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Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 1. Etappe: Namibia 17 mit Paul
16. November 2017

Auf der Suche nach dem lebendigen Fossil

Östlich von Swakopmund führt ein etwa 50 km langer Rundweg durch die Wüste. Hier leben Pflanzen, die lediglich im südwestlichen Afrika vorkommen. Diese wollten wir uns heute ansehen und dabei noch etwas einer speziellen Landschaft erleben.

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Die Wüste ist hier sehr fragil, diese Spur stammt aus dem Beginn des 19. Jhdt., als hier noch Ochsenwagen unterwegs waren. Die damals gestörte Vegetation ist noch nicht wieder gewachsen.

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Flechten überleben in diesem rauhen Klima mehr schlecht als recht. Während langer Trockenperioden stellen sie ihr Leben praktisch ein, beim kleinsten Regentropfen erwachen sie wieder. Es regnet hier durchschnittlich um die 20 mm pro Jahr, in machen Jahren jedoch überhaupt nicht. Wenn dann mal Regen fällt, dann meist die ganze Menge auf ein mal.

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Die Gegend wird auch Mondlandschaft genannt. Es gibt ebenfalls kaum nennenswerte Vegetation. Am Boden dieses Canyon fliesst der Swakop, der Fluss, welcher Swakopmund den Namen gab. Die Mündung des Swakop. Von Fluss sieht man allerdings nichts, einige sandige Stellen sind alles. Die Vegetation lebt vom Grundwasser, welches hier noch vorhanden ist. Der Swakop selber wird nördlich von Windhoek gestaut und das Wasser wird für die Hauptstadt gebraucht.

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Die kahlen Felsen kontrastieren mit den wenigen Kameldorn-Bäumen. Sonst nur Sand, Sand und noch mehr Sand.

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Sobald etwas Grund-Wasser verfügbar ist, spriesst schönes, frisches Grün! Eine willkommene Abwechslung in dem ewigen Braun, Gelb und Schwarz.

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In diesen Hügelketten zieht sich schwarzes Band von Dolerit über weite Strecken. Dolerit ist eine Art von Basalt, ein vulkanisches Gestein, das sehr langsam verwittert und deshalb gut sichtbar ist.

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Bei einer Furt liegt das Dolerit-Band schön zu tage. Das übrige Gestein verwittert schnell, nur das schwarze Band bleibt länger bestehen.

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Bald schon sahen wir die erste der Pflanzen: Eine Welwitschia mirabilis, der einzigen Art in der Gattung Welwitschia. Sie kommt ausschliesslich in der Wüste Namib vor, ein Gebiet, dass sich von Swakopmund entlang der Küste bis nach Angola erstreckt. Die Pflanze hat eigentlich zwei Blätter, welche aus dem zentralen Teil herauswachsen. Die Blätter spalten sich im Laufe der Zeit, so dass es oft aussieht, als ob mehrere Blätter bestünden. Die meisten Pflanzen sind mehrere hundert Jahre alt, dazu später noch mehr.

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Leider gibt es auch bei diesen Pflanzen Idioten-Touristen, welche einzelne Blätter ausreissen, um sie dann wieder achtlos liegen zu lassen. Was geht in diesen Hohlköpfen wohl vor?

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Ein Blatt einer männlichen Pflanze mit den Blütenständen. Das Holzstück im Vordergrund ist Teil der Wurzel, die als Pfahlwurzel tief in den Boden reicht. Das Blatt selber ist noch nicht gross gespalten. Das zweite Blatt ist wohl schon lange verschwunden, vielleicht von einem Tier gefressen.

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Die älteste Welwitschia in der Gegend von Swakopmund sei um die 1’600 Jahre alt, sie wird von einem Gitterzaun umschlossen, damit sich niemand ein Stück abschneiden kann. Einen Schönheitspreis wird diese Pflanze wohl kaum gewinnen, doch mit dem Wissen um ihr Alter und Ausdauer in diesem Lebensraum nötigt sie mindestens mir viel Respekt ab.

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Als wir von unserem Ausflug zurück kamen, liessen wir unser Auto innen reinigen. In jeder Ritze und auf jeder kleinsten Fläche lag viel feiner Sand und Staub. Mit Druckluft wurde zuerst der gröbste Staub entfernt und anschliessend wurden mit dem Staubsauger noch die letzten Partikel entsorgt. Nun können wir den zweiten Teil unserer Reise mit einem sauberen Fahrzeug in Angriff nehmen.

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Die ganze Putzaktion, immerhin waren 3 Personen fulltime beschäftigt, dauerte eine knappe halbe Stunde und kostete N$ 40, etwa 2.80 CHF. Dafür gab es eine handgeschriebene, datierte und gestempelte Quittung mit einer Kopie für den Chef! Es muss alles seine Richtigkeit haben.

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Am Strand von Swakopmund herrschte heute emsiges Treiben. Einige Einheimische waren sogar im Wasser! Für mich die Gelegenheit für ein kleines Bier in der warmen Abendsonne, Paul löschte seinen Durst mit Wasser.

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Der Strand sieht sehr schön aus, doch die Wassertemperatur ist mit 14° viel zu kalt!

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