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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Sechste Etappe - Mexico
Symphonie in Rosa
Celestun liegt etwa 80 km westlich von Merida am Golf von Mexico. 90 Minuten Fahrt brachten uns heute in die Reserva de la Biosphera Ria Celestun, einem kleinen Naturschutzgebiet bei der Ortschaft gleichen Namens. Dieses Gebiet ist bekannt für seinen Vogelreichtum, insbesondere deren rosa Vertreter.
Kaum waren wir mit unserem Boot unterwegs, sah ich den ersten Green Heron in einem Gebüsch. Er war sehr schläfrig, unsere Nähe vermochte ihn nicht aufzuwecken. Er ist zwar nicht rosa, doch gefällt mir dieser Vogel immer wieder.
Auf einem abgestellten Fischerboot ruhten sich einige Kormorane aus, bevor sie zu ihrem nächsten Fischzug aufbrachen. Kormorane sind überall am Meer und auch beim Süsswasser häufig anzutreffen. Mit ihrem schwarzen Federkleid sind sie nicht sehr fotogen.
Die Hauptattraktion der Gegend sind die Flamingos, von denen zur Zeit etwa 200 Stück anwesend waren. Ihre extreme Farbe stammt von den kleinen Krebsen und anderem Getier, welche sie in der Lagune fressen. Die rosa Vögel bilden einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für das Dorf. Vom Besucherzentrum aus fahren in der Hochsaison etwa 20 Boote in die Lagune hinaus. Jede Fahrt kostet knapp 80 CHF, was für Mexiko ein recht hoher Betrag ist. Im Dorf selber leben auch einige Restaurants vom Tourismus.
Einige flogen auf, als wir uns näherten. Ihre schwarzen Flügelränder sieht man nur, wenn sie fliegen. Im Flug strecken die Flamingos sowohl den Hals als auch die Beine ganz gerade aus.
Die meisten Vögel waren am Fressen, ihre Köpfe tief im Wasser. Andere stritten sich und ihre langen Hälse bildeten die wildesten Knäuel. An vielen Stellen ist die Lagune nicht sehr tief, so dass die Flamingos gut am Boden stehen und mit ihren langen Hälsen am Boden ihre Nahrung suchen können. Mit ihren sogenannten Seihschnäbeln filtern sie allerhand Sachen aus dem Wasser: Plankton, kleine Krebse, Larven von Mücken und anderen Insekten. Bis zu 250 Gramm Nahrung nimmt jeder Vogel im Laufe eines Tages zu sich. Da gehen einige Tausend Mückenlarven durch die langen Hälse!
Mit etwas Glück gelingt es manchmal einige Flamingos aufs Bild zu bannen, welche nicht gerade am Fressen sind. Sobald sie ihre Köpfe nicht unter Wasser haben, veranstalten sie ein grosses Geschnatter, welches ich leider nicht fotografieren kann.
Die Körper der Flamingos sind rosafarben, bei den White Ibis sind lediglich die Schnäbel und Beine rötlich. Das Gefieder der ausgewachsenen Vögel ist bei dieser Art blütenweiss, die Jungen sind an ihrer bräunlichen Farbe zu erkennen. Sie stacken in den Red Mangrove umher und suchen mit ihren langen Schnäbeln im Schlick nach fressbarem Getier.
Dieser Pelikan suchte seinen Ruheplatz im Geäst der Mangrove. Die braunen Pelikane sind hier heimisch, wir sahen heute auch zwei weisse Pelikane, welche hier lediglich Wintergäste aus dem Norden sind.
Im Dorfzentrum von Celestun wartete dieses Taxi auf Kundschaft. Wir waren alle froh, dass unser Chauffeur über ein bequemeres Fahrzeug verfügte und wir damit zurück nach Merida brausen konnten.
Für unser Nachtessen wählten wir ein Restaurant, welches Otto und ich schon 2009 entdeckten, das aber in den vergangenen Jahren geschlossen war. Wir wurden nicht enttäuscht (Klick mich!) !
