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- Kategorie: Zambia 21
Eine Reisependenz weniger: Victoria Falls bei Livingstone
Heute war es endlich soweit, wir besuchten die Victoria Fälle, auch Vic Falls genannt! Von unserer Lodge aus waren es knappe 5 Minuten Fahrt bis zum Parkeingang. Für mich war es das erste Mal, dass ich die Fälle sah, damit konnte ich auch eine der schon alten Pendenzen in meinen Reiseerlebnissen erledigen.

Die ersten Anzeichen der Fälle zeigten sich schon kurz nach der Abfahrt aus der Lodge. Auf der rechten Seite der Strasse war der Zambesi und aus der Ferne stiegen die ersten von den Fällen erzeugten Wassernebel auf.

Sogar einen Regenbogen erzeugten der Sprühnebel. Nicht weit von dieser Stelle entfernt stürzt sich der Zambesi über die Kante in die bis zu 110 m tiefe , 50 m breite und 1’708 m lange Schlucht. Bis zu 10’000 m3 Wasser stürzen bei Hochwasser pro Sekunde in die Tiefe. Ein gigantischer Wasserfall!

Dulani meinte, der grosse Parkplatz vor dem Eingang zu den Fällen sei normalerweise mit Autos vollgestellt. Heute war unser Landcruiser aber das einzige Fahrzeug auf dem Platz. Statt vieler Touristen trafen wir noch lediglich eine weitere Familie, dazu später mehr.

Der englische Reisende, ein gewisser David Livingstone, sah als erster Europäer am 16. November 1855 diese Fälle. Er benannte sie nach seiner damaligen Königin Victoria, ein Name, der bis heute Bestand hat. Vor seiner Statue bei den Fällen posieren unsere beiden Begleiter Dulani und Mitto. Die Einheimischen nennen die Fälle Mosi-oa-Tunya (zu deutsch: donnernder Rauch).

Dann der erste Blick auf den Oberlauf des Zambesi. Wir stehen auf der anderen Seite der Schlucht. Zwischen uns der Graben, in welchen sich der Zambesi stürzt.

Noch ein Blick über den Abgrund, der hier 50 m breit und 110 m tief ist.

Für die nächste Wegstrecke mieteten wir uns solche Regenponchos, um die grösste Gischt von uns abzuhalten. Es war nicht für alle gleich einfach, die Kleider anzuziehen. Schliesslich schafften wir es jedoch alle.

Eine schmale Brücke führt über einen Abgrund auf eine Insel, von wo aus sich weitere schöne Ausblicke ergeben. Auf der Brücke ist die Dusche inbegriffen aber dank der Ponchos gut auszuhalten. Die Lufttemperatur lag bei geschätzten 25 Grad, das Wasser des Flusses war nicht viel kälter.

Obwohl Dulani die Fällen schon unzählige Male besuchte, machte er viele Aufnahmen mit seinem Handy. Die Faszination der gigantischen Wassermassen lässt offenbar auch bei einem Einheimischen nicht nach!

Dulani wollte natürlich auch eine Aufnahme von uns machen, Kurt, Brigitta und ich stellten uns gerne auf. Die Hosen waren trotz der Ponchos ab den Knien vom Wasser getränkt, sie trockneten an der Sonne aber schnell wieder.

Dulani und Mitto vor den Fällen, beide fasziniert vom Getöse und dem Wassernebel.
Zum Getöse hier ein Film, welcher den Höllenlärm hörbar macht.

Die andere Familie, welche wir auf unserem Rundgang sahen, war ziemlich doof: Die Kinder rannten ohne Schuhe auf den glitschigen Steinen herum und weder die Mutter noch der Vater nahmen davon Notiz. Ein Ausrutscher auf dem Moos hätte fatale Folgen gehabt! Wohl Kandidaten für den Darwin-Award.

Noch ein Bild der Wassermassen von einem der unzähligen Aussichtspunkt aus. Nicht nur Einheimische sind fasziniert!

Ein Regenbogen überspannt einen Teil der Schlucht, genau so wie die Brücke, welche von Zambia nach Zimbabwe führt und dabei den Zambesi überquert. Sie wurde 1905 eröffnet und ist seither ein wichtiger Grenzübergang zwischen den beiden Ländern. Der Regenbogen wird jeden Tag bei Sonnenschein neu aufgespannt.

Auf der oberen Seite der Fälle gibt es einen kurzen Spazierweg, welcher direkt dem Fluss entlang führt. Nur wenige Meter links von meinem Standort bricht das Land unter dem Zambesi ab.

Das tosende Wasser und der nahe Höllenschlund halten einen Fischer nicht davon ab, hier noch Fische zu fangen. Offenbar tut er dies schon länger erfolgreich, Dulani meinte, er hätte ihn schön öfter gesehen.

Noch ein Blick in die faszinierende Tiefe, wiederum mit einem Regenbogen.
Ein schönes Erlebnis, welches wir uns mit einer langen Fahrstrecke verdienen mussten. Am Nachmittag wollten wir uns die Fälle noch von Zimbabwe aus ansehen, angesichts der Corona-Zeiten war dies leider nicht möglich. Sicher das nächste Mal und damit immer noch eine Teil-Pendenz!
