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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 1. Etappe: Namibia 17 mit Paul
Auf der Suche nach den Wüstenelefanten

Kurz vor Palmwag, unserer heutigen Station, überquerten wir die rote Linie. So wird der Veterinärzaun genannt, der Namibia von Ost nach West auf 600 km durchschneidet. Fleisch und Tiere dürfen ihn nicht von Nord nach Süd passieren, dies wegen Rinderpest sowie Maul- und Klauenseuche in der Vergangenheit. Heute ist die Kontrolle nicht mehr so streng, der Zaun selber wird anscheinend nicht mehr sehr gut unterhalten. An der Strasse wird jedoch noch jedes Fahrzeug kontrolliert. Zu Zeiten der Deutschen und Südafrikaner wurde der Zaun auch zum unüberwindbaren Hindernis für die Schwarzen aus dem Norden des Landes. Diese sollten vom weissen Siedlungsgebiet fern gehalten werden.

Bei Palmwag gibt es eine Rundfahrt, die auf etwa 50 km durch verschiedene Landschaften führt. Auf meiner ersten Reise im August 2006 durch dieses Gebiet, sahen wir hier viele Elefanten, Oryx und Mountain-Zebras. Ich freute mich aufs Wiedersehen. Zuerst bemerkte ich allerdings die Welwitschia, welche mir beim letzten Besuch nicht auffiel.

Hier sind die Pflanzen kaum mehr grün, seit längerem fehlen hier Niederschläge und selbst diese Wüstenbewohner leiden an Auszehrung. Doch immer noch treiben sie Pollen- und Blütenstände aus.

Neben den Tieren gibt es hier auch viele bizarre Landschaften zu sehen, wenn dann gerade noch fünf Finger über dem Berg stehen, sorgt dies für einen veritablen „Magic Touch“.

Ab und zu stehen diese seltsamen Gebilde in der Landschaft. Es sind grosse Adenium obesum, bei uns als Wüstenrose bekannt. Eine Verwandte des Oleanders. Diesem Exemplar wurde einmal der obere Teil abgebogen, was den Überlebenskünstler aber nicht vom weiteren Wachstum abhält. Halt nun mit einem Knick im „Hals“.

Elefanten suchten wir den ganzen Nachmittag vergeblich. Elefanten-Sch… sahen wir jedoch ab und zu. Hier ein älterer Sch…haufen, es gab auch frischere. Nur leider keine Verursacher in Sichtweite.

In einem trockenen Flusstal wurden wir von zwei Oryx beobachtet, die wenig Scheu zeigten.

Auf der Rückfahrt zur Lodge sahen wir eine Gruppe von Springböcken, welche sich von uns auch nicht sonderlich beeindrucken liessen. Was diese genügsamen Tiere in dieser Steinwüste fressen, kann ich mir nicht vorstellen. Die grünen Büsche im Bild sehen zwar verlockend aus, doch die Springböcke wissen, dass Euphorbien nicht essbar sind, so schön grün sie auch sind. Zwischen den Steinen gibt es ab und zu dünne, verdorrte Grashalme und offenbar doch noch genügend frischere Kräuter, um eine grössere Herde am Leben zu erhalten.

Der Aub-Canyon lag für uns am Wendepunkt der heutigen Ausfahrt. Der Fluss frass sich sein Bett in die Hochebene, unten stand sogar teilweise noch etwas Wasser. Tiere waren aber auch hier keine zu sehen. Fussspuren hingegen sehr wohl.
Das Fazit: Von der grossen Vielfalt an Tieren blieb kaum etwas übrig, lediglich einige wenige Oryx, ein paar Springböcke sowie offenbar einige unsichtbare Elefanten. Ich hörte, dass eine grosse Trockenheit in den vergangenen Jahre ganze Herden dahin raffte. Bis sich der Bestand wieder erholt, dauert es wohl noch einige Jahre, wenn die Niederschläge wieder einsetzen.
