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- Kategorie: Portugal 26
Anreise nach Porto über Lamego und zur ältesten Kirche Portugals
Für die Anfahrt nach Porto, unserer letzten Station auf dieser Reise, liessen wir uns Zeit. Auf dem Weg lag das kleine Städtchen Lamego, wo wir uns einige interessante Bauwerke ansehen wollten.

Zuerst besuchten wir das Santuário Nossa Senhora dos Remédios, eine grosse Kirche, welche hoch über der Stadt auf einem Hügel sitzt. Der Begriff „Remédios“ kann Verschiedenes bedeuten: Rezepte, Medikamente, Linderung und Ähnliches. Auf jeden Fall soll hier der Linderung von Krankheiten gedacht werden. Die Kirche wurde erst 1905 fertiggestellt.

Besonders spektakulär ist die Freitreppe, welche über nahezu 700 Stufen vom Stadtzentrum hier hoch führt. Wir liessen uns von unserem Mietauteli hochfahren, das war entschieden bequemer.

Anschliessend fuhr ich dann doch noch ins Zentrum, um die Treppe von unten anzusehen.

Im Zentrum von Lamego steht die Igreja de Almacave, welche in der portugiesischen Geschichte eine wichtige Rolle spielte. Wann genau dieses Gotteshaus erbaut wurde, ist nicht genau dokumentiert. Immerhin soll hier 1143 eine Ständeversammlung stattgefunden haben, in welcher Afonso Henriques als König Portugals anerkannt wurde. Ob dem so war, lässt sich nicht schlüssig beweisen, doch in Lamego gibt es daran keinen Zweifel.

Am 5. Oktober 1143 wurde im spanischen Zamora ein Vertrag unterzeichnet, nach dem Portugal von Spanien unabhängig und jener Afonso Henriques zum König bestimmt wurde. Dieser Gedenkstein besagt, dass der neue König hier offiziell zum Regenten ernannt wurde und sich zwischen Portugal und Spanien ein Spalt bildete.

Das eine Eingangstor war geschlossen, doch gefiel mir das Ensemble.

Die letzte Station in Lamego war dann nur auf abenteuerlichem Weg zu erreichen. Die kleine Kapelle São Pedro de Balsemão liegt etwa 15 km östlich der Stadt und ist nur auf einer sehr engen und teilweise ungeteerten Strasse zu erreichen. Auf dem Hügel liegt Lamego, wir fuhren von dort in ein enges Tal und hatten immer wieder schöne Ausblicke auf die Gegend.

Der Ursprung des Gebäudes geht auf das 7. Jhdt. zurück. Die Kapelle soll so das älteste Gotteshaus Portugals sein. Die Fassade stammt aus dem 17. Jhdt.

Im Innern ist noch vieles sehr alt, wirkt aber gut gepflegt. Hier kommen kaum viele Besucher hin; wenn man dem Navi folgt, sieht die Strasse unspektakulär aus, mit einem breiteren Auto ist sie jedoch nicht befahrbar.

Aus Flusssteinen gelegte Fussböden wechseln sich mit Platten ab. Die Säulen und Mauern haben die Zeit gut überstanden.

In der Kirche steht der Sarkophag des Bischofs Afonso Pires, der 1362 starb und hier seine letzte Ruhestätte fand.

Eine alte Kassettendecke besteht aus vielen Porträts. Auch das Holz hat sich dank des trockenen Klimas gut erhalten.

Den Abschluss machte diese Madonnenfigur. Weshalb sie auf Köpfen steht, wissen vermutlich nur die Götter. (Alternativ mit der Erklärung von vorhin: ...auf den Köpfen von kleinen Engeln steht...)

Nach dem Besuch hiess es nochmals eine gute halbe Stunde auf der abenteuerlichen Strasse fahren, bevor wir auf die Schnellstrasse kamen, welche uns nach Porto brachte. Olivenbäume wechseln sich mit Reben ab. Die Weinberge an den steilen Hängen werden gut gepflegt – eine Aufgabe, die sicher viel Schweiss erzeugt.

Von einer Stelle aus war die moderne Autobahn gut zu sehen. Diese führt über lange Brücken und ist zudem mit vielen Tunnels sehr aufwändig gebaut. Unterhalb der Autobahnbrücke ist eine kleine Brücke auszumachen. Über diese fuhren wir zur Kapelle.