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- Kategorie: Zambia 21
Anreise zum Lower Zambesi National Park
Nach der gestrigen Erfahrung an den Vic Falls hiess es heute eine letzte längere Fahrstrecke unter die Räder zu nehmen. Auf dem Weg zum Lower Zambesi NP wollten wir nochmals eine neue Fahrstrecke testen und nicht den grossen Fernstrassen mit den vielen Lastwagen folgen. Ich nutzte die Gelegenheit, nochmals einige Bilder des ländlichen Lebens zu schiessen.

In vielen Ortschaften entlang der Strassen gibt es Verkaufsstände der lokalen Produzenten. Da die meisten dieselben lokalen Produkte herstellen, gibt es jeweils auch viele Stände mit demselben Angebot. Hier vor allem Tomaten, Zwiebeln und Kürbisse. Das weitgehend identische Angebot macht die Wahl des Anbieters eher schwierig. Welches wohl die Kriterien für die Auswahl sind?

Aus Lehm erbaute Rundhütten werden mit Gras gedeckt, aber auch in diesen einfachen Behausungen scheint es Strom zu geben, zumindest deuten die vielen Stromleitungen darauf hin. Das Maisfeld im Vordergrund ist schon abgeerntet.

In solchen Behältnissen landen die lokalen Wälder, denn viele Bäume werden umgehackt, um daraus Holzkohle herzustellen. Diese wird zum Kochen und zum Heizen verwendet, viele Reisende decken sich unterwegs mit Holzkohle ein, da diese hier viel günstiger ist, als in den grossen Städten.

Neben Holzkohle und Gemüsen werden oft auch Kleider verkauft. Aus der Ferne sehen diese wie Kleider aus europäischen Kleidersammlungen aus, welche dann hier ihren Weg zur lokalen Bevölkerung finden.

In einer Ortschaft entlang der Strasse bemerkte ich ein Hinweisschild auf ein lokales Weiterbildungszentrum. Eine Schule für Bauern gab es hier ebenfalls. Diese Institutionen sind sehr wichtig, die Arbeitslosenquote der Jungen zwischen 15 und 30 soll um die 70% betragen. Ausser Landwirtschaft gibt es auf dem Land kaum Beschäftigungsmöglichkeiten.

Ein etwas moderneres Gehöft mit traditionellen Rundbauten und auch gemauerten Häusern. Auch hier ist das Maisfeld schon abgeerntet.

In einer anderen Ortschaft standen eher moderne Geschäfte entlang der Strasse. Sie waren verriegelt, als wir um die Mittagszeit vorbei fuhren. Am Nachmittag wurden sie vermutlich wieder geöffnet. Das Geschäft ganz links hatte keine Bezeichnung, hier müssen die potentiellen Kunden wissen, was im Angebot ist. Ein General Dealer bietet wohl allerlei Waren an, bei uns früher ein Eisenhandels-Geschäft, dann weiter rechts eine Art Bank, wo man Darlehen erhalten kann und ganz rechts dann ein Geschäft mit einem auf die Landwirtschaft zugeschnittenen Angebot.

Eine Wollsau rannte gerade über die Strasse, als wir vorbei fuhren. Ob sie auch Eier legen und dazu noch Milch geben kann, konnte ich auf die Schnelle nicht herausfinden. Ihr Fleisch wird aber sicher gerne gegessen.

Je weiter wir in den Osten vorstiessen, desto mehr Baobabs tauchten links und rechts der Strasse auf. In der aktuell im tiefen Winter sehr trockenen Landschaft vor der Regenzeit sind sie gut sichtbar. Später im Jahr, im Frühling auf der Südhalbkugel treiben sie dann ihre Blätter aus und zeigen auch ihre typischen weissen Blüten.
Einmal mehr erreichten wir unser Ziel, die Lodge am Zambesi, eher spät als die Sonne bereits untergegangen war. Wir freuen uns auf den morgigen Tag im Lower Zambesi NP, unserer letzten Station für Tierbeobachtungen.
