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Jademuseum, Töggeli und schöne Häuser
Das Jademuseum in San José enthält nicht nur Schmuckstücke aus Jade, daneben gibt es ganze Schränke von Keramiken und Figuren aus Gold, Terracotta, Holz und noch anderen Materialien. Weiter sind auch Szenen aus dem täglichen Leben der Einheimischen aus der Zeit vor Kolumbus dargestellt. Ein interessantes Museum.

Die schiere Menge an Ausstellungsstücken in den Vitrinen erschlägt einen beinahe. Die ersten Schränke sahen wir uns noch im Detail an, die weiteren dann bald etwas oberflächlicher. Ausser den Schränken gab es auch noch Schubladen, in welchen kleinere Schmuckstücke und Gegenstände lagen. Auch hier öffneten wir nur ein paar davon, andere liessen wir geschlossen.

Auf unserer Reise in Chile hatte Ruth keine Lust, das Museum der präkolumbischen Kunst in Santiago de Chile anzusehen, zuviele Töggeli mit dicken Bäuchen. Auch in Costa Rica gab es diese Figuren, hier ein besonderes Beispiel. Diesmal gefielen sie auch Ruth.

Gefässe aller Art, deren ursprünglicher Verwendungszweck sich nicht so einfach erschloss, machten einen grossen Teil der Ausstellung aus. Die wenigsten Exponate waren beschriftet, meist stand bei dem Gestell einfach der Name der Region, wo die Archäologen die Gegenstände fanden.

Diese Schüssel stammt gemäss der Beschriftung aus der Zeit zwischen 500 und 1300 unserer Zeitrechnung. Mir gefielen die Motive der Zeichnungen. Die Spanier trafen bei ihrem Eroberungs- und Raubzug in der neuen Welt auf eine recht hoch entwickelte Kultur. Dies hielt sie aber nicht davon ab, alles, was sie wertvoll fanden, einfach zu klauen. Schliesslich hatten sie ja den Auftrag der Kirche, diese Völker zu christianisieren und jene des Königs, für Spanien Ressoucen zu beschaffen.

Wieder so ein Töggeli, auch dieses hat einen imposanten Wanst. Ein Trinkgefäss?

Jadeschmuck und Gegenstände gab es in grosser Anzahl. Die meisten Stücke waren nicht als Schmuck für normale Leute gedacht, meist waren es Abzeichen irgendwelcher offizieller Ämter oder Persönlichkeiten.

Dieser stilisierte Pelikan wurde als Gefäss gebraucht.

Mehr Jadeschmuck und ein interessantes Gerät: Mit diesem konnten Löcher in die Jadeplatten gebohrt werden. An der Spitze befand sich ein kleines, zugespitztes Jadestück, welches als Bohrkopf diente. Der quer liegende Stab wurde entlang des Bohrers rauf und runter bewegt, worauf sich der Bohrer drehte. Viele der kleineren Jade-Stücke wurden zu Ketten zusammengesetzt und dazu mussten die einzelnen Stücke gelocht werden.

Die Ureinwohner hinterliessen riesige Steinkugeln, diese hier misst einen knappen Meter im Durchmesser. Sie sind nahezu perfekt rund gearbeitet. Eine davon steht hier im Museum.

Schamanen-Werkzeuge. Mit diesen Pfeifen wurde Tabak und anderes Kraut geraucht. Dieses wurde im runden Loch angezündet, der entstehende Rauch anschliessend mit den beiden Röhren direkt in die Nase gezogen. Ein seltsames Vorgehen, aber offenbar sehr wirksam, galten doch die Schamanen als wichtige Personen, die bei Krankheiten und anderen Problemen helfen konnten. Den Tabak-Konsum übernahmen die Spanier bei ihren Reisen und brachten die Sucht so nach Europa. Bei uns wird er meines Wissens nicht auf diese Weise genossen, ich sah jedenfalls noch niemanden bei diesem Vorgehen.

Eine hübsche, nachdenkliche Figur. Ihre Bedeutung war nirgends erläutert.

Im Eingang des Museums steht dieser grosse Block Jade. 68x90x40 cm misst dieser Mocken.

Das neue Parlamentsgebäude ist dieser unsägliche Betonblock . Nur kleine Schiessscharten lassen auf dieser Seite etwas Licht ins Dunkel der Parlamentsarbeit. Das Gebäude hat auf der linken Seite grössere Fenster, aber auch dort ist die Transparenz nicht sehr gross. Die rechte Skulptur stellt den ehemaligen Präsidenten von Costa Rica dar: José Figuerez Ferrer. Während seiner ersten Amtszeit schaffte er 1949 die Armee ab, verstaatlichte die Banken und gewährte den Frauen und Schwarzen das Wahlrecht. Costa Rica verfügt bis heute über keine Armee, das Geld wird stattdessen in die soziale Wohlfahrt investiert.

Als Kontrast zum Beton-Parlament liegen drei der Kugeln der Ureinwohner auf einer Rabatte vor dem Gebäude.

Ein Quartier etwas nördlich der Innenstadt weist einige hübsche Häuser auf, heute meist Hotels oder Pensionen. Dies ist das Hemingway Inn, hat aber mit dem Schriftsteller nichts zu tun.

Die Casa Verde, das Grüne Haus, ist gut im Schuss, auch dies aktuell ein Hotel mit günstigen Zimmern.

Heute war es für uns beide an der Zeit, unsere Haare schneiden zu lassen. Bei mir dauerte die Prozedur etwa 10 Minuten, Ruth sass während einer guten Stunde auf dem Stuhl. Sie hat auch viel mehr Haare als ich. Die nächsten paar Wochen wissen wir noch nicht, wo wir übernachten werden und ob es dort auch Gelegenheit für einen Haarschnitt geben wird. Abgeschnitten ist abgeschnitten!

1908 wurde dieser Bahnhof eröffnet, er ist noch heute in Betrieb. Die Zugpassagiere warten vor der Einfahrt des Zuges in einer langen Schlange, kein Drängeln und Stossen!

Unser Rückweg zum Hotel führte durch den Parque Nacional, einen hübschen Stadtpark in San José. Wie in vielen Parks gibt es auch hier moderne Kunst, diese drei aus der Erde aufsteigenden Männer sind ein Beispiel dafür.

Schliesslich als letztes Bild aus San José: Die grosse Statue im Park erinnert an den Krieg, den die mittelamerikanischen Staaten 1856 gegen einen nordamerikanischen Invasionsversuch fochten und gewannen. Die Statue wurde von Louis Carrier Belleuse, einem Franzosen, der bei Rodin ausgebildet wurde, erschaffen.
Morgen geht es für uns weiter zum Tortuguero-Nationalpark. Wir hoffen, dass es diesmal mit dem Mietauto klappt!
