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- Kategorie: Cruise Barcelona - Buenos Aires 24
Abschluss der Cruise und noch zwei Tage Buenos Aires
Kurz nach 9 Uhr konnten wir die Costa Favolosa verlassen und mit einem UBER zu unserem Hotel fahren, wo wir unser Gepäck deponieren wollten. Zu UBER in Buenos Aires: Schon bei meinem letzten Besuch in der Stadt fiel mir auf, dass ich ausserhalb des Hafen-Terminals keinen UBER buchen konnte, in der App wurden lediglich Taxis angeboten. Sobald wir aber etwa 200 m vom Eingang entfernt waren, gab es UBER zu etwa 1/3 des Preises. Unser Hotel liegt in der Nähe des Flughafens, gute 30 km vom Stadtzentrum entfernt. Unser Flug am Sonntag-morgen ist für 07:00 geplant und wir wollten nicht vorher noch von der Innenstadt zum Flughafen fahren müssen.

Als wir vom Hotel wieder zurück in der Stadt waren, lag der neuere Stadtteil Puerto Madero mit der Ponte de la Mujer gerade am Weg. Der Puerto Madero sind die alten Hafenanlagen der Stadt, die heute eine Ausgeh-Meile sind. Sowohl die ehemaligen Lagerhäuser als auch einige der Hafenkräne blieben stehen. Ein altes Segelschiff liegt hier ebenfalls vor Anker und kann besichtigt werden. Wir hatten vorerst mal genug von Schiffen.

Die moderne Struktur der Ponte de la Mujer ist eine futuristisch anmutende Drehbrücke, die 1998 nach Plänen von Santiago Calatrava erbaut wurde. Wenn noch Schiffe ein- oder ausfahren müssen, kann die elegante Brücke gedrecht werden.

Wie jede grössere Stadt in einem katholischen Land braucht auch Buenos Aires eine Kathedrale: Diese ist eigentlich nichts Spezielles, von aussen sieht sie eher etwas gewöhnlich aus. Die Säulen wirken in einem südamerikanischen Land irgendwie deplatziert. Die Kathedrale verdankt ihre Berühmtheit einerseits einem Freiheitshelden in Südamerika, dem General José de San Martín.

Sein Mausoleum wird 7/24 von zwei Soldaten bewacht, wohl damit der General nicht mehr aktiv werden kann? Mehr zur interessanten Person und deren Bedeutung in Südamerika weiss Wikipedia.

Der Innenraum bietet Platz für viele Personen, ausser dem Altarraum ist sie aber nicht gross ausgeschmückt. Die andere Person, derentwegen die Kathedrale eine gewisse Berühmtheit erlangte, ist der aktuelle Papst, der vorher hier als Kardinal amtete.

Die Strassen in der Innenstadt von Buenos Aires sind häufig eng und für Autos nur in einer Richtung befahrbar. Fahrradwege gibt es aber sehr häufig und Fahrräder dürfen in beiden Richtungen verkehren. Viele der Städte der Schweiz könnten sich hier ein Vorbild nehmen!

Ebenfalls im Zentrum der Stadt steht die berühmte Casa Rosada, der Präsidentenpalast Argentiniens. Auf dem Platz sind häufig grosse Aufmärsche und Demonstrationen, heute war vergleichsweise wenig los. Über dem Palast ziehen sich die Wolken zusammen, es gibt in der ganzen Stadt immer wieder Proteste gegen den aktuellen Präsidenten Millei, der sich vorerst aber noch im Amt behaupten kann.

Nach dem ersten Tag bestellten wir uns einen UBER, der uns zum Hotel zurückbringen sollte. Lustig fand ich das Symbol des Autos in der App: Ein Rennwägelchen! Unser Fahrer war dann aber sehr angenehm, er hielt sich mehr oder weniger an die Verkehrsregeln.

