rötlich gefärbte Granitkugeln und -brocken liegen auf einer Ebene verstreut. Die einzelnen Kugeln messen bis zu drei Meter im Durchmesser und wiegen vermutlich einige Tonnen.



Diese Kugel wurde anscheinend mit einem grossen Messer aufgeschnitten, die Schnittfläche ist erstaunlich glatt. Einsickerndes Wasser liess in einem feinen Spalt im Granit einige Mineralien quellen. Die dabei entstehenden Kräfte reichten offenbar aus, den Fels zu spalten!


Einzelne Felskugeln stehen unerklärlicher Weise auf anderen Felsen. Wie die an diesen Stellen ihre Balance halten können!



Kleine Kügelchen liegen hier wie zufällig auf dem grossen Felsbrocken, der selber schön rund erodiert ist.

Zwei fast gleich grosse Kugeln halten ihr Gleichgewicht auf einem grossen Felsen.
Den Tag beschlossen wir in Tennant Creek, wo jetzt um 22 Uhr das Thermometer immer noch 30° zeigt.Wir sind definitiv in den Tropen! Heute wird vor dem Schlafen sicher noch die Klimaanlage zum Einsatz kommen, um den Camper auf eine erträgliche Temperatur zu bringen.
