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Details
Kategorie: Thailand und Burma 16
28. August 2016

Mandalay - Gold, Gold, Gold

Mandalay ist die Hauptstadt des zentralen Burma. Zwei Millionen Burmesen wohnen hier in einem der spirituellen Zentren des Landes. Wie im benachbarten Sagaing gibt es hier viele Klöster, Pagoden sowie buddhistische Universitäten und Schulen.

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In der Mahamuni-Pagode findet sich die meist verehrte Buddha-Statue des oberen Myanmar. Die Gläubigen bedecken sie laufend mit ganz feinen Goldplättchen (mehr dazu später), so dass sie mittlerweile bis zu einer Tiefe von 15 cm mit Gold überzogen ist. Nur das Gesicht darf nicht mit Gold bedeckt werden. Jeden Morgen wäscht ein dazu bestimmter Mönch dieses mit Wasser. Dies geschieht in einer grossen Zeremonie, bei der neben den Gläubigen auch viele Schaulustige teilnehmen. Für uns war die Teilnahme nicht möglich, da wir erst gegen 10 Uhr dort waren. Frauen dürfen sich der Buddha-Statue nicht nähern, dies ist ausschliesslich  Männern vorbehalten. Eine Religion mehr, welche die Frauen diskriminiert, dies scheint eine gemeinsame Wesensart aller solchen Riten zu sein. Doch immer noch rennen viele Frauen in die Kirchen, Moscheen und Pagoden, mir absolut unverständlich.

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Im Innenhof gibt es einige solcher Wasserkrüge aus Ton, in welchen das Wasser durch die Verdunstungskälte schön kühl gehalten wird. Für meine Eingeweide aber vermutlich trotz der Kühle eher ungeeignet. Da helfen auch die vergoldeten Fensterrahmen kaum …

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Dieser kleine Junge besucht mit seiner Mutter die Pagode, er darf mit dem Bengel die Glocke schlagen, was ihm sichtlich viel Spass macht. Er wollte kaum mehr aufhören, die Mutter musste ihn regelrecht von der Glocke wegzerren. Die Mutter trägt wie viele Burmesinnen, wenn sie die Pagode besuchen, Blumen im Haar. In ihrem Fall ist es weisser Jasmin.

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Anschliessend besuchten wir eine Strasse, an welcher viele Marmor Bildhauer ihre Werkstätten haben. In diesem Bild sind es halbfertige Buddha-Figuren aus weissem Marmor, die Gesichter sind noch nicht vom überflüssigen Marmor befreit. Noch braucht es viel Schleif- und Spitzarbeit, bis die Augen, Lippen und Nasen endlich sichtbar werden. Die Bildhauer wissen immer genau, welches Stückchen Marmor sie entfernen müssen, damit die Figur komplett wird.

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Diese Statue ist schon freigehauen, nun werden vom einem Künstler noch die Brauen, Augen und Lippen gemalt, ein anderer kümmert sich um die Haare.

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Der Nachmittag galt dem alten Königspalast, der vollständig aus Teak-Holz erbaut ist. Ursprünglich stand er im Innern des grossen Areals des Palastes, nachdem jedoch der Erbauer in diesem Palast verstarb, liess ihn sein Sohn und Nachfolger zerlegen und ausserhalb des Areales neu aufbauen. Damit hatte dieser Palast grosses Glück: Im Weltkrieg verbrannte der gesamte grosse Palast 1945, lediglich dieses eine Gebäude entging dank seiner Lage der Zerstörung. Von aussen ist das Gebäude heute braun, das geschnitzte Holz zeigt aussen keinerlei Spuren vom ehemaligen Gold mehr.

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Ganz anders im Innenraum: Dieser ist vom Boden bis inklusive der Decke vollständig vergoldet. Auf dem Thron steht heute eine Buddha-Figur, da dieser Sitz keine andere Verwendung mehr hat. Der Palast wurde vom König noch einige Zeit zur privaten Meditation genutzt, sobald er davon genug hatte, überliess er ihn den Mönchen als Kloster. Heute ist er lediglich noch ein Museum. Da jedoch eine Buddha-Statue in den Innenräumen ist, darf die ganze Anlage lediglich barfuss betreten werden.

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Die Wand hinter dieser Glocke und den Trägern ist ebenfalls vollständig mit Gold belegt. An einigen Stellen haben Touristen schon am Gold gekratzt, sie wollten sich etwas vom Edelmetall und die Fingernägel legen. Dass dies für die nachfolgenden Besucher zu hässlichen Leerstellen führt, ist diesen Idioten offensichtlich vollkommen egal. Uns wurde erzählt, dass auch von den Aussenwänden immer wieder einige der kleinen Schnitzereien geklaut werden.

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Auf diesem Bild nochmals der Thron, diesmal von etwas weiter weg. Auch hier wieder ein Schild, welches den Frauen den Zutritt zur Buddha-Statue verwehrt. Die Schnitzereien an der Basis der Säulen sind ganz filigran ausgeführt und selbstverständlich ebenfalls vergoldet.

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In Mandalay gibt es viele Ateliers, wo Blattgold hergestellt wird. Dieser Prozess ist äusserst schweisstreibend, da mit einem schweren Hammer während langer Zeit auf ein dickes Packet von in Papier und Leder eingelegten Goldplättchen geschlagen wird, bis diese hauchdünn sind. Im Film ist das rhythmische Hauen gut zu hören. Es sind jeweils mehrere Arbeiter gleichzeitig am Schlagen, so dass es nahezu eine Melodie ergibt.

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In einer weiteren Pagode, der letzten grossen für heute, wurden wir am heutigen Sonntag Zeugen einer burmesischen Hochzeit. Die Eheleute waren festlich herausgeputzt und strahlten mit dem goldenen Gefäss um die Wette. Sie waren einverstanden, dass wir sie fotografierten.

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Die Ku Tho Daw Pagode verfügt über 729 kleinere Tempelchen, in welchem jeweils eine Stele mit einem Text steht. Die Gesamtheit dieser Texte stellt die gesammelten Überlieferungen der Lehre Buddhas dar. Anlässlich einer Synode von buddhistischen Mönchen 1871 wurde beschlossen, den ganzen Text aufzuschreiben. Auf Papier gedruckt würde dies angeblich 38 Bände zu je 400 Seiten füllen. Gestern lernte ich, dass sich die Lehre Buddhas auf drei Weisheiten verdichten lasse, heute sollen dafür plötzlich 15’200 Seiten notwendig sein. Kann sich Buddha nicht etwas kürzer fassen?

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Die Pagode selber erschien im späten Abendlicht nochmals schön golden. Die Wolkenreste machen den Himmel erst so richtig interessant. Ausser unserer Gruppe gab es gegen 18 Uhr kaum mehr Besucher im Heiligtum.

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