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- Kategorie: Costa Rica 22
Vögel beobachten auf 1310 m.ü.M.
Wir entschlossen uns, nochmals eine Nacht in der Lodge anzuhängen, da das Licht am Morgen sehr schön war und wir vom Hotel aus einige Wanderungen machen wollten, um unter anderem Vögel zu beobachten. Ein anderer Grund war, dass uns die Lodge sehr gut gefiel und das Restaurant ausgezeichnete Küche servierte.

Nicht weit von der Lodge entfernt stürzt sich ein Fluss etwa 30 m in die Tiefe und füllt unten ein kleines Bassin. Der Besitzer der Lodge installierte eine Aussichtsplattform sowie einige Stühle, von denen aus man das Geschehen sehr gut beobachten kann.

Vom unteren Ende des Wasserfalls aus führt ein längerer Rundweg für etwa 2 km im Regenwald auf einen Aussichtspunkt, von wo aus man angeblich eine schöne Rundsicht hätte. Hätte, da wir nach knapp 200 m aufgaben und den Rückweg antraten. Der Weg war sehr uneben und an einigen Stellen auch sehr morastig. Für mich nicht machbar.

Bei der Lodge liegen 4 Teiche, in welchen Kois, die japanischen Zierfische, herum schwimmen. Dazu leben auch drei heimische Wasserschildkröten in den Teichen. Diese beiden genossen die wärmende Nachmittagssonne ausserhalb des Teichs.

Direkt vor dem Essraum der Lodge hängt der Besitzer jeweils am Morgen Früchte auf, damit die Vögel hier ihr Frühstück erhalten und gleichzeitig die Gäste während ihres Frühstücks die Vögel zu Gesicht bekommen. Dieser schöne Vogel ist eine Oropendula montezuma (Psarocolius montezuma), ein ganz spezieller Vogel. Auf Deutsch heisst er Montezumastirnvogel.

Die vielen Blüten im Wald ziehen kleine Kolibris an. Diese sind jedoch sehr schwierig zu fotografieren, da sie sehr nervös von einer Blüte zur anderen fliegen. Ab und zu, mit genügend Ausdauer, gelingt doch ein Schuss.

Zitronengelber Bauch, brauer Flügel, weisser Kopf mit schwarzem Käppchen und eine schwarze Augenbinde zeichnen diesen Pitangus sulphuratus aus. Der deutsche Name ist Schwefelmaskentyrann. So doof.

Rabenschwarz mit einem purpurroten Fleck vor dem Schwanz und einem hellblauen Schnabel zeigt sich diese Passerinitangare (Ramphocelus passerinii). Das Männchen ist so gefärbt, das Weibchen …

… ist nur wegen des gleichfarbigen Schnabels zu erkennen. Bananen und Papaya werden von den Vögeln sehr gerne gefressen. Wir beobachteten aber, dass Bananen die Favoriten sind. Papayas werden erst angepickt, wenn nur noch Bananenschalen vorhanden sind. Diese werden nicht gefressen.

Dieser eher unscheinbare Vogel heisst auf Deutsch Gilbdrossel (Turnus grayi), er ist der Nationalvogel von Costa Rica und wird hier „yiguirro“ genannt.

Oben auf den Stangen sind die Früchte befestigt, welche von den Vögeln gefressen werden. Ab und zu fällt auch ein Stück Fruchtfleisch zu Boden oder das eine oder andere Schalenstück findet den Weg dorthin. Einige Hühner leben ebenfalls auf dem Gelände, diese kümmern sich sofort um die Reste.
Mir fällt da immer eine englische Redensart ein: You can fly with the eagle or scratch with the chicken.

Nun noch eine Oropendula bei ihrem seltsamen Ritual. Ab und zu lassen sie sich vornüber fallen und führen einen seltsamen Tanz auf. Hier eine Bildersequenz dazu.





Anschliessend richtet der Vogel sich wieder auf, singt etwas und fliegt davon.
