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- Kategorie: Winterreise 17 / 18 - 1. Etappe: Namibia 17 mit Paul
In Namibia angekommen!
Heute war unser erster richtiger Tag in Namibia. Wir fuhren nach dem Frühstück los in den Süden nach Solitaire, einem Etappenort auf dem Weg zu den grossen Sanddünen in Sossusvlei. Wir wollten selbstverständlich nicht der Teerstrasse folgen, sondern in richtiger Namibia-Art die Staubstrassen befahren.

Bereits wenige km ausserhalb von Windhoek endet der Teer und der Staub beginnt. Dieses Bild oder ein ähnliches habe ich schon einige Male publiziert, dieser Anblick fasziniert mich jedes mal wieder von Neuem. Das Abenteuer kann beginnen! Interessant ist die unterschiedliche Farbe des Belages: Links noch schön schwarz, rechts bräunlich vom Staub der Pneus, der sich auf dem Teer ablädt.

Die von uns gewählte Strasse, die C26 führt über den Gamsbergpass, eine landschaftlich wunderschöne Strecke. Von Windhoek her kommend ist der Pass gar kein richtiger Pass. Die Strasse führt lange über eine Hochebene auf knapp 1’700 m.ü.M., bevor sie dann hinunter fällt. Für 20 km ist die Piste sehr kurvig, aber problemlos befahrbar. Sogar mit einem PW wäre die Strecke machbar, mit unserer Luxus-Karosse ist es natürlich absolut kein Problem. Der heutige Tag war für unser Abenteuer wie geschaffen, lediglich einige kleine Schäferwölkchen waren am Himmel, genau richtig für interessante Fotografien.

Ein Blick in die absolut menschenleere Landschaft. Ab und an ein kleiner Bauernhof und sehr verstreut sogar die eine oder andere Kuh, mehr als 20 Stück sahen wir heute aber nicht.

Die sociable Wavers, Webervögel, leben in grossen Kolonien auf Bäumen. Sie bauen ihre Mehrfamilienhäuser bevorzugt an Bäumen, oft auch auf Telefonstangen, von denen es entlang der Strecke einige gibt.

Ganz Namibia ist von Zäunen durchzogen. Die einzelnen Landwirtschaftsbetriebe umzäunen ihre Ländereien mit Stacheldraht. Die Tore ermöglichen die Durchfahrt mit Fahrzeugen, sie müssen aber jeweils von Hand geöffnet und wieder geschlossen werden. Entlang der Strassen gibt es deshalb jetzt meist eine Art Roste, welche von den Kühen nicht übertreten werden. Die Autos können aber problemlos darüber brettern. Und ein- und aussteigen entfällt.

Unterwegs überquerten wir heute noch den Wendekreis des Steinbocks auf 23.5° Süd. Damit sind wir für die nächsten paar Tage wieder ausserhalb der Tropen. Die Temperatur liess sich davon aber nicht beeindrucken. Je weiter wir in die Tiefe kamen, desto höher kletterte das Thermometer. Teilweise erreichte die Temperatur 41° Celsius. Und das am Tag, wo in der Schweiz der Schnee zum ersten Mal bis in die Niederungen fiel! Rechts des Schildes steigt gerade eine Windhose hoch, die Staub in die Höhe zieht.

Immer wieder ragten solche Felsformationen aus der Ebene hoch. Unter dem grossen, afrikanischen Himmel verlieren sie sich fast.

Nun sind wir definitiv in Namibia! Bei der Spitze des Pfeiles ist ein Oryx zu sehen, der erste, den wir auf dieser Reise sahen. Ich musste natürlich stoppen, um das Tier zu fotografieren. In den kommenden Tagen werde ich kaum mehr für eine einzelne Gazelle anhalten, sonst kommen wir nicht mehr vom Fleck! Das Tier war so weit weg, dass sogar meine 120 mm Linse nicht ausreichte. Und das grosse Glas mochte ich dann doch nicht auspacken.

Nun sind wir in Solitaire, einem Fleck mit einer Tankstelle, einer kleinen Lodge, sowie einem Kaffee mit bei vielen Reisenden berühmtem Apfelkuchen. Leider war dieser heute bereits ausverkauft, wir haben aber übermorgen noch eine zweite Chance. Nach der Ankunft nützten wir die Gelegenheit und hüpften noch in den kleinen Pool der Lodge, kurz nach uns kam ein grösserer Reisebus mit Franzosen an, die ebenfalls ins Wasser wollten.

Den Tagesschluss machte die Sonne mit einem schönen Sonnenuntergang, welcher den Himmel blutrot färbte.
