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- Kategorie: Costa Rica 22
Von 1450 m.ü.M. runter auf 500 m.ü.M. und wieder auf 1310 m.ü.M.
Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum nur etwa 10 km Luftlinie entfernten Monumento Nacional de Guayabo, einer archäologisch interessanten Anlage. Diese Anlage wurde zwischen 1000 v.Chr. und 1400 n.Chr. erbaut und die Überreste deuten auf eine gut organisierte Gesellschaft mit sehr viel verfügbaren Arbeitskräften hin. Ausser den steinernen Ruinen ist jedoch nichts erhalten. Im feucht-warmen Klima halten sich organische Materialien nicht. Es ist trotzdem die wichtigste präkolumbianische Stätte Costa Ricas. Grund genug für uns, ihr einen Besuch abzustatten.

Die Anfahrt über eine kleine, teilweise ungeteerte Strasse führte durch stark landwirtschaftlich genutztes Gebiet, in welchem auch Viehwirtschaft betrieben wurde. Die Gegend ist landesweit für guten Käse bekannt.

Die meisten Bäume des Waldes sind mit von unten bis oben mit Flechten und Bromelien überwachsen. Ab und zu brechen die Äste unter dem Gewicht der zusätzlichen Vegetation ab.

Dann gibt es natürlich auch nicht nur pflanzliche Last, welche die Bäume tragen. Auch Faultiere hängen in den Bäumen. Dieser spezifische Baum ist eine Cecropia, ein sehr interessantes Gewächs. Unter anderem leben Ameisen in Symbiose mit ihm und auch Dreizehen-Faultiere lieben seine Blätter. Ein sehr interessante Artikel mit viel spannenden Informationen gibt es bei Wikipedia, den ich hier verlinke (Klick mich!).

Dieses Tier posierte für mich frei im Geäst hängend. Der Gesichtsausdruck der Faultiere erinnert immer an ein Lächeln, denn ihre Maulecken sind immer hochgezogen. Offenbar ist dies ein älteres Tier, das Fell ist von den Moosen schon ziemlich grün.

Im Monument bietet ein hoch gelegener Aussichtspunkt eine Übersicht über die freigelegten Teile der Anlage. Einige Grabhügel und dahinter eine auf etwa 100 m freigelegte Zugangsstrasse, die wie wir später sahen, gepflastert ist. Der Auf- und Abstieg sowie der ganze Weg vom Parkplatz bis zur Anlage führen durch dichten Regenwald und sind daher nicht ganz so schweisstreibend. Zumal auf 1100 m.ü.M. die Temperatur am frühen Morgen noch bei angenehmen 22 Grad liegt.

Ein Grabhügel aus der Nähe. Er besteht aus vielen einzelnen Steinen, die auf den ersten Blick keine Bearbeitungen aufweisen.

Als ich diesen Bussard fotografierte, schaute er sehr skeptisch von seinem Hochsitz aus, liess mich aber gewähren. Hätte er einen Laut von sich gegeben, hätte es wohl wie "Ts, ts" getönt.

Noch ein Blick auf die Strasse, von welcher nur ein sehr kurzes Stück freigelegt wurde. Insgesamt soll sie über 4 Kilometer führen. Wozu sie genau diente, ist unklar, zumindest fand ich nirgends genauere Angaben. Das Rad kannten die Ureinwohner hier nicht.

Auf der Fahrt vom Vulkanhang in die Ebene sahen wir einen Kakaobaum im Vorgarten eines Hauses. Die gelben und roten Früchte sind im dichten Blätterwerk nur schwer auszumachen. In der Gegend gibt es neben Kakao auch viel Kaffee und die üblichen Bananen. Auch Mangobäume sind häufig.

Diese orange blühenden Bäume geben den Wäldern einen hübschen Farbstich. An einigen Stellen sind sie sehr häufig.

Der Blick in ein Flusstal zeigt die üppige Vegetation, auch dann, wenn das Gebiet landwirtschaftlich genutzt wird, ist jeder Fleck mit dichtem Grün überzogen.

Nun sind sind wir für die Nacht wieder auf 1100 m.ü.M. in einem sehr abgelegenen aber sehr schönen Hotel mit ausgezeichneter Küche. Direkt hinter unserem Zimmer ist gerade ein Bambus am hochschiessen. Der neue Trieb ist etwa 10 cm dick und bereits 4 m hoch. Er muss noch einiges zulegen, bis er mit seinem Kollegen mithalten kann.
Morgen werden wir uns aus dem Hochland verabschieden, wir brauchen Wärme. Auf diesen Höhen werden die Nächte mit 15 Grad unangenehm kühl.
Update: Wir bleiben noch eine Nacht, es gibt viel zu sehen und viele Vögel!
