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- Kategorie: Zambia 21
Erster Gamedrive im Lower Zambesi NP
Heute hiess es früh aufstehen, bereits um 04:45 läutete der Wecker und schon um 05:15 sollte Kaffee für ein Kurz-Frühstück bereitstehen. Um 05:30 sollte dann unser Boot losfahren, welches uns in 1.5 Stunden zum Park bringen sollte. Der Park wäre auch mit dem Auto erreichbar, doch soll die Strasse sehr schlecht und aktuell an einigen Stellen wegen des hohen Wasserstandes sogar unpassierbar sein. Also besser die Fahrt mit dem Boot. Im Park stand uns ein Fahrzeug der Lodge zur Verfügung, welches dort parkiert war.
Wegen einer Fehl-Kommunikation zwischen der Lodge-Managerin und dem Bootsfahrer sowie der Küche war um 05:15 noch nichts bereit, weder das Frühstück noch das Mittagessen waren vorbereitet. Es ging schliesslich um 05:45 los.

Das erste Morgenrot zeigte sich um 06:00 am Himmel. Die Fahrt war bitter-kalt, das Boot fräste mit 54 km/h über den flachen Fluss. Obwohl wir vorgewarnt waren und uns gut anzogen hatten, halfen die zusätzlich verteilten Decken kaum gegen den kalten Fahrtwind.

Um 06:33 zeigte sich schliesslich die Sonne am Himmel und bald begannen ihre Strahlen zu wärmen. Bis wir aber wieder richtig aufgetaut waren, dauerte es noch einige Zeit.

Um 07:24 erreichten wir schliesslich den Park, der 58 km entfernt war. Unser Boot legte hier an und wir gingen an Land.

Der hier wohnende Parkwächter, der die ganzen Formalitäten erledigte, kocht sein Essen auf diesem einfachen „Herd“. Die bescheidene Ausstattung ist sauber geputzt und ordentlich bereit gelegt. Viel Arbeit hatte er in den Corona-Zeiten nicht, wir waren die einzigen Gäste und im Gästebuch, wo ich uns eintrug, waren in den letzten Wochen kaum Gäste verzeichnet.

Unser erstes Tier, welches wir im Park sahen, war dieser Wasserbock, der im Schatten eines Baumes ruhte. Erst als ich ihn länger mit dem Feldstecher betrachtete, bemerkte ich eine schwarze Schlinge um seinen Nacken. Diese ist gut direkt unterhalb des weissen Streifens am Hals zu sehen. Offenbar verfing er sich in einer Schlinge, welche Wilderer ausgelegt hatten. Unser lokaler Führer funkte die Wildhüter an, welche ihn im Laufe des Tages befreiten, er war bei unserer Ausfahrt jedenfalls nicht mehr hier.

Nicht alle Elefanten sind gut auf Safari-Fahrzeuge zu sprechen. Vor allem Jungster geben ihrem Unmut gerne und lautstark Ausdruck. Scheinangriffe, Aufstellen der Ohren und hin und her Schwenken des Rüssels gehören zu den eindeutigen Zeichen. Wenn wie jetzt nur wenige Touristen unterwegs sind, nutzten sie jede sich bietende Gelegenheit, ihre Stärke zu zeigen.




Viel friedlicher geht es bei den weiblichen Kudus zu. Diese stellen einfach ihre grossen Ohren und schauen aufmerksam in unsere Richtung, bevor sie bald im Dickicht verschwinden.

Die Baobab sind auch hier noch im Winterschlaf. Auch wenn sie ohne Blätter dastehen, sind es beeindruckende Bäume!

Während der ganzen diesjährigen Reise in Zambia machte ich ein einziges Bild eines Southern Chanting Goshawks und erst noch ein untypisches. Alle meine anderen Bilder zeigen den Vogel auf einem Baum, meist einem dürren Ast. Hier steht er im Wasser, als ob er ein Morgenbad nehmen würde. Auf dem Ast gibt es jedoch kein Spiegelbild, was dieses hier doch wieder speziell macht.

Eine Familie von Ground Hornbill steht schön aufgereiht auf einem Ast. Sobald sie uns bemerkten, flogen sie davon.

Noch mehr Elefanten, diesmal eine Mutter mit ihrem Jungen, das etwas mehr als ein Jahr alt war. Im Park leben sehr viele Elefanten, wir sahen auf jeder Ausfahrt mehrere, teilweise grössere Gruppen.

Schon lange sah ich keine Crested Guinea Fowl mehr, diese sind im Vergleich zu ihren Helmeted Artgenossen eher selten. Leider standen sie im Schatten und waren zudem sehr scheu, sie rannten gerade ins dichte Gebüsch, als ich sie fotografieren wollte.

Ein weiterer Baobab mit einem sehr dicken Stamm.

Wasser im südlichen tropischen Afrika: Da sind diese Blutwürste nicht fern. Meist sind sie tagsüber im Wasser, ab und zu findet man sie aber auch am Ufer in der Sonne liegen.

Warzenschweine finden hier ihr Paradies, sie finden genügend Nahrung und gedeihen prächtig. Wasser, um den Durst zu stillen ist auch genügend vorhanden. Auch wenn beim trinken Vorsicht angesagt ist, denn im Wasser gibt es immer wieder grosse Krokodile, welche gerne ein fettes Schweinchen fressen.

Eine Gruppe von Mountain Zebra war gerade am Fressen der dürren Pflanzenreste, als wir vorbei kamen. Sie freuen sich auf das frische, grüne Gras, welches aber erst in einigen Monate spriessen wird, wenn im November die Regenzeit einsetzt. Bis dann heisst es, die kümmerlichen Reste zu fressen. Auch das kleine Nachzügler-Zebra gedeiht prächtig.

Bei der Rückfahrt zur Lodge hatten wir einen zusätzlichen Passagier im Boot: Ein Rad musste zurück zur Lodge, offenbar musste es repariert werden. Die Rückfahrt war viel angenehmer, Temperaturen um die 25° machten die Fahrt zum Vergnügen.
