- Details
- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 3. Etappe: Australia 17 / 18
Litchfield Nationalpark - Termiten und Wasserfälle
100 km südlich von Darwin liegt der Litchfield Nationalpark, der heute auf unserem Programm stand. Termiten und Wasserfälle sind die Leitthemen.

Nach den ergiebigen Regenfällen der letzten Wochen ist der ganze Park grün. Die Gräser leuchten in der Sonne wunderbar hellgrün. Die verstreut darin liegenden Termitenhügel kommen so noch viel besser zur Geltung.

Eine Gruppe von Termiten baut richtige Kathedralen, bis zu 5 m hohe kunstvolle Gebilde, die weit über 50 Jahre alt werden können. So lange braucht es, bis die grossen Strukturen aufgebaut sind.

Noch eindrücklicher sind jedoch die sogenannt Magnetischen Termiten. Diese bauen auf einer überschaubaren Wiese ihre Bauten. Der Untergrund muss einmal im Jahr überflutet werden, dann fühlen sich die kleinen Dinger so richtig wohl in ihrer Haut. Sie leben ausschliesslich in den oberirdischen Bauten, wo sie auch sämtliche ihrer Vorräte anlegen.
Die Bauten sind wie Bretter in der Landschaft, perfekt Nord-Süd ausgerichtet. Unten vielleicht 30 cm dick, sind es oben nur etwa 5 cm. So scheint die Morgen- und Abendsonne auf die flache Seite des Baues, die heisse Mittagssonne findet hingegen kaum eine Fläche, um den Bau aufzuheizen.

Diese Termitenart lebt ausschliesslich hier im Litchfield NP sowie an zwei weiteren Stellen im nördlichen Australien. Irgendwie faszinierend, wie so kleine Tiere solche ausgeklügelten Baupläne und Überlebensstrategien entwickeln können.
Noch viel eindrücklicher wird dies, wenn man sich bewusst wird, dass zwei kleine sogenannte Nymphen - geschlechtsreife Tiere - aus dem Bau ausfliegen, sich irgendwo treffen, paaren und eine neue Kolonie bilden. Von schriftlicher Überlieferung oder einem Lernen von den Eltern kann keine Rede sein. Alles Verhalten, sämtliche Baupläne und Abläufe sind in den Genen der Tiere gespeichert!

In der aktuellen Regenzeit sind die Wasserfälle des Parks eine wichtige Attraktion. Gestern meinte eine Kaffeeverkäuferin wegen des Regens: Wir brauchen den nur schon dazu, dass die Wasserfälle für die Touristen laufen. Offenbar waren die Regenfälle so ausreichend, dass auch über den Florence Waterfall grosse Wassermassen in die Tiefe stürzen.

Ein Wanderweg führt über 113 Stufen zu einem Pool am Fusse des Wasserfalls, in dem sich in der Trockenzeit gut schwimmen lässt. Heute wäre dies nicht angebracht gewesen, die Strömung im Fluss war viel zu stark. Allein der Aufstieg zurück zum Parkplatz war jedoch so schweisstreibend, dass wir ebenso nass waren, wie wenn wir im Fluss gebadet hätten. Die Temperatur lag den ganzen Tag bei über 30° und die Luftfeuchtigkeit war ebenfalls sehr hoch.

Beim Wiederaufstieg bemerkte Ruth ein Wilkin’s Rock Wallaby, ein kleines, scheues Tier. Mit etwas Geduld konnte ich es in seinem Versteck unter einem Felsen fotografieren.

Ebenso eindrücklich wie der Florence Fall ist der Tolmer Fall, wo sich das Wasser in einen grossen Pool stürzt, in welchem in der Trockenzeit ebenfalls gebadet wird. Die Fälle liegen in einer tropischen Vegetation mit viel Grün, Bäumen, Sträuchern und Pandanus-Palmen.

Den Abschluss unseres Parkbesuchs machte der Wangi-Fall, wo sich der Fluss auf zwei Seiten eines grossen Felsen vorbei in die Tiefe wirft. Von hier aus mussten wir auf demselben Weg wieder aus dem Park zurück fahren, da die Strasse zwischen dem letzten Wasserfall und der Hauptstrasse nach Darwin überflutet und damit unpassierbar war.
Als wir im Camper heute das Licht löschten, sahen wir drei kleine leuchtende Punkte an der Decke. Als sich diese noch bewegten, war klar, dass es sich um Glühwürmchen handelte. Eine neue Erfahrung!
