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Von Goldfigürli und anderen Gestalten in San José
Unseren ersten Tag in San José verbrachten wir mit einer längeren Besichtigungstour in der Innenstadt. Ein Museum sowie ganz einfach auch das Leben in der Stadt waren auf dem Programm.
Ein erster Stopp galt dem zentralen Markt, einer grossen Markthalle, in der neben Lebensmittel auch viele Dinge des täglichen Bedarfs der Einheimischen sowie des allgemeinen Touristenbedarfs angeboten werden.

Interessant fand ich dieses Fleischstück, das zwar sehr gut aussah, doch ob ich es bei diesem Namen auch kaufen würde? Mano de Piedra heisst in unserer Sprache Hand aus Stein. Ich las aber später im Internet, dass es sich um ein ausgezeichnetes Stück Fleisch handeln soll, welches bei einem Festtagsgericht in Costa Rica Verwendung findet. Falls ich es einmal in einem Restaurant angeboten finde, werde ich es sicher ausprobieren und hier berichten. Ich fand schon mal ein Rezept für ein Festtagsgericht (Klick mich!).

Die Nationalbank von Costa Rica hat in ihren Kellerräumen einen Goldschatz angehäuft, der aus der Zeit vor der Invasion der Spanier stammt. Hätten die Spanier diese Schätze entdeckt, wären sie wie alles andere längst nach Spanien entführt und eingeschmolzen worden. Nun werden sie hinter dicken, spaniersicheren Panzertüren ausgestellt. Ich habe einige Bilder gemacht und zeige eine kleine Auswahl davon.

Viele der Ausstellungsstücke stammen aus der Zeit von etwa 500 bis 1500 unserer Zeitrechnung. Amulette und Kultgegenstände bilden den Hauptteil der Ausstellung.

Frösche spielten bei den Ureinwohnern offenbar eine wichtige Rolle. Offenbar halfen sie den Schamanen bei ihren Ritualen, den Bestattern bei ihrer Aufgabe und sollen auch die sterblichen Überreste der Menschen bewacht haben.

Kleine Menschenköpfe fanden sich ebenfalls in der Ausstellung. Aus purem Gold gefertigt waren sie vermutlich Schmuckstücke.

Ein anderes Amulett ist eine allegorische Vereinigung eines katzenähnlichen Tieres mit einem Krokodil. Das ganze Stück misst knapp 10 cm von Kopf bis Schwanzspitze.

Offenbar reichten die geistigen Kräfte der Schamanen nicht immer aus, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Es gab viele goldene Inhalations-Geräte, mit denen die Schamanen berauschende Substanzen einatmeten. Auch hier nichts Neues unter der Sonne.

In der Fussgängerzone gibt es an vielen Stellen ambulante Händler, welche ihr Angebot auf der Strasse auslegen und lautstark anpreisen. Ab und zu ertönt ein lauter Ruf „Ojos!“ - Augen in unserer Sprache. Sofort räumen die Händler ihr Angebot zusammen und setzen sich auf die Bänke in der Gegend oder stehen gelangweilt in der Gegend herum.

Der Grund sind die vier Augen der Polizisten auf ihren Motorrädern. Offenbar sind die ambulanten Händler illegal unterwegs. Sobald die Polizisten ausser Sicht sind, kommen die Waren wieder hervor.

Ab und zu sah ich heute solche interessanten Motorräder. Eigentlich ein Fahrrad mit einem eingebauten kleinen Motor. Fahrend machen diese Dinger einen Höllenlärm, da der Auspuff keinen Schalldämpfer hat.

Alt und Neu zusammen: Im Vordergrund die alte Hauptpost und im Hintergrund die Banco Nacional de Costa Rica. Irgendwann ging den Städtebauern hier der Sinn für die Schönheit verloren. Schade.

In einer kleinen Kirche fand ich diese interessante Installation. Die Kirche geht mit der Zeit: Hier kann mit Kreditkarte und sogar berührungslos gespendet werden. Bargeld will nicht mal mehr die Kirche, per Kreditkarte doch noch so gerne!

Simon Bolivar, der südamerikanische Freiheitsheld, darf auch in San José nicht fehlen. Seine Statue steht am Eingang eines kleinen Parks.

Die sogenannte Casa Amarilla, das gelbe Haus, stammt aus dem Jahr 1912, sie ist heute der Sitz des Aussenministeriums. Im Garten wurde 1963 anlässlich eines Besuchs von John F. Kennedy und fünf Präsidenten aus Mittelamerika ein Ceiba-Baum gepflanzt, den ich mir heute noch ansehen wollte.

Ausser einer Plakette, welche auf den Baum hinweist und einem Philodendron, welcher den Baumstrumpf überwuchert, gibt es nichts mehr zu sehen. Der Baum selber wurde gefällt, da er morsch war.

Juan Vasquez de Coronado hingegen steht immer noch stramm auf seinem Sockel. Er gilt als der Begründer Costa Ricas. Auf einer Reise zurück nach Europa, wo er seinen offiziellen Titel als Erster Königlicher Gouverneur von Costa Rica erhalten sollte, verschwand sein Schiff in den Tiefen des Ozeans. Dumm gelaufen.
