- Details
- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Fünfte Etappe - Colombia
Hinter den sieben Bergen

Mein heutiger Etappenort Valledupar liegt im Hinterland, etwa 50 km Luftlinie vom Meer entfernt hinter der Sierra Nevada de Santa Maria mit dem Pico Cristóbal Colón, dem mit 5’776 m höchsten Berg Kolumbiens. Ich umrundete die Berge auf meist knapp 200 m Höhe in einem Gebiet, wo viel Landwirtschaft betrieben wird. Viehzucht ist die Hauptaktivität. Der Himmel war öfter von Wolken überzogen oder dann war die Luft sehr dunstig, so dass der Gipfel nie sichtbar war. Lediglich die kleineren Vorberge bekam ich zu Gesicht.
Valledupar hat ein interessantes Klima: Die tiefste durchschnittliche Höchst Temperatur beträgt im Oktober 32.6 Grad. Alle anderen Monate sind wärmer. Der Januar hat die tiefsten durchschnittlichen Tiefsttemperaturen mit 22.4 Grad. Die Jahrestemperaturen liegen bei durchschnittlich 34.5 respektive 23.5 Grad! Pro Jahr regnet es an insgesamt 99 Tagen, im Jahresmittel 972 mm. 2013 wurde Valledupar vom meteorologischen Institut zur heissesten Stadt Kolumbiens erklärt.
Valledupar ist eine Stadt, in deren Innenstadt noch etwas Weniges vom kolonialen Erbe sichtbar ist. Viele Häuser wurden jedoch schon abgerissen und durch gesichtslose Neubauten ersetzt. Beim zentralen Platz stehen noch einige der ursprünglichen Häuser. Die Kirche stammt ebenfalls noch aus einem früheren Jahrhundert.
Eine moderne Skulptur gibt ein Gegenstück zur kolonialen Architektur. Über die Bedeutung der Skulptur konnte ich leider nur wenig in Erfahrung bringen. Die Stadt ist nicht auf Touristen eingerichtet, es gibt leider kein Fremdenverkehrsamt, wo ich Auskunft erhalten hätte. Ich las irgendwo, dass es sie die „marching Revolution“ darstellen soll. Naja.
Unterwegs sah ich eine Wandmalerei, welche die Landbevölkerung auf die Gefahr von Dengue hinweist. Ohne Brutstätten für Mücken gibt es kein Dengue. Man soll deshalb den Garten aufräumen, Büchsen und Wasserbehälter entfernen, Altpneus rezyklieren und überhaupt alles liegengebliebene Wasser ausleeren. Mückenlarven gedeihen vor allem in stehendem Wasser. Der Aufruf wird leider nicht gut befolgt: Ausserhalb der Ortschaften liegt oft sehr viel Abfall herum. Gerade Autofahrer werden ihren Müll einfach an den Strassenrand. An einer Stelle sah ich einen Platz, wo Fahrer von Lastwagen und auch Personenautos ihren Ölwechsel auf freiem Feld vornahmen. Das Altöl wurde einfach in den Boden gelassen, die leeren Behälter des neuen Öl flogen in die Büsche.
In der Innenstadt von Valledupar traf ich bei meinem Spaziergang auf eine Strasse, wo viele kleine Geschäfte angesiedelt waren. Die Angebote wechselten alle paar Meter. Einmal boten alle Läden Schuhe an, dann wieder alle Taschen, andere T-Shirts, Gürtel oder Schulbücher. Vergleichbare Angebote scheinen sich gegenseitig anzuziehen. Für die Käufer eine gute Erscheinung, so brauchen sie nur wenige Meter zu gehen, um sich einen Überblick über das aktuelle Angebot und die Preise zu verschaffen.
