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- Kategorie: Zambia 21
Livingstone, wir kommen!
Was wollen die beiden Österreicher und der Schweizer wohl in Livingstone? Die Hauptattraktion dieser Grenzstadt zwischen Zambia und Zimbabwe verdankt ihre Stellung im Tourismus den Victoria Fällen, welch wir morgen besuchen wollen.
Zuerst aber heisst es, eine längere Fahrstrecke zu absolvieren. Auf der Teerstrasse wären es nur unwesentlich mehr Kilometer, 337 statt 327 über unsere Route. Doch Dulani meinte, die Route über die Berge sei viel interessanter und hätte vor allem viel weniger Verkehr. Die Teerstrasse wird von vielen Trucks verwendet, welche zwischen Namibia und Lusaka verkehren. Unser Weg führte über die Berge, wo die Piste leider in einem schlechten Zustand war, do dass wir viel länger brauchten, als Dulani vorsah. So kamen wir erst nach dem Eindunkeln in unserer Lodge an.

Wir verliessen den Kafue NP durch das Dundumwezi Gate ganz im Süden des Parks. Die administrative Prozedur nahm einige Zeit in Anspruch, die Papiere wurden ausgiebig geprüft. Und es wurden auch noch allerlei Informationen ausgetauscht. Viel Verkehr gab es am Gate in den letzten Monaten wohl kaum, Corona sei Dank.
Nun folgen einige Bilder aus dem täglichen Leben der kleinen Ortschaften am Wegesrand. Alles aus dem fahrenden Auto heraus aufgenommen. Ich hoffe, sie geben einen Eindruck des Landlebens.

Die Bauern verkaufen ihre Ernte, meist Mais, in den kleinen Ortschaften. Die Geldüberweisungs-Geschäfte von Airtel und anderen Mobilfunk-Anbietern sind nie fern.

Möbel werden lokal hergestellt und verkauft. Diese Schreinerei fabriziert Bettgestelle aus Holz. In der Trockenzeit unter freiem Himmel, für die Regenzeit gibt es einen kleinen Unterstand.

Neben Betten sind auch Sofas und gut gepolsterte Sessel im Angebot. Diese treffen kaum den europäischen Geschmack, in Zambia kommen sie aber offenbar gut an.


Allerlei Werkzeuge, Plastik-Kübel, Holzschachteln und sogar Fahrräder verkaufen diese Händler. Fahrräder werden auch repariert, sie sind ein begehrtes Gut in diesem Land wo sich die meisten Privaten kaum ein Auto leisten können. Auf den Pisten sind allerdings auch Fahrräder nicht einfach zu fahren. Immer wieder gibt es sandige Stellen und Übergänge über Bäche, welche dann zu Fuss überwunden werden müssen. Lasten lassen sich aber auch mit einem gestossenen Velo bestens transportieren.

Kochtöpfe, Vorratsdosen und Besteck sind hier zu kaufen. Auch Einkaufstaschen gibt es.

Masken werden bei vielen grösseren Menschenansammlungen oft getragen. Bei den Textil-Händlern gibt es neben Tüchern auch Plastik-Planen zu kaufen.

Diese Dame trägt ihr jüngstes Kind nach lokalem Brauch in ein Tuch gewickelt auf dem Rücken. Der Händler auf der linken Seite kauft Mais.

In ganz Zambia sind die kleinen Hütten der Mobilfunk-Anbieter sehr präsent. Airtel, MTN und Zamtel bieten nicht nur SIM-Karten und Prepaid-Guthaben an, an diesen Ständen kann auch Geld von einem Handy aufs andere überwiesen werden. Zambia hat sowohl die Festnetz-Technologie als auch die Banken-Industrie weitgehend übersprungen. Viele Einheimische besitzen kein Bankkonto, haben aber ein Mobile-Phone. Mit einem solchen Mobile-Phone sind beide Aktivitäten viel einfacher. Auf den Telefonen gibt es sogenannte Digital Wallets, in welchen Geld aufbewahrt werden kann. Der Transfer von einem Wallet zum anderen ist sehr einfach und recht kostengünstig. Die Technlologie funktioniert in ganz Afrika, auch von Europa aus kann so Geld transferiert werden. Ein Beispiel: Innerhalb des Airtel-Netzwerks kostet der Transfer von 1000 ZMW (40 CHF) etwa 25 ZMW (1 CHF). Man kann so auch Rechnungen bezahlen und an den Schaltern Bargeld abheben. Ein Bankkonto des kleinen Mannes, welches überall verfügbar ist. Und auch eine grosse Konkurrenz zu Services wie Western Union, die ein Vielfaches kosten.
Die Netze der grossen Anbieter sind im ganzen Land recht gut, entlang der grossen Strassen und in den grösseren Dörfern gibt es meist guten 4G-Empfang. Lediglich in den entlegenen Gegenden der Nationalparks ist der Empfang kaum bis gar nicht möglich. Wildtiere brauchen ja auch kein Handy.

Ein Maishändler mit „angeschlossenem“ Airtel-„Bankschalter“.

Frisches, lokal angebautes Gemüse sowie reife Bananen können gerade mit dem Geld bezahlt werden, welches in einem der Stände abgehoben wird.
Die letzte Strecke war ausnehmend schön, viele Baobabs links und rechts der Strasse, welche ausgezeichnet ausgebaut war und auf der fast keine Autos verkehrten. Fotos habe ich keine mehr gemacht.
