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- Kategorie: Winter 18 / 19: 2. Etappe Namibia mit Ruth
Vom Fish River Canyon über den Aargau nach Helmeringhausen

Bevor wir heute in Richtung Norden losfuhren, machten wir noch einen kurzen Umweg über den Aussichtspunkt des Fish River Canyons. Heute war das Licht noch klarer als gestern, kaum etwas Dunst in der Atmosphäre. Bei dem einen Bild soll es heute bleiben.

Der Fluss Löwen wird durch den Naute Dam gestaut. Das Wasser dient vor allem der Landwirtschaft im rund um den Damm liegenden Gebiet. Hier werden Trauben, Gemüse aber auch Dattelpalmen angebaut. Der Damm ist 37 m hoch und 470 m lang. Ein imposantes Bauwerk mitten in der Trockenzone.

Beim Damm trafen wir auf eine grössere Reisegruppe aus Deutschland. Jedes Paar hatte ein eigenes Fahrzeug mit südafrikanischen Kennzeichen. Offenbar fährt der Reiseleiter voraus und die übrigen Fahrzeuge folgen ihm in der Staubfahne. Nichts für mich, die hinteren Fahrzeuge fressen so unglaublich viel Staub auf den Piste!

Die Reisegruppe war oberhalb des Stausees um den Reiseleiter versammelt. Er hatte ein Mikrofon und trug seine Erklärungen laut vor, so dass auch wir seine Lektionen mitbekamen. Nach seinem Dialekt zu schliessen, stammt er ursprünglich aus Sachsen. Seine Bemerkungen waren recht rassistisch. Er glorifizierte die deutsche Kolonialzeit und hatte Mitleid mit den Siedlern, welche von den Engländern des Landes verwiesen wurden. Die armen Deutschen hätten alles, was sie in 15 Jahren erarbeitet hätten, zurücklassen müssen. Die Mitglieder der sogenannten Schutztruppe, welche während der Besetzung unzählige Gräuel an den Einheimischen verübten fanden sein Mitleid, da sie die Engländer in einem Lager in Aus internierten. Ein ziemlich verqueres Geschichtsbild und mein Mitleid hält sich in Grenzen.

Wir wollten unsere Fahrt unterbrechen und einen Kaffee geniessen. Dazu wählten wir auf der Karte die Ortschaft Goageb aus, welche bequem in der Mitte der heutigen Route lag. Die wenigen Gebäude sind aber schon seit vielen Jahren nur noch Ruinen, wir mussten unser Ansinnen begraben und fuhren weiter.

Die nächste Ortschaft hiess Bethanie und dort wurden wir fündig. Im Coffeeshop wurde sogar eine Rüeblitorte angeboten, welche wir uns als Aargauer natürlich nicht entgehen lassen konnten! Ob es wirklich der beste Cake in Namibia war, können wir nicht beurteilen, uns hat er jedoch geschmeckt!

Da Worte allein nicht ausreichen, habe ich den Kuchen noch fotografiert.
