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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 6. Etappe Fiji
Ein grosser Spinner frisst mindestens 872 seiner Feinde

Ein lokaler Stammeshäuptling in der ersten Hälfte der 18. Jhdt. war hier im Norden von Viti Levu anscheinend bekannt für seinen Appetit. Als er 1847 in diesem unscheinbaren Grab beerdigt wurde, wurden 872 Steine rund um das Grab abgelegt. Jeder Stein symbolisiert eines seiner Opfer, welche er gemäss seinem Sohn jeweils mit Haut und Haaren auffrass. Der Sohn meinte, sein Vater hätte einen grossen Appetit gehabt. Das Grabmal ist sehr schlecht zu finden, ich musste mehrfach fragen, bis mir jemand den richtigen Tipp geben konnte. Für Interessierte, hier die GPS-Koordinaten (S 17º 22.4459’, E 178º 8.4906).

Ich entschloss mich heute, noch einen weiteren Tag in dieser schönen Anlage zu bleiben und verlängerte meinen Aufenthalt, was problemlos möglich war. Die Hotels auf Fiji sind zur Zeit nicht sehr gut gebucht, was dem Einzelreisenden entgegenkommt. Ein kurzer Besuch in der nahen Stadt Rakiraki gehörte zu meinen Zielen. Bargeld und Wasser standen auf meiner Einkaufsliste. Das Voli Voli Beach Resort liegt auf einer Halbinsel, rund um welche ein ungeteerter Rundweg führt. Dieser ist aber selbst für normale Autos problemlos befahrbar. Immer wieder zeigt sich die Insel mit dem Meer.

Von etwas weiter weg zeigt sich die Halbinsel mit der Hotelanlage, welche in der dichten Vegetation kaum zu sehen ist. Das Hotel verfügt nicht über viele Zimmer, aber einen grossen Pool, welchen ich am späteren Nachmittag sehr genoss.

Wie ich gestern schon bemerkte, wird in dieser Gegend viel Zuckerrohr angebaut und wo Zuckerrohr wächst, braucht es auch eine Raffinerie. Diese hier ist eine von 4 aktiven Raffinerien auf der Insel, sie produziert praktisch ausschliesslich für den inländischen Markt. Die anderen verkaufen ihre Produkte auf dem Weltmarkt. Zur Zeit ist sie nicht in Betrieb, es ist gerade nicht Erntesaison.

Neben dem Spinner fielen mir heute noch weitere interessante Dinge auf. Es begann mit dieser Installation: Der Teil eines Fasses mit der Bezeichnung Supreme Fuel hängt an einem Baum und Brennholz liegt darunter. Absicht oder Zufall?
Im Zentrum von Rakiraki warb dieses Schild für Särge. Deos Furniture? Deo heisst in Englisch zwar nicht Gott, in anderen Sprachen jedoch sehr wohl. Also Gottes Mobiliar? Und dann noch die billigsten in der Stadt, wie wenn dies zu jenem Zeitpunkt noch etwas zählen würde. In Sanskrit, einer indischen Sprache ist Deo ein gebräuchlicher Vorname, welcher auf Gott Bezug nimmt. Hier ist wohl der Vorname gemeint und damit auch das Möbelgeschäft dessen Trägers.
Ein amtlich verordneter Widerspruch: Gemäss dem linken Schild sind hier nur Taxis erlaubt, auf dem rechten Schild schreibt die Polizei jedoch vor, dass nur Busse abgestellt werden dürfen. Erhalten nun alle einen Strafzettel, oder geht das neuere Schild vor? Soll hier noch einer schlau werden, ich stellte mein Auto auf jeden Fall nicht hier ab, da es mit Sicherheit weder als Taxi noch als Bus gilt.
Beim Busbahnhof hat eine findige Firma, die Rai Associates, eine kleine Kaffeebar eingerichtet. Neben Kaffee werden allerhand Süssigkeiten angeboten. Im kleinen Häuschen daneben kann man sein Smartphone-Guthaben aufladen. Viele Einheimische tragen wie bei uns Mobiltelefone mit sich, mit welchen sie ständig am quatschen sind.
Mein Hotel verfügt über ein Restaurant, welches neben dem üblichen Touristenfutter wie Sandwiches, Burgers und Steaks auch einiges an lokaler Küche anbietet. Eine lokale Spezialität, welche Kokoda genannt wird, hat es mir besonders angetan. Dieses Gericht besteht aus rohem, in Zitrone mariniertem Fisch, welcher mit verschiedenen Gewürzen in Kokosmilch serviert wird. Absolut köstlich! Meine Erfahrung dazu gibt es hier, ein Rezept hier. Der verwendete Fisch kann sicher durch einen anderen ersetzt werden.
