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Kategorie: Atlantik, USA und Mexico 14 - Teil 2 Route 66
06. Juni 2014

Route 66 - Tag 14 - Death Valley, CA: Gute Nacht, auch auf -65 m und ein zu Stein gewordener Betrug

Die Furnace Creek Ranch im Death Valley ist nicht nur ein sehr heisses Gebiet, die Ranch liegt auch 65 m unter dem Meeresspiegel. Schlafen kann man hier aber ohne Schnorchel, absolut kein Problem. Im Gegenteil, ich schlief hervorragend und konnte sogar die Klimaanlage ausschalten. Die Temperatur im Zimmer lag während der ganzen Nacht um 25 Grad, mit einer leichten Decke sehr angenehm.
Heute wollte ich einige Highlights des Death Valley besuchen und machte mich relativ früh am Morgen auf den Weg, da dann die Hitze noch auszuhalten war. Im Laufe des Tages stieg die Temperatur dann auf 48 Grad! Am späteren Nachmittag deshalb nur noch Pool. Ich fahre meist mit offenen Fenstern, die Klimaanlage schalte ich nur auf den Interstates ein. Sonst riskiere ich eine dauernde Erkälltung bei dem dauernden Temperaturwechsel.

USA Mexico 14 239

Auf dem Weg zur ersten Attraktion des Tages bemerkte ich eine sehr interessante geologische Formation auf der anderen Talseite. Zwei gigantische Schuttfächer zeigen, dass ab und zu auch hier Regen fällt und jeweils riesige Erosionen auslöst. Das ausgeschwemmte Geröll bildet dann diese sehr grossen Schuttfächer. Hier sind sie besonders gut sichtbar, da sie nicht von Vegetation bedeckt sind. Diese fehlende Vegetation erleichtert auch das Auswaschen der Bergflanken.

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Ab und zu sah ich Echsen auf dem schwarzen Strassenbelag sitzen und offensichtlich die Hitze geniessen. Wie heiss wohl der Teer war? Sobald ich näher kam, rannten sie weg, deshalb ist diese Aufnahme auch nicht besonders scharf.

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Scotty’s Castle liegt im Norden des Death Valleys, etwa 60 km von meinem Hotel entfernt. 1922 begann Walter Scott das Schloss zu bauen, dies mit Geld, dass er betrügerisch von Anlegern erhielt. Er behauptete, er besässe eine grosse Goldmine und investierte die erhaltenen 1.5 - 2.5 Mio. $ stattdessen in das Gebäude. Sogar einen Burggraben liess er bauen, das notwenige Wasser ist in dieser Gegend aber eher schwierig zu erhalten. Die ganze interessante Geschichte rund um das Gebäude liest sich in Wikipedia (englisch). Besonders spannend fand ich, dass der Investor, der am meisten verlor, später zu einem Freund von Scotty wurde. Zu jeder Viertelstunde ertönt mitten in der Wüste das Geläut von Big Ben in London. Wenn schön betrügen, dann gerade richtig und mit Stil!

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Mein nächster Stopp galt einem Vulkankrater nahe bei Scotty’s Castle, dem Ubehebe-Krater. Je nach Quelle ist er zwischen 800 und 7000 Jahre alt, genauere Information sind nicht zu finden. Klarer sind die Ausmasse, diese sind ja einfach nachzumessen: Knapp einen Kilometer Durchmesser und bis 240 m tief.

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Wieviele Leute sich für die Naturphänomene interessieren lässt sich an diesem Parkplatz ablesen. Hinweis: Dies ist mein Auto.

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In dieser wüstenhaften Landschaft ist gut zu sehen, was eine kleine Quelle ausmacht: Sobald Wasser vorhanden ist, spriesst die Natur und viele Pflanzen überziehen die Wüste mit saftigem Grün! Ohne Wasser kein Leben.

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Auch Sanddünen gibt es im Death Valley: Die Stovepipe Wells (Ofenrohr). Wer allerdings schon einmal richtige Dünen gesehen hat, ist davon nicht gross beeindruckt. Ein Besuch lohnt sich aber trotzdem. Die Bäume wurden vor vielen Jahren durch die wandernden Dünen abgetötet und bilden nun noch ein gutes Fotomotiv.

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Borax (Wikipedia) ist ein wichtiger Rohstoff mit vielfältiger Verwendung. Dieser wurde im 19. Jahrhundert hier im Death Valley abgebaut, gereinigt und dann mit sogenannten Muletrains nach Mojave transportiert: 20 Maultiere zogen solche bis 9 t schwere Gespanne die 275 km aus dem Tal zur nächsten Bahnstation! Eine unvorstellbare Plackerei. Das Wasser und sämtliche Lebensmittel mussten ebenfalls herangeschafft werden. Der grosse Tank, der mitgeführt wurde, diente unter anderem als Tränke für Mensch und Tier während der Reise. Er musste unterwegs öfter nachgefüllt werden.

Der Abbau und die Verarbeitung des Minerals ist unter den hier herrschenden Umständen kaum vorstellbar. Die Arbeiter waren offensichtlich meist Chinesen, welche in der Chinatown von San Francisco angeworben wurden.

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Heute stehen von den einstigen Anlagen nur noch einige wenige Ruinen. Ein Teil der Kesselanlage ist noch vorhanden, allerdings ziemlich verrostet. 1888n wurden hier die sämtliche Aktivitäten eingestellt.
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