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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 3. Etappe: Australia 17 / 18
Tablelands Highway - 378 km Einsamkeit in einer grossartigen Landschaft

Von Cape Crawford ging es heute den ganzen Tag südwärts. 378 km einsame Strasse, meist einspurig, aber die ganze Strecke geteert. Nach der Ausfahrt von Cape Crawford warnte ein Schild, dass die nächste Tankstelle 375 km entfernt sei. Schon seit meiner ersten Reise mit einem Camper im Outback tanke ich bei jeder Gelegenheit voll. Niemand weiss, ob die nächste Tankstelle noch genügend Diesel haben wird. Und ohne Diesel steckenbleiben ist auch in Australien nicht lustig.

Die ersten 200 km waren wunderschön: Frisches, grünes Gras soweit das Auge reicht. Vom roten Untergrund hebt sich dieser grüne Teppich wunderbar ab. Auch wenn es am frühen Morgen noch bewölkt war, lag die Temperatur schon kurz nach 9 Uhr bei 30°, während des Tages stieg sie dann auf über 40°.

Nach jeder Kuppe zeigte sich eine weitere Ebene mit saftigem Gras. Am liebsten wäre ich eine Kuh gewesen, diese Tiere müssen sich in dieser Landschaft wohl fühlen!

Die beiden Bullen waren gerade am Kräftemessen, als wir anhielten, hielten sie kurz inne und widmeten ihre Aufmerksamkeit ganz den Besuchern. Allerdings nicht für lange.

Die Kühe und Kälber standen auf der anderen Seite der Strasse, sie waren nicht minder neugierig. So viel Verkehr herrscht offenbar auf dieser Strasse nicht. Für uns dauerte es heute gute 120 km, bis uns der erste Road-Train begegnete, bis zum Ziel waren es noch insgesamt drei weitere Fahrzeuge. Nicht wirklich ein grosser Stossverkehr!

Bald verschwanden die Wälder und eine riesige Fläche tat sich auf: Gut 20 km führte die Strasse über diese Ebene. Links und rechts der Strasse nur schönstes, grünes Gras. Darüber ein grosser australischer Himmel, die Sonne heizte die ganze Gegend auf über 40°.
Immer wieder stellte ich mir vor, wie eine solche Landschaft in Afrika aussieht: Hunderttausend Gnus, tausende Zebras, Giraffen und Elefanten, dazu allerhand Katzen und viele Vögel. Hier gäbe es viel Platz für diese Fauna.

Etwa 100 km vor dem heutigen Tagesziel, einem Roadhouse mit dem Namen Barkly Homestead, änderte sich das Bild schlagartig. Von der tropischen Regenzone kamen wir in die Savannenlandschaft. Hier gab es grosse Viehherden, aber fast kein Gras mehr. Das Wasser musste in grossen Brunnen mit Windrädern aus der Tiefe geholt werden.

Wie in der afrikanischen Savanne suchten die Kühe unter den wenigen Büschen und Baumskeletten Schutz vor der sengenden Sonne. 100 km nördlich der Überfluss und hier nur trockenes Gras und erst noch viel zu wenig. Hier macht das Kuhleben sicher weniger Spass und feiss wird die Kuhe hier nicht.

So fotogen eine solche Landschaft auch sein mag, für die Tiere ist sie weniger ideal.
