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- Kategorie: Winterreise 15 / 16 - Fünfte Etappe - Colombia
In the Middle of Nowhere: Mompox
Mompox liegt wirklich in der Mitte von nirgendwo. Für die 250 km von meinem gestrigen Hotel brauchte ich heute knapp 6 Stunden, bis ich schliesslich hier ankam. Die Strasse war streckenweise gut, streckenweise aber eine sehr schlechte Piste mit vielen Sand- und Schlaglöchern.
Mompox wurde schon 1540 von den Spaniern gegründet und war während vieler Jahrzehnte ein wichtiger Ort für die spanische Kolonie. Mompox liegt am Rio Magdalena, welcher zur Zeit der Spanier der wichtigste Verkehrsweg war. Viele Schiffe brachten Waren vom Meer ins Hinterland und die Schätze des Hinterlandes ans Meer. Diese Bedeutung hat der Fluss heute verloren.
Die ganze Gegend war von Landwirtschaft geprägt, sehr viel Viehzucht und auch einigen Ackerbau sah ich auf dem Weg. Viele Kühe waren fast weiss, sie erinnerten mich so an die französischen Charolais Rinder, welche im Burgund als Fleischrasse gezüchtet werden. In der Mittagshitze suchten diese Tiere Schutz vor der Sonne unter einem grossen Baum. Dies erinnerte mich an meine kürzlichen Reisen in Afrika!
Eine Herde von Kühen war hier auf dem Weg zur Weide. Ich Einer-Kolonne marschierten sie hintereinander her. Weder Hund noch Hirte begleiteten sie, sie scheinen ihren Weg gut zu kennen.
Dieser Iguana ist für die Kühe keine Bedrohung. Auch mit seinem knappen Meter Körperlänge ist er keinerlei Gefahr, höchstens ein Konkurrent, wenn es ums Fressen geht. Der Vegetarier ernährt sich von Blättern und sonstigem Grünzeug. Die grössten Exemplare seiner Gattung werden bis 2 m lang, es gibt auch einzelne Gesellen, die 2.20 m lang sind! Die grösseren Iguanas sehen furchteinflössend aus, die Stacheln auf ihren Rücken werden bis zu 10 cm lang!
Bei der Ortseinfahrt von Mompox bemerkte ich dieses Fahrzeug. Auf den ersten Blick fiel mir nichts besonderes auf, erst als ich genauer hinsah, bemerkte ich die Besonderheit. Der Fahrer kann vermutlich nicht rückwärts fahren und so hat er zwei Fahrzeug-Kabinen hintereinander montiert, so dass er in jeder Situation vorwärts fahren kann. Ob er wohl auch zwei Motoren hat? Und falls ja nur mit jeweils Vorderrad-Antrieb? 
Viele Strassenzüge in der Stadt haben noch viel Flair der spanischen Kolonialzeit. Die Tafel rechts weist auf den Aufenthalt von Simón Bolívar in der Stadt hin. Er war zwischen 1812 und 1830 insgesamt sechsmal in der Stadt. Hier organisierte er auch seine Rebellentruppe, mit der es ihm schliesslich gelang, die Spanier 1824 aus ganz Südamerika zu verjagen.
Eine Seitenstrasse mit den einstöckigen Häusern. Noch ist vieles nicht zu Tode renoviert, wie die Innenstadt Cartagenas. In vielen der grösseren Häusern wurden schon Boutique-Hotels eröffnet, weitere sind im Bau. Bevor der Tourismus hier massiv eindringen kann, muss aber der Verkehr besser werden. Die heutige Strasse ist für viele Reisende viel zu aufwändig.
Die Aussenfassade eines Hotels in der Hauptstrasse mit schönen Fenstern und vielen Blumen.
1613 wurde die Kirche Santa Barbara erbaut. Ihr Kirchturm ist 8-eckig, ein seltener Baustil. Auch die maurisch anmutende Veranda am Turm ist eher ungewöhnlich.
Das Innere der Kirche ist recht schlicht gehalten, einzig der Altar ist vergoldet, er enthält eine Statue von Santa Barbara.
