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- Kategorie: Teil II: Südafrika von Durban nach Johannesburg mit Ruth
Zwei Tage im Hluhluwe-iMfolozi-Park
Dieser Park umfasst 960 km² meist hügeliges Gelände und liegt im zentralen Zululand in der Provinz KwaZulu-Natal. Wir begannen unsere Erkundung im unteren Teil, dem iMfolozi-Park, machten dort einen längeren Gamedrive und verliessen den Park am späteren Nachmittag im Norden, um in der kleinen Ortschaft Hluhluwe zu übernachten. Am zweiten Tag machten wir einen längeren ganztägigen Gamedrive im Hluhluwe-Teil des Parks.
Anfang der 1960-er Jahre war das Breitmaul-Nashorn bis auf einen kleinen Restbestand in diesem Park in Afrika ausgerottet. Die Regierung startete ein Rettungsprogramm und heute leben im Park wieder stattliche Gruppen der Grosstiere. Von hier aus wurden viele Rhinos in andere Parks ausgewildert und auch an Zoos übergeben.

Auf dem Weg zum Parkeingang fuhren wir durch viele Gebiete, die recht dicht besiedelt waren. Typische Streusiedlungen mit Häusern grossflächig über die Landschaft verstreut.

Elefanten leben in beiden Teilen des Parks, dessen beide Teile seit 1989 zusammengelegt sind. Es gibt keinerlei Grenzen im Park. Ein eindrücklicher Bulle erwartete und kurz nach dem Eingang als Teil des Begrüssungskomitee.

Ein Blick über die Hügellandschaft des Parks. Im unteren Teil ist dieser nicht sehr hügelig, im Norden sieht die Sache anders aus. Davon später mehr.

Raubvögel gibt es viele im Park, dieser Breitschwingen-Bussard oder Broad-winged Hawk sass prominent auf einem dürren Ast, von wo aus er eine gute Aussicht über mögliche Beute genoss.

Eine grössere Gruppe von Gnus, hier die Variante der Streifengnus, stand im Schatten einiger Bäume. Die Temperatur steig im Laufe des Tages auf 36° C. Auch für uns Menschen ziemlich heiss. Viele Safari-Fahrer sassen in ihren klimatisierten SUV und bekamen so kaum etwas von der Umgebung mit. Wir fuhren beide Tage mit geöffneten Fenster mit einen angenehmen Luftzug.

Noch eine Ansicht der Landschaft im iMfolozi-Teil des Parks. Dichter Wald und Gebüsch bedecken fast den gesamten Park. Dies macht die Tierbeobachtung nicht immer einfach. Sobald die Viecher 2 m abseits der Strasse standen, waren sie für uns unsichtbar.

Eine Gruppen von 4 kleinen Warthogs vergnügte sich auf diesem kleinen Wiesenstück. Dort waren sie für einmal gut zu beobachten.

Zwei Giraffen waren auch in der dichten Vegetation gut zu sehen. Ihre langen Hälse lassen sich nicht gut verstecken.

An einer Stelle bemerkte ich aus dem Augenwinkel im Gebüsch einen braunen Schwanz mit einer schwarzen Quaste, der schnell wieder verschwand. Nach einigem hin-und-her fahren fand ich die Löwin im Gebüsch.

Diesen Gesichtsausdruck kenne ich gut, er ist jeweils das Anzeichen eines kurz bevorstehenden Gähnens. Die Zunge wird zu einem Röhrchen gebogen und dann ist es höchste Zeit, die Kamera bereit zu machen, denn ...

… reist die Löwin ihr Maul weit auf und entblösst ihr beeindruckendes Gebiss. Das herzhafte Gähnen ist ansteckend! Lieber aus sicherer Entfernung mit dem Zoom fotografiert, als kurz vor dem Biss ins Bein gesehen.

Das ganze Spektakel dauert nur wenige Sekunden und bald schon sieht das Chätzli wieder normal aus.

Breitmaul-Nashörner sind wie schon erwähnt eine der Attraktionen des Parks. Dieses Paar ist gerade nahe der Strasse am Grasen. Die White-Rhino haben ein breites Maul, mit dem sie das Gras wie ein Rasenmäher abreissen.

Auf deutsch heisst dieser Storch Wollhals-Storch, als Wooly necked Stork kenne ihn die englisch-sprachigen Vogelliebhaber.

Die Nyalas sind eine Gazellen-Art, welche im südlichen Afrika beheimatet ist. Die Weibchen haben die feinen weissen Streifen auf ihrem Fell. Böcke bekam ich in diesem Park keines vor die Linse, sie waren oft im dichten Busch versteckt.. Dafür gibt es in den nächsten Parks sicher noch weitere Gelegenheiten.

Impalas sind im südlichen Afrika häufig anzutreffen. Viele jüngere Böcklein leben in sogenannten Bachelor-Gruppen zusammen. Der stärkste unter ihnen übernimmt mal ein Rudel mit Weibchen und Jungtieren, welches er dann für einige Monate beherrscht, bevor er durch einen stärkeren Rivalen wieder von Thron gestossen wird.

Auch Velvet-Monkey benötigen zeitweise Musse, um über den Sinn des Lebens nachzudenken. Dieses Männchen ist tief in Gedanken versunken, nicht mal meine Kamera liess ihn seine Meditation unterbrechen.

Der nördliche Teil des Hluhluwe-Parks ist sehr hügelig. Mich faszinierten die unterschiedlichen Grautöne in der Distanz.

Die grossen Hauer des Warthog können ganz schöne Verletzungen verursachen. Im Auto waren wir sicher und das Tier liess sich von uns nicht stören.

Eine Gruppe von Breitmaul-Nashörnern genoss ein ausgedehntes Schlammbad. Die beiden ausgewachsenen Tiere verfügen über eindrückliche Hörner. Jedes davon wäre auf dem Schwarzmarkt ein Vermögen wert. In diesem Park werden die Tiere durch Ranger geschützt, damit sie nicht gewildert werden.

Die vierte Tierart der sogenannten Big Five, Elefant, Löwe, Leopard, Rhino sowie die Büffel grasen nahe beim nördlichen Parkausgang. Einen Leoparden sahen wir im Park diesmal nicht, dieses Erlebnis erwartet uns noch. Also noch keine Big Five für uns.

Zebras brauche ich nicht vorzustellen. Diese hübschen Tiere sind ebenso symbolisch für Afrika wie Elefanten.

Den Abschluss der beiden Safari-Tage im Park macht eine Gruppe von jungen Impalas, die gerade schön von der Abendsonne beschienen wurden.
Morgen früh fahren wir zu unserem nächsten Stopp, dem Tembe-Elephant Park, den ich noch nie besucht habe. Er liegt weit östlich, fast an der Grenze zu Mozambique und wird eher selten besucht.