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- Kategorie: Teil II: Südafrika von Durban nach Johannesburg mit Ruth
Zwei Tage im Tembe Elephant Park
Am 29.12. 23 checkten wir in der Lodge im Tembe Elephant Park ein, wo wir für zwei Tage gebucht hatten. Der Eingang in den Park liegt nahe der Hauptstrasse und die Lodge etwas mehr als einen Kilometer innerhalb des Parks.

Unser Zelt lag etwas weit vom Parkplatz entfernt und deshalb halfen uns die Angestellten der Lodge mit dem Gepäck. Diese Dame, eine Köchin, bat mich, ihr meinen Koffer auf den Kopf zu heben. Sie trug die knapp 23 kg anschliessend mit gestrecktem Rücken bis zu unserem Zelt.

Was erwartet der Tourist im Tembe? Elefanten! Schon bei unserem Gamedrive am Nachmittag begegneten uns die ersten Riesen. Dieser war noch relativ klein, doch wenn er so auf der Strasse steht, ist kein Vorbeikommen. Also warten, bis es dem Herrlein passt und er sich in den Busch verzieht..
Wir fuhren in diesem Park nicht selber, unsere Reservation in der Lodge schloss zwei Gamedrives pro Tag ein, was wir gerne annahmen. Die Pisten im Park sind teilweise sehr sandig und dann wieder schlammig. Mit einem 2x4 Auto nicht befahrbar.

Diesen Crowned Hornbill sah ich noch nie. Er liess sich länger fotografieren und liess sich durch unsere Anwesenheit nicht stören.

Beim Hluhluwe-Park schieb ich, dass mir keine Nyala-Böcke vor die Linse kamen. Im Tembe war das ganz anders. Schon kurz nach dem Start begrüsste uns dieser voll ausgewachsene Bock. Die Nyalas sind im Tembe ein Problem, es gibt ausser einigen Löwen und Leoparden kaum natürliche Feinde, so dass sie viel zu viel wegfressen. Insbesondere jüngere Bäume haben kaum eine Chance auf Entwicklung, da die Keimlinge zu ihrer bevorzugten Diät gehören. Wir sahen Herden von 16 Böcken, die in Batchelor-Groups leben. Unser Fahrer, Patrick, erzählte, dass die Böcke von Zeit zu Zeit gejagt werden, um die Anzahl zu reduzieren. Das Fleisch wird anschliessend an die lokalen Communities rund um den Park verteilt, wo es sehr geschätzt wird.

An einem kleinen Wasserloch sahen wir einen Riedbock, der als Einzelgänger in den sumpfigen Gegenden lebt. Weiter nördlich lebt ein Verwandter dieser Böcke, die Sitatunga, welche ich erst einmal in Kenya sah.
Am ersten Nachmittag setzte während unseres Gamedrives ein starker Regen ein, der gleichzeitig mit einem massiven Temperatur-Sturz einherging. Von 36° am Tag zuvor fiel die Temperatur auf nur noch 20°. Zusammen mit dem Fahrtwind und der Nässe sorgte dies für ein unangenehmes Erlebnis für die letzte Stunde des Drives.

Im Restaurant des Camps kamen am Abend jeweils Bush Babies zu Besuch, am ersten Abend sechs Tiere. Wir waren lediglich acht Personen am Nachtessen. Am zweiten Abend wurden diese ausserhalb des Restaurants gefüttert, weil es mehr Gäste hatte.

Elefanten geniessen ab und an ein Bad, dieser grosse Bulle staubte sich mit feinem Sand ein. Ein besonderer Anblick.

Während grosse Gebiete des Parks mit dichtem Wald bewachsen sind, gab es auch grosse, offene Stellen. An dieser Stelle lag ein etwa 8x3 km grosser Sumpf, wo viel Schilf wuchs.

In dieser Ebene waren viele Elefanten unterwegs, sie genossen das frische Gras und das Schilf. Neben dem Fressen blieb auch noch etwas Zeit für eine soziale Interaktion. Zwei jüngere Bullen massen ihre Kräfte auf spielerische Weise.

Ein erst wenige Monate altes Elefäntli wird von seiner Mutter und einem Geschwister bewacht.

Ich sah schon lange nicht mehr so viele Elefanten mit grossen Stosszähnen. In den vielen Schutzgebieten in anderen Ländern leben viele Tiere mit nur kleinen oder gar keinen Stosszähnen. Grosse Stosszähne sind bei Wilderern sehr beliebt, die übrigen zählen nicht. Natürliche Selektion am Werk.

Immer wieder kam eine neue Gruppe aus dem Sumpf und machte sich auf den Weg in den nahegelegenen Wald, wo sie die Nacht verbringen.

Einer der grösseren Bullen mit imposanten Stosszähnen.

Bei einen kleinen Tümpel sassen einige White faced whistling Ducks am Ufer.

Vor einigen Jahren wurde eine Gruppe von Löwen in den Park eingeführt, die sich prächtig vermehrt haben. Zwei grosse Männchen schliefen wohlgenährt am Rand eines Wasserlochs. Als wir den Motor starteten, schauten sie auf und musterten uns genau, bevor sie sich wieder hinlegten. Kein Interesse am westlichen Chemiecocktail.

Immer wieder schöne Wasserlandschaften zwischen den dichten Wäldern. Meist allerdings ohne viele Tiere, da diese den Wald vorzogen. Die Temperatur stieg im Laufe des Tages wieder auf über 30° und in der direkten Sonne war die gefühlte Temperatur noch höher.

Am letzten Morgen wollte uns Patrick noch einen Leoparden und auch ein paar Giraffen zeigen. Zumindest einen Abdruck einer Leoparden-Pfote sahen wir schon bald. Im Tembe gibt es keine Hyänen und nur wenige Löwen. Leoparden müssen ihre Beute deshalb nicht auf die Bäume hoch schleppen, um sie vor der Konkurrenz in Sicherheit zu bringen. Leider sind sie daher auch nicht so einfach zu finden.

Statt eines Leoparden sah ich einen African Hoopoe, bei uns als Wiedehopf bekannt. Ein witziger, kleiner Vogel. Einer meiner Lieblinge.

Der vordere Bulle hat mit die längsten Stosszähen, die ich seit langem sah. Sicher 1.5 m lang und nach Patrick je bis zu 45 kg schwer. Eine grosse Last auf den Halsmuskeln!

Einige Elefanten im Hintergrund und davor beim Wasser einige Impalas, die Jungtiere der letzteren erst wenige Wochen alt.
Weder ein Leopard noch die gesuchten Giraffen liessen sich heute fotografieren, dafür viele schöne Landschaften sowie andere, interessante Tiere. Die beiden Mornig-Drives starteten übrigens um 06:00 nach einem kleinen Frühstück um 05:30. Bei der Rückkehr folgte dann ein ausgiebigeres Frühstück mit Eiern und allem, was dazu gehört. Die Morgendusche musste jeweils bis nach der Rückkehr vom Drive warten.

Pünktlich am heutigen 1.12. erschien die Weihnachtsdekoration im Restaurant der Lodge. Immer wieder ein seltsamer Anblick, wenn im gefühlten Hochsommer der künstliche Schnee erscheint.