Als wir kurz vor Sonnenuntergang in die Nähe unseres Hotels kamen, überholten wir einen Lastwagen, der einen Uralt-Peugeot 540 geladen hatte. In derselben Farbe, wie dasjenige meines Vaters vor vielen Jahren.

Der zweite Tag begann mit einem Besuch auf dem Friedhof La Recoleta, einer interessanten Anlage. Dies aus unterschiedlichen Gründen: Einerseits gibt es hier auf den Erinnerungstafeln offenbar keine Geburts-, sondern lediglich Sterbedaten. Andererseits sind hier auch viele wichtige und bekannte argentinische Persönlichkeiten begraben.

Der ganze Friedhof besteht aus Mausoleen, einige eher einfach, andere wiederum so richtig grosskotzig. Tot sind die Bewohner aber alle, ob im einfachen Gemäuer oder im Palast aus schwarzem Marmor.

Eine typische Ansicht einer Seitengasse mit vielen Grabmalen, welche meist ganzen Familien als letzte Ruhestätten dienen. In einigen davon sind einfach mehrere Särge übereinander gestapelt. Das habe ich nicht fotografiert. In anderen Grabmalen sind die Särge in einem Untergeschoss des Grabmales untergebracht. Die unteren Grabräume sind dann über Treppen erreichbar und oben mit einem Gitter abgedeckt. Irgendwie grauslich.

Hier liegt eine der international wohl bekannteste Person: Maria Eva Duarte de Péron, die zweite Ehefrau des Präsidenten Juan Peron, sie wurde Evita genannt und verstarb 1952 im Alter von nur 33 Jahren.

Dieser starke Mann muss eine schwere Last tragen: Der grosse Ast dieses Gummibaums drohte abzubrechen. Ein Künstler kreierte diese Figur, die ihn stützt.

Palermo ist eines der angesagten Stadtviertel, etwas das wir uns nicht entgehen lassen wollten. Am heutigen Samstag-Nachmittag war noch nicht sehr viel los, wir konnten noch ohne grossen Menschenansammlungen spazieren und fotografieren.

In einigen der kleinen Strassen sind viele Häuser schreiend farbig bemalt. An meinem Haus möchte ich das nicht, auch wenn es für die Touristen interessant aussieht.

Ein einfaches Hostel versucht mit dieser mutigen Farbgebung Gäste anzuziehen.

Wieder zurück im Zentrum umrundeten wir noch das Teatro Colon, das städtische Opernhaus. Wir begnügten uns mit der Aussenansicht, das Innere wäre lediglich mit einer Führung zugänglich und dazu fehlten uns sowohl Zeit als auch Lust.

Inmitten einer der Hauptverkhers-Achsen der Stadt steht dieser Obelisk. Dessen Sinn erschliesst sich mir nicht wirklich, ein ägyptisches Symbol in Südamerika?

Ein anderes Symbol ist ebenfalls häufig anzutreffen: Diego Maradona ist hier immer noch präsent und er wird auch viele Jahre nach seinem Tod immer noch verehrt. Die "Mano de Dios" ist immer noch bekannt.

Den Abschluss der Stadtwanderung machte schliesslich der San Telmo Markt. Auch er eine Institution in Buenos Aires.

Neben viel farbigen Früchten und Gemüse gibt es auch einen ganzen Teil mit Antiquitäten und Touristen-Müll. Letzteren liessen wir heute liegen.

Auch Parrillas gibt es im Markt. An vielen Tischen kann man nach Belieben grilliertes Fleisch und Würste geniessen.

Nach der gestrigen Eskapade in der Parrilla La Estancia verspürten weder Paul noch ich heute Lust auf viel Fleisch. Je zwei Empanadas waren ausreichend.
Morgen fliegen wir via Sao Paulo nach Iguazu, um noch die riesigen Wasserfälle zu besuchen. Es heisst dann früh aufstehen, schon um 04:40 wartet unser Shuttle auf den Transport zum Flughafen.