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- Kategorie: Winter 18 / 19: 2. Etappe Namibia mit Ruth
Im Kgalagadi-Nationalpark, Tag 2 - Von Reptilien und Vögeln
Nachdem ich gestern so erfolgreich bei der Tierbeobachtung war, freute ich mich auf den heutigen Tag.

Der Tag beginnt mit einem Rätsel. Der Besitzer dieses Fusses ist mit einem Vogel weit aussen verwandt. Ein Reptil besitzt diese Krallen. Die Schlingen beim Fuss sind nicht etwa Wildererschlingen, sondern Teile einer Pflanze, über welche das Tier lief.

Eine recht grosse Leopard Tortoise war auf der Piste, als ich vorbei fuhr. Ich wartete, bis sie die Piste überquert hatte und auf sicherem Boden ihre Wanderung wieder aufnahm.

Wenige Kilometer später überquerte ein anderes Reptil die Strasse. Eine giftig aussehende, gelbe Schlange. Ich meinte einen Kobra-Hals gesehen zu haben, war aber für die Foto zu spät. Trotzdem war ich froh, dieses vermutlich giftige Tier von meinem sicheren Autositz aus gesehen zu haben. Im Internet fand ich Informationen zu diesem Tier: Eine Cape Cobra, eine der giftigsten Schlangen in Afrika.

Seit meiner ersten Reise in Tanzania im Jahr 2003 sah ich nie mehr einen Pigmy Falcon, einen eher kleinen Vogel mit roten Augen. Er sitzt hier hoch oben auf einem Strauch und zudem noch weit weg von der Piste, auch meine lange Linse vermochte ihn nicht ganz scharf auf den „Film“ zu bannen.

Ein Tawny Eagle war da schon einfacher. Nicht nur ist er um ein Mehrfaches grösser als der Falke, er sass auch näher an der Strasse.

Auf dem grössten Teil der langen Strecke bis zu meinem vorgesehenen Wendepunkt war heute nicht viel los. Ich wollte eigentlich schon früher umkehren, entschloss mich dann aber, nicht aufzugeben. Am Wendepunkt gibt es eine Toilette und die suchte ich auf. Mein Auto parkierte ich unter einem Baum und als ich zurückkam, sah ich, dass offenbar Vögel meine Windschutzscheibe als Toilette missbraucht hatten. Selber schuld, wenn „Mann“ das Auto in den Schatten stellt!

Als ich in den Baum blickte, um den oder die Übeltäter zu sehen, stand beinahe mein Herz still. Eine Southern White Faced Scops Owl schaute mich mit ihren grossen Augen an. Dieser Vogel ist etwa 20 cm gross und hat orange Augen. Ich bedankte mich bei ihm für die Verrichtung seiner Notdurft und dass er mich so auf sich aufmerksam gemacht hat. Vermutlich wäre ich sonst einfach weiter gefahren.

Es war nicht nur eine einzige Eule, eine ganze Familie sass im Baum. Zwei noch flauschige Jungtiere sassen etwas abseits im Geäst und auch sie schauten ganz aufmerksam auf mich.

Als ich mich nach etwa 100 Aufnahmen endlich von den Eulen losriss und eine längere Strecke quer über die Dünen fuhr, sah ich ausser einem Strauss nicht mehr viel. Irgendwie doch seltsam, der grosse Strauss baut kein Nest, die kleinen Sociable Weaver hingegen diese gigantischen Kolonien.
Der Kgalagadi-Nationalpark liegt in einem grossen Dünengebiet. Diese Dünen verlaufen in Nord-Süd-Richtung und zwei Flüsse haben ihre Täler in diese Landschaft eingegraben. Die längeren Gamedrive Routen verlaufen in den Flusstälern, lediglich zwei Querpisten führen vom einen Tal ins andere.

Im Tal des Aub waren gerade zwei Secretary Birds an einem Wasserloch. Zuerst schien alles gut zu sein.

Bald jedoch gab es Krach und die beiden Vögel gingen aufeinander los.



Nachdem einer der Vögel abzog, schritt der Sieger gemächlich weiter. Wenn er einen Finger gehabt hätte, hätte er ganz sicher den Stinkefinger gezeigt.

Da nun soviel von Vögeln die Rede war, zum Schluss noch ein Bild zweier Silver Backed Jakals, dem einen ist ebenso wie vermutlich vielen meiner Leser nun zum Gähnen.
