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Kategorie: Winter 19 / 20: Chile
26. Oktober 2019

Auf an den Pazifik!

Von unserem Hotel aus sind es knapp 100 km bis zum Pazifik, eine Gelegenheit, welche wir heute nicht auslassen wollten. Zumal das Wetter für jene Gegend als schön vorhergesagt wurde. Bei meinem letzten Besuch 2014 war der Himmel bedeckt und am Meer lag dichter Nebel bei sehr tiefen Temperaturen und grausigen Winden.

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Heute war das ganz anders. Am Meer wurde blauer Himmel erwartet mit Temperaturen von um die 16 Grad, eher noch etwas wärmer. Auf dem Weg zur Küste gab es einige Aussichtspunkte mit einer schönen Sicht über die Landschaft. Hier, im Conchagua-Tal, wird mit der beste Wein Chiles angebaut. Auf diesem Bild sind zwar keine Reben sichtbar, dafür aber andere Landwirtschaftsprodukte wie Getreide, Früchte und allerlei Gemüse, welche hier auch kultiviert werden. Im Hintergrund sind bereits die ersten Hügel der Andenkette zu sehen, die grossen Gipfel liegen aber zu weit weg.

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Entlang der Strasse trafen wir immer mal wieder auf solche Gedenkstätten. Hier haben in früheren Zeiten schwere Unfälle stattgefunden, bei denen Menschen gestorben sind. Im kleinen Häuschen gibt es allerlei Heiligenbildli und auch Lebensmittel für die Toten. Die PET-Flaschen zu beiden Seiten sind mit Wasser gefüllt und sollen zusammen mit den Esswaren den Verstorbenen bei ihrer Wanderung durch die Wüste den Hunger und Durst stillen. Ein seltsamer Brauch, hier ist er aber offenbar weit verbreitet.

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Ich kam aus einer Kurve und sobald die Strasse wieder geradeaus ging, erlebte ich einen mittleren Schock. Der Wegweiser zeigt nach San Pedro de Alcántara, was auf den ersten Blick aus dem Augenwinkel leicht mit San Pedro de Atacama zu verwechseln ist und welches eines unserer Hauptziele im Norden Chiles ist. Dort werden wir allerdings erst in einigen Wochen eintreffen. Die Reise ist also noch nicht zu Ende!

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Entlang der Route gab es immer wieder grosse Felder mit wilden Blumen, welche sich wie Teppiche über die Landschaft legen. An diesem Hang eine Symphonie in gelb.

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Ein paar Meter weiter und auf der anderen Strassenseite dann dasselbe in violett und gelb.

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Dann endlich in der Ferne: Der ersehnte Pazifik unter tiefblauem Himmel! Noch waren es zwar einige Kilometer bis zu unserem Ziel bei den Stränden mit den weissen Wellen in der Distanz, aber immerhin sahen wir ihn schon. Unser Ziel ist bekannt als Surf-Hochburg Chiles.

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Als wir am ersten Strand eintrafen, waren gerade auch die Fischer am Ufer angekommen. Ihre Schiffe wurden mit einem älteren Traktor auf den Strand gezogen.

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Am Strand befreiten die Fischer zuerst einmal ihre Netze vom Fang. Diese waren auf allen Schiffen prallvoll mit Merluzzo, einem Verwandten des Dorsch. Die Fischgründe vor der Küste sind sehr reich, da die kalte Meeresströmung viel Nahrung aus dem Süden mitbringt. Ich möchte hier aber nicht unbedingt Fisch sein, das Wasser ist s…kalt. Ich hielt lediglich meine Füsse ins Wasser und erlitt beinahe einen Schock.

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Dieser Imbissstand mit allerlei Fisch und anderen Sachen war heute leider geschlossen. Wir hätten aber wohl ohnehin nichts gegessen. Einen Cortado tranken wir an einem anderen Ort mit schöner Meersicht.

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Offenbar besteht hier auch die Gefahr von Tsunamis, überall am Meer sahen wir solche Warnschilder und auch Wegweiser, auf denen auf mögliche Fluchtwege hingewiesen wird. Die Küste von Chile wurde schon vielfach von starken Erdbeben heimgesucht, dabei können diese verheerenden Flutwellen auftreten.

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Der Sand ist hier nahezu schwarz, wenn man barfuss darauf geht, verbrennen die Füsse beinahe. Das Wasser im Meer ist jedoch so kalt, dass es sogar die heissen Füsse schnell kühlt.

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Ich bemerkte einen älteren Mann, der am Strand den Sand umgrub. Ich fragte ihn, was er denn im Sand suche. Er erklärte mir, er suche nach Würmern, die er dann den Fischern als Köder varkaufe.

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Die Würmer würden in der Nacht Licht abgeben, womit sie für die Fischer sehr wertvoll seien. Er verkauft die Dose mit zehn der Kreaturen für 5’000 Pesos, knapp 7 CHF.

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Wir freuten uns auf die Erdbeeren, welche wir an einem Stand am Strassenrand kauften. 1.5 kg für knapp 3 CHF! Viel besser als Würmer aus dem Sand, auch wenn diese glühen!

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