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- Kategorie: Winter 18 / 19: 2. Etappe Namibia mit Ruth
Im Kgalagadi-Nationalpark, Tag 1 - Zuerst eine lange Fahrt, dann eine wohlverdiente Belohnung.
Bereits um 8 Uhr war ich heute auf dem Weg in den Kgalagadi-Nationalpark als Zwischenstation auf der Fahrt nach Upington am Oranje-River. Ich wollte noch einmal etwas Safari machen, bevor ich mich auf den langen Rückweg nach Johannesburg mache.

Entlang des Aub-River in Namibia wurde an vielen Stellen der Wald gerodet, das Unterholz wurde einfach abgebrannt.

Wo das Unterholz weg war, wurden die grösseren Bäume umgehackt und das Holz in Köhleröfen zu Holzkohle verarbeitet. Zurück blieb eine Wüste praktisch ohne Vegetation.

Was vom Wald übrig blieb, lag in diesen Säcken, Holzkohle, welche von vielen Einheimischen als Brennmaterial in der Küche verwendet wird. Nachhaltige Wirtschaft sieht anders aus. Der abgebrannte Wald wird wohl nie mehr nachwachsen, da es hier kaum regnet.

Mata Mata ist die erste Station innerhalb des Parks in Südafrika. Die namibischen Grenzformalitäten werden hier erledigt, die südafrikanischen aber erst in Twee Rivieren am südlichen Parkausgang.
Die letzte Ortschaft in Namibia heisst Welverdient, besteht aber lediglich aus einigen wenigen Häusern. Ich sollte mit meiner Belohnung noch etwas länger warten müssen.

Für die südafrikanische Seite muss lediglich die Anmeldung im Nationalpark erfolgen. Man darf nur über den Kgalagadi-Park reisen, wenn man mindestens zwei Nächte innerhalb des Parks übernachtet. Das Anmeldeformular für denPark fand ich irgendwie befremdlich. Immerhin ist die Angabe der Hautfarbe sogar für Südafrikaner freiwillig.
Eigentlich reservierte ich je eine Nacht in Mata Mata sowie in Twee Rivieren am südlichen Parkausgang. Heute buchte ich jedoch meinen Aufenthalt um, ich bleibe zwei Nächte in Twee Rivieren. Diese Entscheidung sollte sich auszahlen!

Als ich vor knapp vier Wochen mit Paul hier durchfuhr, war die Piste innerhalb des Parks problemlos befahrbar. Heute sah dies anders aus. Stellenweise war der Sand sehr tief, so dass ich meinen 4x4 einige Male einsetzen musste. Dieser VW-Bus war weniger glücklich. Die insgesamt 8 Passagiere staken mit ihrem Fahrzeug im tiefen Sand fest. Ein Parkranger musste 60 km nach Mata Mata fahren, um ein geeignetes Fahrzeug mit einem Seil zu organisieren, damit er den Bus aus seiner misslichen Lage befreien konnte.

Einige km weiter südlich sah ich zuerst einige Giraffen in der Ebene, die ich fotografieren wollte. Plötzlich bemerkte ich jedoch eine Gruppe von Löwen, welche an und neben der Piste lagen.

Der grosse Löwe sah mächtig aus, er fühlte sich von meiner Anwesenheit aber überhaupt nicht gestört und liess mich gewähren.

Bald schon die nächste Begegnung: Eine Familie von Erdmännchen war am Strassenrand auf Futtersuche. Ich musste einfach stehen bleiben und fotografieren. Diese putzigen Tiere sind einerseits ungemein faszinierend und andererseits selten anzutreffen.

Das Elterntier steht in der für diese kleinen Tiere typischen Art und beobachtet die Gegend, auf dass kein Räuber ungesehen das Kleine wegschnappen kann.

Nach dem Nachtessen war das Licht kurz vor Sonnenuntergang gerade wunderbar warm. Mit weissen Steinen wurde der Name des Parks auf den roten Sand geschrieben. Der Park heisst „transfrontier“, weil er gemeinsam von Botswana und Südafrika verwaltet wird. Sein weitaus grösserer Teil liegt jedoch in Botswana.
