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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 7. Etappe Australien
Wildes Meer und drei Aussie-Ikonen
Mein gestriger Campground lag in Queenscliff, einer kleinen Ortschaft auf einer Landzuge, nicht weit von Geelong entfernt. Der Zugang zur Port Philip Bay, an welcher Melbourne liegt, wird von zwei Landzungen vom offenen Meer eingegrenzt. Ich war auf der nördlichen der beiden Zungen.

Dort steht der Point Lonsdale Leuchtturm, welcher die Einfahrt markiert. Dies ist einer der wenigen Leuchttürme Australiens, welche noch rund um die Uhr in Betrieb sind. Die Einfahrt in die Port Philip Bay gilt als eine der gefährlichsten Schiffspassagen weltweit. Beim Gezeitenwechsel ist die Strömung hier jeweils sehr stark, zudem läuft neben viel Frachtverkehr auch der ganze Fährverkehr mit Tasmanien durch. Zusätzlich zum Leuchtturm gibt es hier auch ein Nebelhorn, welches bis weit aufs Meer hinaus zu hören ist.

Von der Basis des Leuchtturmes aus ist die Meerenge gut zu überblicken. Die Landmasse auf der rechten Bildseite ist die südliche Landzunge, dort liegt das australische Sorento. Der Pier, welcher ins Meer hinausgeht, dient lediglich den Fischern für ihren Sport. Für Fotografen gibt er hingegen ein schönes Bild des Leuchtturmes.

In der Nähe des Leuchtturmes steht diese unscheinbare Gedenksäule. Sie erinnert daran, dass hier am 12. Juli 1906 die erste drahtlose Übermittlung eines Funkspruches von Australien stattfand. Die Firma von Giuseppe Marconi stellte damals die Geräte zur Verfügung und bediente sie auch. Die Namen aller Notabeln, welche an diesem denkwürdigen Ereignis teilnahmen, sind auf der Stele aufgelistet, die meisten der Herren sind mittlerweile jedoch längst vergessen. Der Name Marconi lebt hingegen in der Erinnerung vieler Technikbegeisterter noch weiter.
Ich machte mich nach der Besichtigung der Gegend rund um Queenscliff auf den Weg in Richtung Mount Gambier, wo ich am Mittwoch eine Freundin, Cheryl, treffe. Auch sie eine Bekanntschaft aus dem MS-Forum, sie habe ich schon öfter getroffen und freue mich, sie und ihrem Ehemann zu treffen. David wurde vor kurzem pensioniert und nun sind sie auf dem Sprung auf eine längere Reise. Umso mehr freue ich mich, die beiden noch treffen zu können.

Dieser Küstenabschnitt wird von einer der weltweit schönsten Strassen erschlossen, der Great Ocean Road. Heute legte ich den ersten Teil zurück und bin nun am südlichsten Punkt meiner Australienreise. Von hier aus geht es wieder in den Norden. Das Kapp wird von einem Leuchtturm markiert. Das 1848 errichtete Cape Otway Lighthouse ist nicht mehr in Betrieb, ein kleiner, moderner Leuchtturm gerade davor hat seine Dienste übernommen. Der alte Leuchtturm ist es ein Denkmal, welches besucht werden kann. Mein heutiger Campground liegt nahe beim Leuchtturm, etwas von der Küste zurückversetzt im Landesinnern.

Auf der Rückfahrt vom Leuchtturm zum Campground traf ich mein erstes Känguru, diesmal sogar ein lebendiges! Ich hielt an, stieg aus und machte schnell einige Aufnahmen, bevor es sich unter dem Stacheldraht hindurch zwängte und verschwand.

Im Februar 2010 war ich zum letzten Mal hier und erinnerte mich noch gut an die vielen Koalas, welche ich damals hier fotografieren konnte. Die ganzen Bäume waren voll dieser lustigen Gesellen. Angesichts der kahlen Bäume dachte ich, ein Brand hätte die Eukalyptus zerstört und fragte einen Ranger, wann das Feuer gewütet habe. Er meinte, das wäre kein Feuer, die Koalas hätten schlicht und einfach die Bäume so stark abgefressen, dass diese abgestorben seien. In der Zwischenzeit hätten die Ranger einen Teil der Koalas getötet, in der Hoffnung, dass wieder neue Bäume nachwüchsen. Die Koalas sind wirklich nicht die schlausten Viecher, dass sie aber ihre Nahrungsgrundlage buchstäblich zu Tode fressen, ist doch eher speziell. Könnten ja beinahe Menschen sein …

Im Campground werden die Eukalypten mit Blechen ausgerüstet, so dass die Koalas nicht hinaufsteigen können. Touristen schätzen schattengebende Bäume und ohne diese müsste dieser Campground wohl sofort schliessen.

Vor dem Nachtessen war ich noch auf dem Campground mit der Kamera unterwegs und erschrak, als ein Kookaburra vor mir aufflog und auf einem Ast Platz nahm. Dieser Vertreter der Eisvogel-Familie hatte gerade eine kleine Maus gefangen und verzehrte diese auf dem Ast. Morgen früh werde ich vermutlich von diesen Vögeln geweckt. Wenn sie in Gruppen vorkommen, tönt ihr Gesang wie ein Lachen, die Australier nennen sie denn auch Laughing Jackass. Mir gefallen diese witzigen Gesellen.

Mein Rundgang ausserhalb des Campingplatzes war doch noch erfolgreich: Ein erster Koala in einer Astgabel! Ich hoffe, dass ich morgen früh noch einige weitere antreffe. Westlich von hier gibt es kaum mehr frei lebende Exemplare und im Zoo mag ich nicht fotografieren.
Mit Koala, Känguru und Kookaburra sah ich heute schon drei Ikonen der australischen Tierwelt. Und noch ist meine Reise nicht zu Ende! Die Maus zähle ich nicht zu den australischen Ikonen, diese gibt es wohl auf der ganzen Welt.

