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- Kategorie: Cruise Dubai - Rom durch den Suez Kanal 22
Zweiter Tag in Dubai - Bastakiya oder Al Fahidi Historical Neighborhood
Nach dem Frühstück nahm ich heute ein öffentliches Boot, um über den Dubai Creek auf die andere Seite überzusetzen. Die knapp 10 Minuten Fahrt kosten 1 Dirham, etwa 25 Rappen.

Die Boote sind auf der Seite offen, lediglich ein Dach schützt vor der Sonne und dem hier sehr seltenen Regen. Die Fahrgäste sitzen auf den Bänken in der Mitte des Bootes und schauen auf der Seite hinaus. Etwa 24 Personen transportiert ein Schiff pro Fahrt. Den Fahrpreis zieht der Kapitän ein, Wechselgeld hat er aber lediglich für kleine Beträge.

Auf der Fahrt über den Fluss ist mein Ziel schon auszumachen. Die Gegend war bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts ziemlich schäbig mit ungesunden Wohnverhältnissen. Mittlerweile wurden die Häuser aber saniert und bieten heute vielen Künstlern und Bohemiens Wohnraum. Auch Touristen sind hier willkommen, viele Geschäfte und Restaurants sowie Kaffees zeugen von ihrer Anwesenheit.

Von der Bootsanlegestelle geht der Weg zuerst durch den Bar Dubai Souk, einen alten Markt, in welchem die üblichen Dinge verkauft werden. Neben Gewürzen, allerlei Textilien und Kochgeschirr und auch die arabischen Schuhe. Meine Grösse war nicht erhältlich.

Viele Gassen im Quartier Al Fahidi sind mit grossen Tüchern abgedeckt, damit die Touristen nicht auslaufen, wenn die Sonne erbarmungslos vom Himmel brennt. Daneben sorgen die Segel auch für ein schönes Bild.

Eine alte Holztüre zog meinen Blick auf sich, sie war geschlossen. Die meisten Geschäfte öffneten erst um 10 Uhr, als auch die meisten Touristen ankamen.

Die Polizei veranstaltete auf einem zentralen Platz ein Konzert, welches neben Touristen auch ganze Schulklassen anzog. Die Schüler konnten sich an einem Quiz beteiligen und Preise gewinnen. Eine Frage lautete, was sie machen würden, wenn sie auf der Strasse von einem Fremden angehalten würden, der ihnen Süssigkeiten versprach, wenn sie mit ihm gingen. Die richtige Antwort fiel den meisten sofort ein.

Die Bedürfnisse der Besucher sind offenbar recht verschieden: Eine Bank kam mir gelegen, da ich hier kurz im Schatten ausruhen konnte. Andere Leute brauchen dringend eine Toilette und wieder andere müssen gerade hier und jetzt beten. Unter der Bank liegt ein graues Kästchen in der Form eines Steins. Ein Aufkleber weist darauf hin, dass der Inhalt giftig sei, hier werden Ratten gefangen. In den anderen Stadtteilen sind diese Fallen unscheinbare, schwarze Kästen, hier sind sie etwas Besonderes und passen sich der schön restaurierten Umgebung an.

Ein Teil der alten Stadtmauer und der Wachtturm sind heute Teil des Dubai-Museums, welches aktuell leider geschlossen ist, da es umgebaut wird.

Für die 1.8 Mio. indisch-stämmigen Einwohner von Dubai gibt es in den engen Gassen einen Hindu-Tempel. Um dorthin zu gelangen, geht man an vielen kleinen Läden vorbei, die alle religiöse Kleinigkeiten verkaufen. Den vorgeschriebenen Abstand von 2 m ist in diesen beengten Verhältnissen unmöglich.

Das Innere des Tempels ist nicht besonders beeindruckend, die Dekorationen der entsprechenden Tempel in Asien sind viel imposanter.

Eine der Heiligenfiguren wurde bei meinem Besuch gerade mit frischen Blumen geschmückt.

Auf meinem weiteren Weg lag die Ali Ibn Abi Talib Mosque, eine der schöneren Moscheen in Dubai. Sie wurde ab 1920 von den iransichen Einwanderern im Stil ihrer alten Heimat erbaut. Sie heisst im Volksmund auch Iranian Mosque.

Dem Dubai Creek folgte ich anschliessend bis beinahe ans Ende auf der sogenannten Shindagha Promenade. Immer wieder konnte ich Bilder des Creek schiessen, welcher in der Mittagshitze sehr ruhig da lag. Der Creek ist ein Gezeitengewässer, welches direkt vom Meer gespiesen wird. Früher war der Creek eine Sackgasse, Ende des 20. Jhdts. wurde auf der anderen Seite ein Kanal gebaut, so dass das Wasser nun durchfliessen kann. Und somit auch recht sauber ist.

Am Ende der Promenade überquert eine Brücke den Creek, bevor er dann in den offenen Ozean mündet.Von meiner Stelle aus ist lediglich das Traggerüst zu sehen, bis dorthin zu gehen war mir dann doch etwas zu weit.

In dieser Gegend lebten früher die Reichen von Dubai, unter anderem auch der ehemalige Herrscher, dessen Haus nun ein Museum ist. Auch dieses ist aktuell leider geschlossen.

Diesen alten Wachtturm, Al Shandagha Watch Tower - fotografierte ich zuerst, da ich vermutete, es sei ein altes Gebäude. Weit gefehlt! Er wurde erst 1939 erbaut und 1994 restauriert.

Nach dem Nachtessen am Ufer des Creek machte ich noch eine Nachtaufnahme des Stadtteils, den ich heute besuchte. Alles hell erleuchtet, Energie spielt hier keine grosse Rolle, die kommt ja in dieser Gegend in Form des schwarzen Goldes aus dem Boden.
