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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 1. Etappe: Namibia 17 mit Paul
Dolomite Camp, Etosha NP - Eine unglaubliche Vielfalt
Heute begann für mich der Höhepunkt der diesjährigen Namibia-Reise, der Etosha NP. Wir starten ganz im Westen in der Dolomite Lodge und kämpfen uns während 7 Tagen bis zum Namutoni-Gate durch den Park.

Zuerst allerdings überquerten wir einen grossen Pass, den Grootberg-Pass. Auf über 1530 m lag der Übergang. Der Blick zurück in den Westen zeigt eine ziemlich wüstenhafte Gegend, nur wenig Vegetation in einer grossen Weite. Die Fahrt auf den Pass mussten wir erleiden, da die Piste stellenweise in einem jämmerlichen Zustand war. Brutales Wellblech liess die ganze Karosserie rütteln und mehr als 40 km/h lagen einfach nicht drin. Nach knapp 20 Minuten war der Spuk zum Glück vorbei.

Der Blick in Richtung Osten zeigt einen recht dichten Mopane-Wald, Mopane ist ein Baum / Busch, der im südlichen Afrika hier häufig ist. Elefanten fressen die Blätter der Sträucher sehr gerne. Doch wir sahen einmal mehr keine Spuren der grauen Dickhäuter.

Ich mache jeweils ein Spiel daraus, wenn ich in einen Nationalpark komme: Welches ist wohl das erste Tier, das ich sehe? Diesmal gewannen die Hartmann-Mountain-Zebras. Eine ganze Gruppe posierte neben der Piste. Gut gemacht!

Das erste Wasserloch nach dem Gate habe ich schon oft besucht, es war immer leer. Trotzdem entschied ich heute, es noch einmal zu versuchen: Zum Glück! Elefanten, Zebras, Oryx, Strausse und als Bonus noch Giraffen, alle vereint beim Durstlöschen! Die Natur ist eben nicht vorhersehbar und vorgefasste Meinungen zählen nicht.

Insgesamt 13 Elefanten, ein grosser Bulle, 3 erwachsene Mütter sowie 9 Jungtiere verschiedenen Alters. Bei einem meiner letzten Besuche in der Etosha sah ich während einer Woche gerade einen einzigen Elefanten, nun schon am ersten Tag 13.

Bald schon machte sich ein Teil der Gruppe auf und verliess das Wasserloch, andere blieben noch in der Gegend.

Zwei Straussenpaare warteten auf ihre Zeit, damit auch sie ihren Durst stillen konnten. Ganz aufgeregt flatterten sie schon mir ihren Federn. Wir machten uns auf den Weg zur Lodge und wollten am späteren Nachmittag nochmals eine Ausfahrt machen.

Die kleinste Gazelle, ein Damara-Dik-Dik suchte Schutz vor der brennenden Sonne unter einem Baum. Die grossen Ohren erlauben es ihm, jegliche Gefahr schon von Weitem zu hören und sich rechtzeitig aus dem Staub zu machen.

Drei Kudu-Männchen, die noch keine eigene Herde haben, zogen gemeinsam umher. Da sie im dichten Gestrüpp unterwegs waren, kriegte ich lediglich ein Tier einigermassen brauchbar vor die Linse.

Noch mehr Giraffen sowie die grösste Antilope Afrikas, die ich in der Etosha noch nie antraf. Die Eland-Antilope sieht nicht nur speziell aus, sie schmeckt auch ausgezeichnet auf dem Teller. Ab und zu wird sie in Namibia serviert.

Nicht auf dem Teller landen diese Crowned Plover, eine Art Kibitz. Mit den roten Beinen, dem grauen Federkleid auf dem Rücken und dem schwarzen Kopf mit der weissen Zeichnung sieht er sehr elegant aus.

Ich kenne diesen Vogel als Black bellied Bustard, hier heisst er Northern Korhaan. Auch er hat ein fein gemustertes Federkleid, den Kopf trägt er immer sehr stolz.

Schliesslich entdeckte ich noch einen Schakal, diese sehen immer sehr gewitzt aus. Sie traben leichtfüssig über die Ebenen und wirken immer äusserst wachsam.

Den Schluss machte heute eine Giraffe, die an einem Wasserloch einsam ihren Durst löschte. Sehr bequem sieht diese Trink-Stellung nicht aus. Ihr scheint dies nichts auszumachen.
Für den ersten Tag, eher noch den ersten Halbtag war dies eine hervorragende Ausbeute an interessanten Begegnungen. So viele Tiere erwartete ich im Westteil der Etosha nicht. Bei meinen bisherigen Besuchen traf ich hier viel weniger Tiere. Ich bin gespannt, wie es weiter geht!