Dort steht der Point Lonsdale Leuchtturm, welcher die Einfahrt markiert. Dies ist einer der wenigen Leuchttürme Australiens, welche noch rund um die Uhr in Betrieb sind. Die Einfahrt in die Port Philip Bay gilt als eine der gefährlichsten Schiffspassagen weltweit. Beim Gezeitenwechsel ist die Strömung hier jeweils sehr stark, zudem läuft neben viel Frachtverkehr auch der ganze Fährverkehr mit Tasmanien durch. Zusätzlich zum Leuchtturm gibt es hier auch ein Nebelhorn, welches bis weit aufs Meer hinaus zu hören ist.

Von der Basis des Leuchtturmes aus ist die Meerenge gut zu überblicken. Die Landmasse auf der rechten Bildseite ist die südliche Landzunge, dort liegt das australische Sorento. Der Pier, welcher ins Meer hinausgeht, dient lediglich den Fischern für ihren Sport. Für Fotografen gibt er hingegen ein schönes Bild des Leuchtturmes.

In der Nähe des Leuchtturmes steht diese unscheinbare Gedenksäule. Sie erinnert daran, dass hier am 12. Juli 1906 die erste drahtlose Übermittlung eines Funkspruches von Australien stattfand. Die Firma von Giuseppe Marconi stellte damals die Geräte zur Verfügung und bediente sie auch. Die Namen aller Notabeln, welche an diesem denkwürdigen Ereignis teilnahmen, sind auf der Stele aufgelistet, die meisten der Herren sind mittlerweile jedoch längst vergessen. Der Name Marconi lebt hingegen in der Erinnerung vieler Technikbegeisterter noch weiter.
Ich machte mich nach der Besichtigung der Gegend rund um Queenscliff auf den Weg in Richtung Mount Gambier, wo ich am Mittwoch eine Freundin, Cheryl, treffe. Auch sie eine Bekanntschaft aus dem MS-Forum, sie habe ich schon öfter getroffen und freue mich, sie und ihrem Ehemann zu treffen. David wurde vor kurzem pensioniert und nun sind sie auf dem Sprung auf eine längere Reise. Umso mehr freue ich mich, die beiden noch treffen zu können.

Dieser Küstenabschnitt wird von einer der weltweit schönsten Strassen erschlossen, der Great Ocean Road. Heute legte ich den ersten Teil zurück und bin nun am südlichsten Punkt meiner Australienreise. Von hier aus geht es wieder in den Norden. Das Kapp wird von einem Leuchtturm markiert. Das 1848 errichtete Cape Otway Lighthouse ist nicht mehr in Betrieb, ein kleiner, moderner Leuchtturm gerade davor hat seine Dienste übernommen. Der alte Leuchtturm ist es ein Denkmal, welches besucht werden kann. Mein heutiger Campground liegt nahe beim Leuchtturm, etwas von der Küste zurückversetzt im Landesinnern.

Auf der Rückfahrt vom Leuchtturm zum Campground traf ich mein erstes Känguru, diesmal sogar ein lebendiges! Ich hielt an, stieg aus und machte schnell einige Aufnahmen, bevor es sich unter dem Stacheldraht hindurch zwängte und verschwand.

Im Februar 2010 war ich zum letzten Mal hier und erinnerte mich noch gut an die vielen Koalas, welche ich damals hier fotografieren konnte. Die ganzen Bäume waren voll dieser lustigen Gesellen. Angesichts der kahlen Bäume dachte ich, ein Brand hätte die Eukalyptus zerstört und fragte einen Ranger, wann das Feuer gewütet habe. Er meinte, das wäre kein Feuer, die Koalas hätten schlicht und einfach die Bäume so stark abgefressen, dass diese abgestorben seien. In der Zwischenzeit hätten die Ranger einen Teil der Koalas getötet, in der Hoffnung, dass wieder neue Bäume nachwüchsen. Die Koalas sind wirklich nicht die schlausten Viecher, dass sie aber ihre Nahrungsgrundlage buchstäblich zu Tode fressen, ist doch eher speziell. Könnten ja beinahe Menschen sein …

Im Campground werden die Eukalypten mit Blechen ausgerüstet, so dass die Koalas nicht hinaufsteigen können. Touristen schätzen schattengebende Bäume und ohne diese müsste dieser Campground wohl sofort schliessen.

Vor dem Nachtessen war ich noch auf dem Campground mit der Kamera unterwegs und erschrak, als ein Kookaburra vor mir aufflog und auf einem Ast Platz nahm. Dieser Vertreter der Eisvogel-Familie hatte gerade eine kleine Maus gefangen und verzehrte diese auf dem Ast. Morgen früh werde ich vermutlich von diesen Vögeln geweckt. Wenn sie in Gruppen vorkommen, tönt ihr Gesang wie ein Lachen, die Australier nennen sie denn auch Laughing Jackass. Mir gefallen diese witzigen Gesellen.

Mein Rundgang ausserhalb des Campingplatzes war doch noch erfolgreich: Ein erster Koala in einer Astgabel! Ich hoffe, dass ich morgen früh noch einige weitere antreffe. Westlich von hier gibt es kaum mehr frei lebende Exemplare und im Zoo mag ich nicht fotografieren.
Mit Koala, Känguru und Kookaburra sah ich heute schon drei Ikonen der australischen Tierwelt. Und noch ist meine Reise nicht zu Ende! Die Maus zähle ich nicht zu den australischen Ikonen, diese gibt es wohl auf der ganzen Welt.
