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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 7. Etappe Australien
Besuch bei den Zwölf Ferkeln

Gestern wünschte ich mir, heute früh noch den einen oder anderen Koala zu sehen. In der Nähe des Campgroundes traf ich einen dieser Gesellen in einem Baum, nicht allzu hoch. Das Licht war heute morgen perfekt, kein direktes Sonnenlicht, welches starke Schatten wirft. Der leicht bedeckte Himmel war ausgezeichnet und sorgte für ein wunderbar weiches Licht. Da keine anderen Personen zugegen waren, konnte ich mir Zeit lassen und so lange wie ich wollte fotografieren.

Als ich zur Hauptstrasse zurück fuhr - insgesamt etwa 12 km - blockierte ein weiterer Koala die Strasse. Er wartete auf dem Mittelstreifen, dass ich ausstieg und auch ihn noch aufs Bild bannte.

Mit Ausnahme eines Spinners mit einem getunten BMW hielten alle Fahrer an und warteten, bis der Koala sich ins Gebüsch verzog. Der Spinner hätte das putzige Tierchen beinahe umgefahren. Alle Umstehenden schüttelten nur die Köpfe. Einige Aussies fotografierten das Auto und werden den Typen wohl anzeigen.

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Great Ocean Road sind die 12 Ferkel, Felsformationen, die im Meer stehen. Von den ursprünglich wohl 12 Formationen stehen nur noch 9 und den Namen haben zu Beginn des letzten Jahrhunderts ortsansässige Frömmler in 12 Apostel umbenannt. Für mich sind beide Namen nicht wirklich vielsagend; der wissenschaftliche Hintergrund ist viel profaner. Es handelt sich um Kalkfelsen, welche die Küste im Laufe der Zeit zurückgelassen hat, als das Meer sich immer tiefer in den Kontinent hinein frass. Mit der Zeit werden sämtliche Säulen verschwunden sein. Neue Säulen werden sich aus der heute noch zusammenhängenden Landmasse bilden.

In Richtung Norden stehen zwei weitere dieser Felsen im Meer. An dieser Stelle ist der Strand begehbar, viele Wanderer nutzen die Ebbe für ausgedehnte Spaziergänge am Meer.

Bei einem anderen Aussichtspunkt bemerkte ich einen kleinen Fleck auf dem Sand, der sich in Richtung Wasser bewegte. Ohne Feldstecher war das Tier schlecht zu erkennen. Der Feldstecher war selbstverständlich im Camper … Die Gangart lies mich aber vermuten, um was es sich handeln könnte.

Die massive Vergrösserung des Bildes zeigt die Spur, welche der Pinguin auf seinem Weg zum Wasser hinter sich lässt. Im Wasser sehr elegante Schwimmer und auf dem Land eher tollpatschige Läufer!

Die sogenannte London-Bridge ist nur noch teilweise intakt. Im Januar 1990 brach die Verbindung zwischen dem Festland und dem noch stehenden Teil in sich zusammen und zwei Touristen, welche gerade auf dem äussersten Felsen standen mussten mit einem Helikopter gerettet werden.
Heute übernachte ich zum letzten Mal im Bundesstaat Victoria, bevor ich morgen nach South Australia wechsle. In Mount Gambier werde ich Cheryl und ihren Mann David besuchen, welche ich schon einige Jahre zu meinen Freunden zählen darf. Heute musste ich noch sämtliche Früchte und allen Salat essen, da die Einfuhr von landwirtschaftlichen Produkten nach South Australia verboten ist und Inspekteure an der Grenze den ganzen Camper peinlichst untersuchen. Morgen früh gibt es noch eine schöne, reife Mango mit Yoghurt zum Frühstück. Diese Kakadus, welche in den Bäumen rund um meinen Camper schlafen, werden dafür sorgen, dass ich das Frühstück nicht verpasse. Kurz vor 6 Uhr werden sie sich lautstark bemerkbar machen.
