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Oktober 12 - Ein Wochenende im Piemont
Im Oktober 12 reisten wir für ein kulinarisches Wochenende mit unseren Wiener Freunden ins Piemont. Hauptziel war - wie immer in dieser Gegend - der Besuch von Restaurants. Und auch wie immer genossen wir hervorragende Küche und ebensolche Weine.
Hier einige der Speisen, die uns serviert wurden.

Der Herbst ist im Piemont die Hochsaison für Pilze: Auf jedem Markt werden die schönsten Exemplare angeboten. Schöne kleine (und völlig wurmfreie) Steinpilze werden hier verkauft.

Zu einem leichten Mittagessen gab es ein Carpaccio aus den schönsten frischen Steinpilzen, hier dekoriert mit Granatäpfel-Samen, die sich mit ihrem leuchtenden Rot vom Weiss der Pilze abhoben.

Die für die kulinarischen Hardcore-Touristen wichtigste Spezialität des Piemont sind die weissen Alba-Trüffel, deren Gewicht fast schon mit Gold aufgewogen wird. Hier werden sie über ein Ei gehobelt, welches mit Fonduta (einem leichten Käse) überbacken wurde. Die Geschmäcke ergänzen sich ausgezeichnet.

Was kaum je auf dem Menu fehlt ist das Carne cruda, ein frisches Tartar, welches ausschliesslich mit etwas Salz und Pfeffer gewürzt wird und anschliessend mit wenig gutem Olivenöl verfeinert wird. In einigen Restaurants wird das Gericht noch mit weissem oder schwarzem Trüffel ergänzt, was aber eigentlich unnötig ist. Im Gegensatz zu unserem Tartar wird das piemontesische nicht mit dem Fleischwolf zubereitet, sondern mit dem Fleischmesser gehackt (battuta al coltello). Ich bilde mir ein, dass ich den Unterschied feststelle. Aber eben ...

Ein Gemüseflan aus einer Art Krautstiel (Cardo) mit Fonduta überzogen ist ein typisches Gericht aus der Gegend. Die Cardi sind ähnlich wie Artischocken, es werden aber die Stengel und nicht die Blüten gegessen. Die Kombination des Gemüses mit der Fonduta harmoniert sehr schön.

Zu jedem Essen gehören frische Grissini, welche von den Bäckern jeden Tag frisch von Hand gezogen werden. Sie ergänzen den Weisswein oder auch den leichten Roten zu Beginn der Mahlzeit. Auch während der Mahlzeit knabbert man gerne an den Stangen.

Eine meiner absoluten Favoriten sind die Ravioli oder Agnolotti del Plin, meist in einer Bratensauce serviert. Die Ravioli sind mit Brasato al Barolo gefüllt und haben einen fast durchscheinenden dünnen Teig. Ausgezeichnet!

Fettucine ai Funghi sind selbstverständlich auch immer willkommen. Steinpilze und Fifferlinge (Eierschwämme) teilen sich die schwere Last der kulinarischen Überzeugung des Essers. In meinem Fall ist dies aber kaum eine grosse Aufgabe.

Die letzten Reste des Weines werden mit der Vielfalt der lokalen Käse auch noch genossen. Zusammen mit dem frischen Brot bilden sich immer wieder neue Geschmäcke. Die Namen der Käse kann ich mir jedoch nicht merken, zu gross ist die Vielfalt. So lasse ich es jeweils beim Genuss bewenden.
Niemand wundert es, dass bei dem vielen Essen sich der Bauch bald so benimmt wie diese Panna cotta, welche oft als Dessert angeboten wird und die Völlerei so stilvoll abschliesst.
