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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 1. Etappe: Namibia 17 mit Paul
Auf an den Atlantik!
Unser heutiges Ziel hiess Lüderitz, eine sehr deutsche Stadt am Atlantik. Von Keetmanshoop waren es gute 330 km zu fahren, dies aber auf einer Teerstrasse, so dass die Fahrt recht flott verlief.

Bevor wir jedoch in Richtung Westen losfuhren, besuchten wir knapp 20 km nordwestlich von Keetmanshoop noch eine Stelle, wo sehr viele der Köcherbäume, Aloe dichotoma, stehen. Diese bizarren Bäume sind im südlichen Namibia ab und zu anzutreffen, meist jedoch als Einzelgänger. Hier jedoch stehen sie ziemilich dicht an dicht. Die Gegend wird deshalb etwas grossspurig Köcherbaum-Wald genannt.

Wenn die Aloe auf den Hügeln stehen, geben sie ein sonderbares und für meine Augen ungewohntes Bild ab.

In Aus machten wir auf 1’500 m.ü.M. einen Kaffeehalt im Bahnhof Hotel, eine willkommene Pause vor dem Abstieg auf Meereshöhe. Über knapp 120 km geht es von hier runter ans Wasser! In Aus lag die Temperatur noch bei 38°, in Lüderitz dann nur noch bei 21°. Zeit für lange Hosen und einen Pullover!

Der Blick von meinem Hotelzimmer aus zeigt eine der Sehenswürdigkeiten von Lüderitz, die Felsenkirche. aus dem Jahr 1912 So schön blau das Meer auch aussieht, zum Baden ist es viel zu kalt. Im Hotel wurde die Wasser-Temperatur mit 14° angegeben.

In Lüderitz gibt es noch einige deutsche Häuser aus der Zeit um 1900 bis 1915. So auch dieses Hotel.

Eine andere Ansicht des Hotels mit einem interessanten Farbtupfer.

Diese Metallwerkstatt existiert seit 1909 und ist immer noch in Betrieb. Heute werden hier vor allem Autos und Landwirtschaftsgeräte repariert.

Dies ist der alte Bahnhof von wo aus Züge nach Keetmanshoop verkehren. Zur Zeit ist die Bahn gerade ausser Betrieb, da eine Düne die Strecke verschüttete. Bis sie weggeräumt wird, gibt es keinen Verkehr. Bis wann das geschieht, ist laut einer älteren Deutsch sprechenden Dame unbekannt. Die Mühlen malen auch hier sehr langsam und vor allem unvorhersagbar.

Ebenfalls aus dem Jahr 1909 stammt dieses schön renovierte Haus.

Nicht mehr gut im Schuss ist das Haus Eberlanz, welches etwas neue Farbe und Zuneigung brauchen könnte.

Eine Unterkunft, welche mit dem Namen „Kratzplatz“ wirbt, kann sicher keine deutschsprechenden Gäste anlocken. Ist der Name ein Hinweis auf Bettwanzen oder sonstige beissende Zeitgenossen? Ich möchte es auf jeden Fall nicht genauer wissen!

Unser Hotel, das Nest Hotel Lüderitz, ist die beste Unterkunft am Ort, es liegt auf einer Landzunge etwas vom Stadtzentrum entfernt. Hier gibt es keinen Grund sich nach einer Nacht zu kratzen, die Zimmer sind sehr sauber und das ganze Hotel hinterlässt einen gepflegten Eindruck.

Dasslebe kann man von dieser Liegenschaft leider nicht behaupten. Auch am Kirchweg ist der Lack leider ab. Dies gilt insgesamt für die Zeugen der deutschen Kolonialherrschaft, der Lack ist ab. Noch findet man einzelne ältere Bewohner, die gut Deutsch sprechen, doch ihre Zahl nimmt ab. Vorallem die Jungen ziehen in andere Gegenden,da hier die Erwerbsmöglichkeiten begrenzt und die politische Zukunft eher unsicher ist.

Die Felsenkirche ist aus der Nähe ein eher schmuckloses Gebäude, welches etwas von der lutherischen Strenge atmet. Freude soll hier wohl nicht herrschen, eher Zucht und Ordnung.
