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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 3. Etappe: Australia 17 / 18
Canberra ist auch eine Museumsstadt

Das National Museum of Australia in Canberra ist so etwas wie das Landesmuseum in Zürich. Es zeigt viele Aspekte des Lebens Down Under, von den Aborigines bis hin zu den ersten Europäern, welche das Land besuchten und dann auch noch vieles zu den aktuellen Bewohnern. Das Haus selber ist sehr modern gebaut.

Im Innenhof gibt es grosse Installationen, welche das Leben in Australien veranschaulichen. Ohne längere Führung erschliesst sich die Symbolik allerdings nicht wirklich. Wir hatten aber keine Lust, uns während Stunden herum führen zu lassen, und entdeckten stattdessen andere Teile des Museums auf eigene Faust.

Die Aussies sind begeisterte Camper und dies schon sehr lange. Der rosa Wohnwagen sieht sehr altmodisch aus, er stammt aber erst aus dem Jahr 1956. Wie sehe ich wohl aus, immerhin ist dies auch mein Jahrgang? Das Zugfahrzeug ist ein Holden, eine Automarke, welche in Australien produziert wurde und erst am 20. Oktober 2017 ihre Produktion eingestellt hat. Sie gehörte zum GM-Konzern aus den USA.

Selbstverständlich gehört zum stilgerechten Campen auch ein Picknick-Set mit feinen Porzellan-Tee-Tassen sowie schönen Tellern. Heute sieht man auf den Campground nur mehr selten so kultivierte Leute, vielfach sind heute Familien mit vielen Goofen so unterwegs. Und da bleibt für die Kultur nicht mehr viel übrig.

Dinosaurier gab es auch auf dem australischen Kontinent schon lange bevor der erste Aboriginal vor 60'000 Jahren hier auftauchte. Sie starben vor 65 Millionen Jahren aus. Ein Exemplar dieser Monster flösst hier den Besuchern gebührenden Respekt ein. Ich für mein Teil bin froh, dass diese Biester nicht mehr auf dem Planeten herum marodieren.

Handwerk war ein grosser Teil der Ausstellung. Ein besonderes Handwerk war offenbar die Herstellung von Glasaugen. Eine grosse Wissenschaft war dabei die akkurate Wiedergabe der Augenfarbe des noch guten Auges. Aus der Vielzahl der Muster konnte sicher ein geeignetes Glasstück gefunden werden.

Die fertigen Augen warten auf ihre Besitzer, irgendwie leicht gruselig. Aber sicher immer noch besser, als ein schwarzes Loch anstelle des Auges.

Der Fluss, welcher durch Canberra fliesst, wurde gestaut und bildet nun einen kleinen See mitten in der Stadt. Der Molonglo-River wird hier zum Lake Burley-Griffin, benannt nach dem Entwerfer der Stadt. Ein Springbrunnen lief heute zu Beginn mitten im See, später wurde er abgestellt, da der Wind die Fontäne sehr stark verwehte und den Wanderweg entlang des Sees nahezu unpassierbar machte.

Um das Jahr 1858 wurde Blondell’s Cottage gebaut, es ist das älteste noch stehende Gebäude in der Gegend von Canberra. Das 6-Zimmer Häuschen zeigt die typische Behausung der Arbeiterschaft der damaligen Zeit.

Im Norden der Stadt liegt ein kleiner Hügel, der Mount Ainslie. Vom dortigen Lookout liegt die Stadt wunderbar zu Füssen des Betrachters. Im Vordergund die rote ANZAC-Parade mit dem War Memorial am näheren Ende. Auf der anderen Seite des Sees liegt das Parlamentsgebäude, welches wir gestern besuchten.
