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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Sechste Etappe - Mexico
Unterwegs nach Valladolid

Unsere nächste Station hiess heute Valladolid, doch auf dem Weg dorthin besuchten wir noch eine Sisal-Produktion. Die Gegend zwischen Merida und Valladolid war früher übersät mit Sisal. Solche Plantagen bedeckten weite Gebiete rund um Merida. Heute werden nur noch wenige Agaven angebaut und dementsprechend gibt es nur mehr wenige der Haziendas, welche diese anschliessend verarbeiten. Die Nachfrage nach den Produkten ist eingebrochen: Schiffstaue waren das wichtigste Produkt, diese werden heute aus Kunstfasern hergestellt. Ein Projekt mit einer Teppichfabrik wurde nicht realisiert.
Ich besucht und dokumentierte die Herstellung der Faser schon 2011. Der entsprechende Bericht findet sich hier (Klick mich!). Diese Fabrik ist seit 4 Jahren nicht mehr in Betrieb, die Anlage verrostet langsam. Und die Arbeitsplätze sind weg.
Die Weiterverarbeitung zu Schnüren sah ich in Aké 2014 zusammen mit Otto. Diese Bilder gibt es hier (Klick mich!).
In einer kleinen Ortschaft sah ich diesen Laden, welcher in einem schön renovierten, alten Gebäude untergebracht war. Dort wurden Früchte und Gemüse verkauft. Der Himmel mit den Schäfchenwolken rief förmlich nach einem Foto. Es scheint, als ob die Frente fria, die Kaltfront nun vorbei ist und das schöne Wetter zurückkommt.
Im selben Dorf stand diese grosse Kirche. Ein Kaff mit wenigen Einwohnern baut sich einen so grossen Tempel. Interessant. Zur Zeit des Sisal-Booms war dies finanziell wohl noch möglich, damals ging es Yucatan sehr gut. Diese Zeiten sind leider vorbei, heute ist der Tourismus das Gold Yucatans. Doch Touristen verirren sich kaum je hierhin.
Bei der Sisal-Anlage in Aké gibt es eine Maya-Ruine gleichen Namens, welche ich noch nie sah. Die Hauptstruktur nennt sich Akropolis. Dies wohl wegen der Säulen zuoberst auf der Plattform.
Den letzten Zwischenstopp machten wir in Izamal, auch „La Ciudad amarilla“ genannt. Die meisten Gebäude der Stadt sind in derselben Farbe bemalt. Die grosse Kirche macht davon keine Ausnahme.
Otto und Bruno, meine beiden Reisegefährten im Rundgang um den grossen Hof vor der Kirche. Bruno schon in seinem neuen Outfit, welchen er sich in Merida beschaffte. Sein Koffer wurde in der Zwischenzeit mal in Miami gesichtet, nun soll er zurück nach Zürich gesandt werden, da wir unsere genaue Route noch nicht kennen.
Für die letzten 100 km von Izamal nach Valladolid entschieden wir uns für die Autobahn, da wir sonst erst weit nach dem Eindunkeln in Valladolid angekommen wären. In der Nacht durch die Dörfer zu fahren ist sehr mühsam und gefährlich. Nun sind wir in Valladolid von wo aus wir morgen einen Ausflug an den Golf von Mexico machen wollen. Dort, in Ría Lagartos, ist wieder mal Bird-Watching angesagt. Ría ist der spanische Ausdruck für die Art der Flussmündung und nicht ein Tippfehler.
