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- Kategorie: Winter 18 / 19: 2. Etappe Namibia mit Ruth
Nach Sossusvlei auf der wunderbaren Strasse D707
Die D707 war absolutes Neuland für mich, ich hörte vor einiger Zeit von dieser Route und wollte sie heute befahren. Sie lag zwar etwas westlich der eigentlichen Strecke und begann noch etwas weiter südwestlich. Der Umweg gegenüber der direkten Route betrug nicht mal ganz 100 km. Ich las überall, dass die Piste in sehr schlechtem Zustand sei und wirklich nur von erfahrenen 4X4 Fahrern gewählt werden sollte. So wahnsinnig erfahren fühle ich mich nicht, ich wagte es aber trotzdem.

Schon die Anfahrt war sehr schön: Berge hinter gelbem Gras und vereinzelten grünen Büschen.

Der Abzweiger ins Abenteuer, von hier aus 120 km schlechte und schwierige Piste. Mal sehen.

Es beginnt spektakulär: Roter Berg, die Piste leicht sandig und schön rot, dazu die Felder, denen die kürzlichen Regenfälle einen grünen, manchmal auch silbrigen Schimmer verliehen.




Einige wenige Tiere waren von der Piste aus gut sichtbar, die meisten leben aber wohl abseits des Verkehrs. Und von der Piste abweichen geht für Touristen nicht. Die hübsche Gruppe Oryx war gut erreichbar.





Eine kleine Windhose verlangte ihren Vortritt beim Überqueren der Strasse. Ich liess sie gerne passieren und nutzte die Gelegenheit für ein Portrait.

Ein ganzer Haufen von Knochen und Häuten von Kühen oder Kälbern lag bei einer Wasserstelle für das Hausvieh. Was hier wohl schiefging, verdursten oder Autounfall?

Ab und zu bemerkten wir solche Kürbisse am Strassenrand. Ob und von wem die Früchte gegessen werden, entzieht sich meiner Kenntnis.



Vereinzelt sahen wir auch einige Zebras, in dieser Gegend aber nicht die grossen Herden. Es gibt offensichtlich nicht allzu viel Futter und von Steinen und Sand werden auch die genügsamsten Huftiere nicht satt.
Schlussfolgerung zur D707: Die Autoren, welche diese Strecke als sehr anspruchsvoll beschreiben, waren vermutlich noch nicht nie auf kalifornischen Autobahnen im Silicon Valley unterwegs. Die dortigen Schlaglöcher sind viel grösser! Eine Stelle hatte etwas Sand, wäre aber auch mit einem einfachen Auto problemlos zu befahren gewesen.

In der Nähe unserer heutigen Lodge, der wunderbaren Sossus Dune Lodge des NWR (Namibian Wildlife Resorts), liegt der Sesriem-Canyon, den der Tsauchab-Fluss hier erschuf. Vom Boden aus ist kaum zu erwarten, dass hier eine Schlucht verborgen liegt.

Bei Trockenzeit kann man dem Grund des Canyons entlang gehen. Hier wachsen sogar einige Bäume, was darauf hinweist, dass es zwischen grossen Regenfällen lange trockene Perioden geben muss, so dass die jungen Bäume zu einer gewissen Stärke anwachsen können, bevor sie die nächste reissende Flut aushalten müssen.

Der Canyon wurde in eine Art Nagelfluh gegraben, welche ihrerseits ja schon ein sekundäres Gestein ist. Frühere Flüsse haben die Bestandteile hier abgelagert und nun gräbt sich ein neuer Fluss sein Bett.
Der Tsauchab River fliesst von hier weiter bis in die Sossusvlei, wo er verdunstet und versickert. Es heisst, er sei wohl vor 60’000 Jahren zum letzten Mal in den Atlantik geflossen. Morgen werden wir den Ort seines Verschwindens aufsuchen und freuen uns schon jetzt auf viele schöne Bilder der weltberühmten Dünen.
