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- Kategorie: Winterreise 14 / 15 - 2. Etappe Cuba
Ein nasser Start und ein noch nicht süsses Ende

Das neue Jahr empfing uns heute mit strömendem Regen. Nachdem es gestern kurz vor Mitternacht einen regelrechten Wolkenbruch gab, verlief die Nacht ruhig und der Mond schien vom wolkenlosen Himmel. Nach dem Morgenessen dunkelte der Himmel ein und ein weiterer Regenguss eröffnete das Jahr.

Dieses Kreuz steckte Kolumbus am 1. Dezember 1492 dort in den Boden, wo heute unser Hotel steht. Bei seiner ersten Reise in die neue Welt machte er auch auf Kuba Halt und hinterliess hier sein Zeichen. Das Holz wurde auf etwas mehr als 500 Jahre datiert, es stammt aber aus einem Baum aus der neuen Welt und nicht aus Spanien. Offensichtlich fällten die Spanier einen Baum und zimmerten daraus dieses Zeichen. Heute steht es in der Kirche des Städtchens Baracoa.

Das originale Kreuz, welches Kolumbus in die Erste steckte, war ursprünglich gute 2m hoch, in der Vergangenheit schnitten viele Besucher Stücke ab, so dass es heute nur mehr 1m misst. Nun wird es hinter einer Gitter aufbewahrt und ist so dem Zugriff der Besucher entzogen. Fotografieren lässt es sich immer noch.

Bei einem Spaziergang in der Stadt gelangen heute einige schöne Aufnahmen, da keine direkte Sonne starke Schatten warf. Die meisten grösseren Geschäfte blieben heute geschlossen, lediglich einige kleinere Läden verkauften Früchte und Gemüse. Sämtliche Wände sind auch in Baracoa mit Parteiparolen verschmiert, noch fast wichtiger sind jedoch die Embleme der Fussballclubs aus Europa, hier das Zeichen eines der spanischen Klubs.

Viele der jungen Mädchen tragen diese Art Kappen, mich erinnern sie an Badekappen, wie sie bei uns auch üblich waren.

Der Malecon in Baracoa ist ziemlich herunter gekommen, ein Hurricane zerstörte auch hier viel der Infrastruktur und beschädigte viele Häuser. Das Geld sowie das Baumaterial für den Wiederaufbau fehlen und so bleiben die Ruinen einfach stehen.

In dieser Gegend wird ein Grundstoff für eine wichtige Industrie der Schweiz angebaut. Das feucht-warme Klima ist ideal dafür. Die Blüte entspringt direkt einem Ast und entwickelt sich nach ihrer Bestäubung in eine grosse Fruchtkapsel.

Die reife Kapsel hängt direkt am Stamm oder an einem Ast des Baumes. Es gibt verschiedene Arten der Kapseln, die einen sind rot, wenn sie reif sind, andere gelb.

Unser Führer schnitt eine gelbe Frucht auf, darin befinden sich viele Körner, welche wiederum in weisses Fruchtfleisch eingepackt sind. Dieses schmeckt leicht süss-sauer und erinnert in keiner Weise an das Endprodukt, welches aus den fertig verarbeiteten Bohnen hergestellt wird.

An diesem Baum hängen viele der reifen Bohnen, welche bald geerntet werden können. Die Bohnen werden anschliessend getrocknet und fermentiert, dann auf dem Feuer geröstet und schliesslich in Säcken verkauft. Die Bohnen werden anschliessend zum Beispiel bei Lindt in Kilchberg zu feiner Schokolade verarbeitet. Die Schweiz bezieht ihre Kakaobohnen nicht aus Kuba, unsere Lieferanten sind in Brasilien und Westafrika. Die kubanischen Bohnen werden im Land selber zu Schokolade verarbeitet, welche aber nur lokal verkauft wird.
